Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Zwei Yards vom Touchdown entfernt und noch 4 Sekunden zu spielen. Wage ich das Risiko und versuche meinen Receiver zu erwischen, renne ich mit meinem Quarterback gleich durch die feindlichen Linien oder mache ich ein sicheres Field Goal und bekomme dafür aber weniger Punkte? Im Film wie An jedem verdammten Sonntag sind solche Situationen keine Seltenheit und versetzt den Zuschauer in eine ungeheuer gute Atmosphäre, doch schafft die Neuauflage von Madden NFL 2004 der EA Sports Reihe dies ebenfalls? Ob ja oder nein, erfahrt ihr in unserem Test.
Electronic Arts veröffentlicht mit Madden NFL 2004 den ersten Titel der diesjährigen Fortsetzung der alljährlichen Sportspiel Reihe der amerikanischen Entwickler EA Sports. Doch wieder mal wird eine ältere Grafik Engine genau wie bei Fifa 2004 oder NBA von EA Sports weiter aufgebohrt und verbessert. Im Gegensatz zu einigen anderen Entwicklern gelingt das hier ziemlich gut, die neuen Animationen lassen den Spieler tief in die Atmosphäre eintauchen, die Spieler sehen realistischer aus und Mimiken nach Touchdowns erfreuen auch den erfahrenen Football Fan. Lediglich die Fans im Hintergrund des Spielfelds auf den Tribünen sehen etwas veraltet und verpixelt aus, auf die man aber nach einigen Spielen praktisch nicht mehr achtet. Das andere wichtige neue Feature ist die Möglichkeit, zwei Spieler per GamePad zu steuern. EA Sports nennt diese Funktion liebevoll Spielmacher. Hier bekommt man die Möglichkeit gleichzeitig den Quarterback, also der Spieler, der die Pässe wirft, und einen Spieler zu steuern, der gerade nicht am Ball ist.
Doch verbesserte EA Sports nicht nur die Engine, sondern fügte auch einige komplett neue Features hinzu. Eines davon ist der Owner Mode, in dem ihr als Manager eurer Mannschaft fungieren und über Jahre hinweg euer Budget planen müsst, denn ohne Geld gibt es auch keine neuen Spieler.
Allerdings sind die Möglichkeiten des Managers dabei sehr umfangreich: Entscheidungen über ein neues Stadion, Personaleinstellungen, Ticketpreise, Spielergehälter und mehr geben euch genug Optionen, um eure Mannschaft lange am Leben zu erhalten. Dabei gilt es natürlich auch wichtige Entscheidungen zu treffen. Neue Stadien sind zum Beispiel sehr teuer, also lieber das alte noch ein paar Jahre länger behalten oder das längst fällige neue Stadion in Auftrag geben? Im Spiel begegnen euch lauter solcher Entscheidungen, die ihr aber mit etwas Geschick und Übung leicht meistern könnt. Zudem stehen euch zahlreiche Statistiken zur Verfügung, um eure Entscheidungen gut zu durchdenken.
Leider erkennt man aber, dass dieses Feature neu in der Madden Reihe ist, denn gegenüber anderen Managerspielen Spielen wie Anstoß oder den Fußballmanager von Electronic Arts - büßt hier Madden klare Punkte ein. Man kann entgegen dem eigentlichen Spielgeschehen nicht wirklich in die Atmosphäre rund um die legendäre NFL, der National Football League in Amerika, eintauchen.
Doch ist dieses Feature keine Notwendigkeit für den Spieler, auf Wunsch übernimmt der Computer die Manageraufgaben und man kann sich voll und ganz auf den Spielplan konzentrieren und für Touchdowns sorgen.
Mit einer gleichzeitigen Steuerung des Receivers entscheidet man selber, wohin der Pass gehen soll und kann sich besser frei laufen. Mit einem Abwehr Spieler in der zweiten Hand kann man es sich aber auch leichter machen, in dem man gegnerische Spieler vom eigenen Quarterback fern hält und damit genug Freiraum für einen weiten Pass zu einem Receiver schafft. Großer Nachteil ist hier allerdings die Übersichtlichkeit. Einsteiger werden mit dieser Funktion ohne die nötigen Übungsstunden wahrscheinlich stark überfordert sein, Fortgeschrittene finden allerdings eine neue Herausforderung.
Neben diesen Neuerungen veränderte EA Sports eher wenig im Vergleich zu seinen Vorgängern. Auch hier zählt, dass man die Football Regeln der NFL kennen sollte, das erleichtert einem oft das Auswählen der Taktik oder das Verstehen einer Strafe. Allerdings könnt ihr, nachdem ihr euch ein wenig in die Regeln eingearbeitet habt, beinahe jede Strafe der Schiedsrichter verstehen und nachvollziehen. Am Anfang bedeutet es allerdings teilweise Frust für Einsteiger.
Nachdem man sich durch die englischen Menüs mit klasse Hintergrundmusik von bekannten Musik Gruppen wie Blink 182 gewühlt hat, die einen schon mal auf den kommenden Showdown gegen die gegnerische Mannschaft einstimmen, beginnt man erstmal damit die Wunschmannschaft und die verschiedenen Spielbücher auszuwählen.
