Lula 3D
Der neueste Teil der Lula-Reihe Lula 3D wartet neben der neuen 3D-Engine natürlich wieder mit einer ordentlichen Portion Sex auf. In diesem Krimi-Adventure muss Pornoproduzentin Lula die Entführung dreier Ihrer Darsteller aufklären und deckt durch ihre Ermittlungen eine Verschwörung auf. Die Rammel-Rätselei im Westen Amerikas macht gute Ansätze, ob diese allerdings reichen, um einen Spieler bei Laune zu halten, erfahrt ihr in unserer Review.
Sommer, Sonne, Sonnenschein, eine vollbusige Regisseurin gibt Anweisungen und Darsteller sorgen im Angesicht mehrerer laufender Kameras vor malerischer Kulisse für Nachwuchs. Klingt nach einem zweitklassigen Erotikstreifen? Fast richtig: Wir befinden uns in Lulas Villa, Ausgangspunkt einer Entführung von Drillingen und einer Verschwörung gegen Lulas Pornoimperium. Doch anstatt die Polizei einzuschalten, um das Leben der Mädchen zu retten, wie ihr Produzent es für richtig hält, sieht sich die mehr als selbstbewusste Blondine verpflichtet, sich der Sache selber anzunehmen und macht sich in Lula 3D auf die Suche nach Hinweisen. Dabei entsteht die ein oder andere brenzlige Situation, der sie entweder mit Glück oder ihren... schlagenden Argumenten entkommen kann.
Die Abenteuer einer Pornoqueen.
Die Hinweise führen Lula in die Großstadt San Francisco. Um der Sache auf den Grund zu gehen, sucht sie den dort ansässigen Kameramann, welcher auch für ihre eigene Produktionsfirma arbeitet. Seine Haustür ist verschlossen und es scheint keine Möglichkeit zu geben dort hineinzukommen. Nicht einmal die zwielichtigen Gestalten am Ende der Gasse können Lula helfen, also fragt sie sich durch. Am Tatort in Lulas Wohnung lag ein Streichholzbrief dessen Aufschrift auf den dortigen Nachtclub deutete. Doch ohne ein gewisses Körperteil zwischen den Beinen oder einen Clubausweis kommt man dort nicht hinein. Man kann einer dunkelhaarigen Prostituierten mit einem Beweisstück und einer Einladung zu einem Kaffe die Karte abschwatzen. Doch wenn wir dachten, dass wir auf diesem Wege in den verdächtigen Nachtclub kommen, weit gefehlt. Wir sehen der Dame auf dem Ausweis nicht im Geringsten ähnlich.
Lula 3D (11 Bilder)
Also heißt es weitersuchen. Nachdem wir mit einem Obdachlosen über den Grund seiner gescheiterten Existenz geredet haben ist die Haustür zu des Kameramanns Wohnung offen und wir machen Bekanntschaft mit einem stark alkoholisierten Fotographen, den man nur mit richtigem Fusel zum Sprechen bekommen kann. Wir machen dem Obdachlosen ein Geschenk, woraufhin wir seine wohl behüteten stark riechenden Lakritze bekommen.
Nun können wir uns vom Spirituosenhändler um die Ecke den ominösen Fusel zusammenpanschen lassen, der den Fotographen wieder aufleben lässt. Durch ihn kommen wir an eine schwarze Perücke und Zugang zur Wohnung, in der wir weitere Beweise finden können. Wir rufen unseren Produzenten an, erzählen ihm von der Tat und ermitteln im Nachtclub weiter, zu dem wir nun Zugang erhalten haben.
Dumm klickt gut
Lula 3D spielt sich auf den ersten Blick ganz einfach. Doch nach den ersten Spielminuten erkennt man, trotz altbewährter Adventure-Bedienung die Schwächen der Steuerung. Lula selbst stöckelt äußerst unbeholfen durch die Szenerie des Spiels und braucht ewig, bis sie so weit ist, dass der Spieler mit dem Inventar interagieren kann. Sammelt man etwas auf, oder will man einen Gegenstand aus dem Inventar herausholen, um ihn einzusetzen, wird diese Aktion durch einen beherzten, jedoch langwierigen Griff in Lulas Dekolletee symbolisiert, was besonders bei Adventure-typischen Ausprobier-Aktionen für Frustrationen sorgt. Das Spiel bietet sehr viele simple Rätsel, die es zu lösen gilt. Durch mehr als offensichtliche Hinweise gestützt, lässt sich jede Aufgabe ohne weitere cerebralen Tätigkeiten erledigen, was zum einen zu häufigen Erfolgserlebnissen, jedoch auch zu einer recht knappen Spielzeit führt. Manchmal allerdings gibt es recht viele frustrierende Ungereimtheiten im Spiel, die dafür sorgen, dass sich der Spieler etwas veralbert vorkommt. Zum Beispiel steht eine vorher verschlossene Tür nach einiger Zeit ohne weiteres zutun auf einmal offen. Dies erfährt man allerdings erst nach einer weiteren genauen Inspektion des Spielareals. Oft übersieht man auch wichtige Gegenstände oder kommt zeitweilig nicht dran, da Lulas bester Freund Dusty durch seine Präsenz ab und zu dafür sorgt, dass man bestimmte Objekte einfach nicht anklicken kann. Gelegentliche Minispiele wie Schießereien sorgen für Abwechslung, müssen aber nicht sein. Vom Sex gibt es mehr als reichlich, auch wenn Lula anscheinend lieber an sich selbst Hand anlegt als an ihre Pixelkollegen. Jedoch von Erotik fehlt jede Spur. Lula 3D setzt auf plumpe Nackt- und Selbstbefriedigungsszenen im Grenzbereich der Ab 16-Freigabe, die jeden Anflug von Erotik schon von Anfang an im Keim ersticken.
Hinter den Kulissen
Wäre alles so detailliert und schön geworden, wie die doch recht gut gemachte Umgebung und die nett anzusehende Hauptfigur, wäre das Spiel durchaus ansehnlich. Die verwaschenen Texturen und ungeschickten Animationen der Charaktere sorgen allerdings für einen negativen Gesamteindruck. Die Figuren wirken nicht menschlich und sehen einfach unzeitgemäß aus, da wundert man sich eigentlich nicht mehr, dass die Synchronisation sehr unmotiviert und insgesamt schlecht geschnitten ist. Die Musik passt zu der Rotlicht-Atmosphäre und sorgt für Stimmung.
Fazit
Die Jagd nach den Entführern führt Lula quer durch die USA, wo sie auf allerhand skurrile Persönlichkeiten stößt. Trotz des doch hin und wieder lustigen Inhalts des Spiels, ist die Gesamtkomposition ein niveauloser rosa-roter Brei voller langweiliger Gespräche und einer Bedienung, die dem Spiel einfach noch das letzte Fünkchen Würde nimmt. Gäbe es etwas mehr Inhalt und dafür wesentlich weniger Sex, wäre das Spiel weitaus besser und ernstzunehmender geworden. Die so genannten Erotikeinlagen der Pornoqueen erregen eher Mitleid als alles andere. Die Entwickler setzen ganz klar auf das Sex sells- Prinzip und werden dank des niedrigen Anschaffungspreises von ca. 20 sicher einige Abnehmer finden.
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