Gesamtwertung69%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Nach einer längeren Verschiebung ist nun der intergalaktische Kopfgeldjäger Mace Griffin gelandet. Nur leider sieht es eher nach einer Bruchlandung aus. Warum dies der Fall ist oder ob sich das Spiel doch noch für Fans des Shootergenre eignet, erfahrt ihr bei uns...
In Mace Griffin Bounty Hunter schlüpft ihr in die Rolle des gleichnamigen Kopfgeldjägers wider Willens und kämpft euch in der Zukunft durch allerlei Asteroiden, Gefängnisse und Raumstationen. Nachdem das Vagner System entdeckt wurde, dachte sich jedes Wesen im Universum Hey, ziehen wir doch auf einen Felsen im Weltall kein Wasser, keine Luft, kaum Sonne ein Traum! Gesagt getan, und die Menschen und Aliens kamen in das System. Natürlich benötigte man eine Art Polizei dort, weshalb die Enforcer eingerichtet wurden.
Ihr seid nun, zu Beginn des Spieles, Mitglied einer leichten Enforcer Eingreifftruppe. Bei einem Routineeinsatz kommt, wie sollte es auch anders sein, alles anders als geplant. Eure gesamte Einheit wird mal eben vernichtet, während ihr auf der Suche nach einem Schalter durch eine Station lauft. Und so landet ihr vor Gericht und werdet für zehn Jahre hinter Gitter verfrachtet. Dort lernt ihr dann viele tolle Sachen von den Knastis und entschließt euch Kopfgeldjäger zu werden, neben dem Wunsch nach Rache war das wohl schon immer euer Kindheitstraum. Und schon heuert ihr bei der Gilde der Kopfgeldjäger an, und dürft fortan die bösen Buben des Vagner Systems jagen und vernichten.
Eure Aufträge, die zum Großteil in Gebäuden stattfinden, laufen meist nach dem Schema Fb ab. Ihr landet mit eurem Raumschiff auf dem Asteroiden, bei dem Gefängnis oder dockt an einer Raumstation an, überspringt die langweiligen Zwischensequenzen, rennt dem linearen Weg hinterher und säubert jeden Raum von Feinden.
Danach geht es dann in den nächsten Raum, wo ihr wieder alle Feinde vernichtet. Von kleineren Rettungsmissionen über einfaches Finden und Vernichten ist jede Spielart des Kopfgeldjägerberufes vertreten.
Neben den Missionen auf festem Boden erlebt ihr auch immer wieder Raumgefechte mit eurem Schiff. Sei es bei dem Eindringen in ein System oder bei einer Flucht, nachdem ihr einen Gefangenen befreit habt. Dutzende von kleineren und größeren Jägern und Kreuzern gilt es zu erledigen und das macht sogar Spaß.
Die denkbar einfache Steuerung lässt euch schnell die Feinde aus dem All pusten und wäre auch ein regelrechter Lichtblick, wenn die überflüssigen Landeanflüge auf die Stationen nicht wären. Einfach landen ist hier nämlich nicht drin. Umständlich müsst ihr euer Schiff durch ein paar Lichtrechtecke manövrieren, bevor ihr dann per Benutzen-Taste landen könnt. Warum hier nicht einfach eine Zwischensequenz für die Landeanflüge eingesetzt wurde, ist uns ein Rätsel, da sich diese Landesequenz immer wiederholt, ohne das in der Zeit was anderes passiert außer dem Landeanflug.
Aber zurück zu den Feinden und dem einzigen Sinn des Spieles, dem Kampf. Wie in jedem First-Person-Shooter seid ihr mit einigen Waffen und Items ausgestattet. Von einem Elektroschocker über ein Standardschnellfeuer-Gewehr mit Granaten bis zu Scharfschützengewehren und Raketenwerfern ist alles dabei.
