Gesamtwertung58%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungBefriedigend |
Lords of the Realm von Sierra spielt zur Zeit der Aufstände und Kriege des mittelalterlichen Europas. Damals war die Macht zwischen Adligen und der Kirche aufgeteilt und die Länder waren von zahllosen Schlachten zerrissen. Ihr werdet nun mitten ins Geschehen geworfen, um die verschiedenen Länder und Regionen zu vereinen und die anderen Adligen auszuschalten. Keine leichte Aufgabe, aber wessen Leben war zu Zeiten von Lehnsherrschaften, Monarchen und völlig ohne die moderne Unterhaltungselektronik denn schon leicht?
Um Euch selbst an die Spitze der Macht zu setzen, muss einiges getan werden: Schlachten müssen geschlagen werden, Ländereien wollen sinnvoll genutzt sein, und die Diplomatie mit euren Nachbarn sollte auch nicht zu kurz kommen. Zu diesem Zweck greift Lords of the Realm auf ein ungewöhnliches System zurück. Das Spiel wird generell in zwei Ebenen geteilt: Die Strategie- und die Kampfebene. Auf der Strategieebene verwaltet der Spieler seine Ländereien und befehligt die Truppen.
Freien Parzellen müssen Vasallen zugeordnet werden, welche dann für eine dementsprechende Nutzung des Grundstücks sorgen, Geistliche bauen Kirchen und erhöhen dadurch die Produktion Eurer Ländereien, Ritter errichten Garnisonen und heben Truppen aus. Leibeigene wiederum bewirtschaften das Land und legen Bauernhöfe an, welche die Kompanien mit Nahrung versorgen.
Als letzte Gruppe stampfen Bürger Städte und Dörfer aus dem Boden, die für Gold sorgen, welches man unter anderem für den Ausbau und die Reparatur der Burgen benötigt. Hat man schließlich seine Vasallen sinnvoll verteilt, kann man damit beginnen, das Land zu unterjoch äh, von tyrannischen Adligen zu befreien. Hierzu schickt man seine Truppen munter gen Feind und macht sich an dessen Burgen heran. Früher oder später wird die eigene Kompanie dann wohl auf Widerstand treffen, und der Kampf geht los. Das Geschehen kann man nun auf Wunsch der KI überlassen oder man zoomt direkt ins Kampfgeschehen hinein und sorgt dafür, dass auch alles so läuft wie man sich das vorstellt. Während man sich jedoch in der Schlacht vergnügt, läuft das Geschehen auf der Karte gnadenlos weiter Gott sei Dank besteht jedoch die Möglichkeit, jederzeit wieder zurück auf die Strategieebene zu wechseln und den Kampf wiederum an seinen KI-General zu übergeben.
Der Teufel steckt im Detail
Das Spiel krankt an so vielen Designfehlern, dass man sich unwillkürlich fragt, ob überhaupt irgendwer das Spiel vor dem Verkauf mal angetestet hat. Nach dem Öffnen der DVD-Box sucht man erst einmal verzweifelt nach einer halbwegs gescheiten Anleitung. Fehlanzeige, stattdessen befindet sich in der Box nur eine Referenzkarte, mit der sich wenigstens die unzähligen Symbole und Knöpfe deuten lassen, die sich überall im Spiel finden. Eine richtige Anleitung findet sich nur als pdf-Datei auf der CD, und diese scheint fest davon auszugehen, dass sie eigentlich mal gedruckt werden sollte hier und da lesen sich Dinge wie (sinngemäß) Genauer erfahren Sie es in der Anleitung auf CD. Direkt beim Starten der nächste Makel: Das Spiel benötigt tatsächlich fünf (!) Minuten, bis man im Hauptmenü landet vier davon entfallen auf das Optimieren der Karten, welches scheinbar vor jedem Spielstart nötig wird. Eine Rechtfertigung für die Zeit, die man am Besten irgendwie sinnvoll nutzt zum Beispiel könnte man sich was zu essen machen, oder promovieren sucht man im ganzen Spiel vergebens: weder sind die Maps besonders groß, noch besonders aufwendig in Szene gesetzt.
Womit wir zur Grafik kommen: Die Texturen sind fade, die Spielfiguren recht dunkel wohl, um über mangelnde Details hinwegzutäuschen. Auch die Strategieebene kann beim besten Willen nicht überzeugen: Die Übersichtskarte ist langweilig und alles andere als übersichtlich. Gebäude gibt es teils in mehreren Ausbaustufen, wer diese untereinander auf einen kurzen Blick auseinander halten kann, sollte sich umgehend bei Wetten, dass ? melden! Klanglich bietet sich dem Spieler absolut nichts besonderes, erwähnenswert ist höchstens, dass das Spiel überwiegend auf Musik aus der kirchlichen und klösterlichen Umgebung setzt; ganz klar Geschmackssache. Der Einstieg in Lords of the Realm ist trotz des kurzen Tutorials unglaublich mühsam, was nicht zuletzt an der oben erwähnten, nicht vorhandenen Anleitung liegt.
Des Weiteren benötigt man Stunden, um sich in die teils sinnlosen Spielmechanismen und die komplexe Steuerung mit den Tausenden von Symbolen und Knöpfen einzuarbeiten. Daran stirbt das Spiel letztendlich, bevor man richtig Spaß daran finden kann. Der größte Hammer ist jedoch, dass der Kampfpart völlig in den Hintergrund rückt und eigentlich unnötig ist mal abgesehen davon, dass es sowieso nicht sonderlichen Spaß macht, seine LOTR-Armeen selbst in die Schlacht zu führen. Zu schnell verliert man den Überblick über das, was auf der Karte passiert und hat die Runde einfach verloren, ehe man begreift, warum eigentlich. Außerdem steuert die KI die Truppen recht intelligent, wodurch man sowieso mehr kaputt macht als retten kann, wenn man das Geschehen manuell überwacht.
Lords of the Realm III im Test.
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