Jedes Spielbuch enthält verschiedene Taktiken, manche legen mehr Wert auf lange Pässe, manche auf eine Mischung von langen und kurzen Pässen, um sicher die Line of Scrimmage passieren zu können oder nur solche, die einem einen fast sicheren aber knappen 1st Down ermöglichen. Insgesamt findet man aber in jedem Spielbuch einen Spielzug aus jeder Kategorie, wenn auch die Schwerpunkte, wie oben beschrieben, verschieden sind. Während des Spiels könnt ihr mittels verschiedener Aufstellungen die Spielbücher ändern und andere Spielzüge wählen, und das, wie es sich gehört, wird vor jedem neuen Spielzug oder per TimeOut Funktion durch euch ermöglicht. Doch ist die TimeOut Funktion begrenzt, drei mal, wie in der echten NFL, kann man diese einsetzen um seine Taktiken noch einmal umzustellen, um zu hoffen, dass der Gegner an der falschen Stelle seine Position einnimmt.
Im Spiel selber erleichtert euch der Computer um viel Arbeit, man selber steuert, solange kein GamePad parat liegt, nur den Spieler, der gerade den Ball hat oder dem Ball am nächsten ist.
Doch darf sich der Spieler nicht zurücklehnen, sondern muss seine Abwehr entsprechend der Position des Gegners aufbauen, damit die KI Kollegen auch ihren Nutzen erfüllen und nicht an der linken oder rechten Seite der Abwehr Gegenspieler durchlassen, die euren Quarterback zu Boden werfen könnten. Besonders als Angreifer sind solche Angriffe aber interessant, denn es kann euch nichts besseres passieren, als dass ihr den Quarterback zu Boden werft und genug Glück habt, dass dieser sogar den Ball verliert und ihr ihn selber zurück erobern könnt. Dann nämlich könnt ihr es leicht realisieren bis zur Touchdown Zone durchzurennen, was für den Spieler fast immer ein Erlebnis darstellt. Seid ihr allerdings diejenigen, die den Ball als Quarterback verlieren, solltet ihr versuchen möglichst nicht die Tastatur vor Wut zu treffen.
Neben dieser sehr seltenen Form, den Ball wieder in die eigenen Hände zu bekommen, gibt es noch weitere Möglichkeiten. Einer dieser Möglichkeiten ist die so genannte Interception. Um diese zu ermöglichen, sollte man meist selber den Spieler steuern, der diese Interception verwirklichen soll, vorausgesetzt ihr habt genug im Trainingslager die entsprechenden Spielzüge eingeübt. Sinn dieser Aktion ist es nämlich, mit einem eurer Spieler einen Pass vom gegnerischen Quarterback zu seiner Anspielperson abzufangen und mit dem gerade eroberten Ball möglichst weit ins Feindesland vorzustoßen. Besonders zu erwähnen ist bei diesem Ereignis die Kameraführung. Derjenige, der den Ball gefangen hat, bleibt für kurze Zeit in der Zeitlupe in der Luft hängen während sich die Kamera um 180° dreht und euch das Laufen zur Touchdown Zone erleichtert. Generell ist der Angreifer immer im Vordergrund und der Verteidiger, bezogen auf die Kameraposition, dahinter.
Eine weitere Möglichkeit ist es den Gegner solange aufzuhalten und an einem Durchkommen zum 1st Down zu hindern, dass er nach dem 4th Down immer noch keine Möglichkeit sieht den Ball durchzubringen und es auch nicht schafft und ihr dadurch den Ball bekommt, genannt Turnover on Downs.Ist euer Gegner allerdings schon nahe der Field Goal Zone, ist es meist das leichteste die sicheren Punkte zu nehmen und den Ball in das Field Goal zu schießen. Verhindern kann man das meist nie. Doch sind 4th Downs meist recht selten, außer man verfügt über gute Abwehrfähigkeiten oder der Gegner wendet die falschen Angriffe an.
Mit der Neuauflage des Sportspiels findet man natürlich auch die aktuellsten Änderungen der NFL im Spiel selber, allerdings gibt es auch viele alte Legenden der NFL wenn man so will. Neben den vielen Mannschaften der NFL kann man ausserdem einige Teams der Europäischen Football Liga im Spiel begrüßen, unter anderem einige deutsche Mannschaften, die allerdings von den Fähigkeiten auf dem Spielfeld weit hinter den amerikanischen Kollegen hinterher hinken, dem Spielspaß tut das aber keinem Abbruch und macht heiße Multiplayer Gefechte noch spannender.
Wie auch in den anderen Spielen von EA Sports glänzen auch in Madden NFL 2004 die Kommentatoren, die euch ein ungeheuer gutes Gefühl während einer Partie geben mit den Kommentaren zu euren Spielzügen. Allerdings währt das nicht lange, bereits nach kurzer Zeit könnt ihr die sich immer wiederholenden Texte der Kommentatoren auswendig und schaltet diese Funktion später lieber ab.
Madden NFL 2004 im Test.
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