Mit den Waffen macht ihr euch also auf, die Gegner zu vernichten, und das ist nicht mal sonderlich schwer. Das liegt zum einen an der KI, die uns ein wahres Wechselbad der Gefühle durchlaufen ließ, und zum anderen an dem aus Halo bekannten, selbstaufladenden Schutzschirm.Erst wenn euer Schutzschirm unten ist nehmt ihr Schaden. Hockt ihr euch für wenige Sekunden geschützt in eine Ecke, lädt er sich fix wieder auf und schon kann die Ballerei in Rambo-Manier weitergehen. Obwohl man auch sagen muss, das oft auch kleinere Schleichangriffe vorhanden sind. Denn die Gegnerscharen, die auf euch warten, sind nicht unbedingt dumm oder jedenfalls nicht immer. So ist es nicht ungewöhnlich, dass in einem Raum gut acht Gegner an verschiedenen Positionen auf euch warten, ausgestattet mit den verschiedensten Waffen. Da sind Sniper auf Übergängen, die versuchen, euch festzunageln, während ihre Freunde mit schweren MGs auf euch zulaufen. Oft rettet einen hier aber der Schutzschirm, oder eine vorher wohl platzierte Gewehrgranate. Die normalen Granaten sollte man vergessen, da diese sich eher wie Flummis verhalten und von Wänden abprallen um dann dort zu landen, wo sie nicht hin sollen.
Die Gegner selbst sind in der Lage sich abzurollen, Deckung zu suchen und blöd zu sterben. Denn trotz einiger guter Aktionen sind die Gegner oft auch wirklich ein wenig beschränkt, was aber auch unter den Punkt Bugs fallen kann.
So trefft ihr im Spiel an verschiedensten Stellen auf Gegner, die euch gar nicht beachten. Ihr könnt vor ihnen auf und nieder hüpfen und es passiert nichts. Erst wenn ihr auf sie schießt, bemerken sie euch.
Andere Gegner bewegen sich hingegen aufrecht stehend in einer Spaziergangsgeschwindigkeit durch eure Schusslinie, und zudem sind die Gegner nicht in der Lage, durch Gitter hindurchzuschießen, ihr allerdings schon, was dann schnell in einer Art des intergalaktischen Tontaubenschießens endet.
Die paar guten Aktionen, wie das seitliche Abrollen sind auch exklusiv für den Feind. Ihr selbst könnt euch nur ducken und langsame Sidesteps machen. Warum die Feinde agiler sind als ihr, der furchtlose Kopfgeldjäger, ist ein weiteres Mysterium.
Abseits des ansonsten in Mace Griffin vorherrschenden Einheitsbreis bewegt sich auch die Grafik nicht.
Zwar sehen die Waffen gut aus und auch die Zwischensequenzen im Weltall bereiten dem Auge Freude, nur sind die ewig wiederkehrenden Innenlevel nach einer Weile recht langweilig. Die anderen Völker, wie die Jaldari, sehen zwar alle sehr nett aus, aber auch hier hat man sehr schnell das Gefühl 'kennt man einen, kennt man alle'.
Wie schon bei den Missionen stechen einzig wieder die Raumschlachten hervor, die ein Fünkchen Abwechslung mitbringen, was vor allem an den schönen Explosionen und Effekten liegt.
Der Sound hingegen ist noch merkwürdiger. Die Stimmen der Charaktere bringen kaum Emotionen herüber, die Dialoge sind schnell langweilig, und selbst die Triebwerksgeräusche der Raumschiffe wirken eher wie das Zischen eines Luft verlierenden Luftballons.
Auch die Waffengeräusche sind nicht das Gelbe vom Ei, wirken diese doch ebenfalls recht blass und nichtssagend, aber sie sind noch, im Gegensatz zu den Stimmen, als gut zu bezeichnen.Die aber wohl schlimmste Idee im Spiel ist ein wackelndes GUI (Graphical User Interface). Bewegt ihr schnell eure Maus hoch und runter sieht es aus, als würden die Anzeigen für Munition und Gesundheit über den oberen Teil des Bildschirms hüpfen.
Dies ist gerade in den hektischen Passagen schnell nervig, und kann im Extremfall Seekrankheit verursachen. Ergänzt wird dieses Interface noch durch das bei PC Spielern unglaublich beliebte Speicherpunkt-System.
Freies Speichern, Quick Save? Das sind Fremdwörter bei Mace Griffin. Hier speichert das Spiel für euch, und es gibt nichts, was ihr dagegen tun könnt. Dieses mag bei den Konsolenversionen passen, nur bei einer vernünftigen PC-Portierung sollte das nicht auftauchen.
Die Grafik und der Sound lassen einiges von den Qualitäten aktueller Shooter missen, wodurch auch in dem Bereich das Spiel leider nicht glänzen kann.
Mace Griffin Bounty Hunter ist ein netter Shooter, der mehr sein möchte, als er ist. Hardcore Fans von Sci-Fi Shootern könnten ihre Freude haben, aber eine gewisse Vorsicht ist bei dem Spiel auf jeden Fall geboten.
Mace Griffin Bounty Hunter im Test.
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