Gesamtwertung60%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Mit Titeln wie Command & Conquer und Supreme Commander scheint 2007 das Jahr der Echtzeit_Strategie zu werden. Umso schwerer haben es da Titel, die versuchen, bewußt oder unbewußt, in die selbe Kerbe zu schlagen. Einer dieser Kandidaten, die es noch vor Kanes Comeback versuchen, um die Gunst der potentiellen Käufer zu buhlen, ist Maelstrom. Wir haben uns für euch den Titel einmal genauer angeschaut, um zu sehen, ob Command & Conquer einen Konkurrenten erhalten wird oder ob Maelstrom im Strom der Belanglosigkeit untergeht.
Lets do the timewarp again
Die Geschichte hinter Maelstrom ist so kurz wie einfach gestrickt. Die Erde wurde von einer globalen Katastrophe ungeahnten Ausmaßes heim gesucht. Der Großteil des Planeten, liegt nun unter Wasser. Wie in vielen vergleichbaren Genrevertretern, gibt es natürlich mal wieder nur eine Handvoll Überlebender. Unter ihnen befindet sich eine Gruppe von Freiheitskämpfern, die so genannten Remnants. Diese kämpfen gegen die Ascension und die, wie sollte es auch anders sein Alien-Rasse Hai-Genti, um den noch intakten Rest der Erde.
So weit, so schlecht. Leider ist den Entwicklern ein ganz entscheidender Fehler bei der Entwicklung von Maelstrom unterlaufen. Weder die Handlung, noch die einzelnen Charaktere, wissen zu überzeugen.
Selten ist un seine derart langweilig erzählte Story begegnet, die zu keiner Zeit auch nur ansatzweise über ein Mittelmaß hinaus kommt. Auch die Figuren werden lieblos präsentiert und eine Identifikation findet, dank vollkommener Überzeichnung und unbewusster Karikierung der Personen, so gut wie nicht statt. Wer sich durch die insgesamt vier Kampagnen komplett hindurch quält, wird sich anschließend fragen, warum die Entwickler nicht alles in eine Kampagne gebracht haben. Hierdurch wäre die Handlung vielleicht noch einigermaßen spannend, da inhaltlich gerafft, gewesen. So zieht sie sich in endlosen ermüdenden Passagen wie ein Kaugummi.
Wir sammeln um zu schaffen
Und auch der Spielaufbau von Maelstrom, ist ein Sammelsurium diverser bereits vorhandener Spielideen. Die unterschiedlichen Fraktionen haben ihre Basen, die es auszubauen und gegen die Feinde zu sichern gilt. Um dies zu ermöglichen, sammeln sie Rohstoffe. Während die Remnants Sonnenlicht und Müll als Primärressource sammeln, ernten die Ascension die DNA der Remnant und bedienen sich nebenher ebenfalls der Sonnenstrahlen als Ressource.
Die Hai-Genti schließlich produzieren Biomasse. Alle drei Fraktionen, benutzen außerdem Wasserpumpen, um Wasser als Ressource zu benutzen oder, im Falle der Hai-Genti, dieses in ein giftiges Mutagen umzuwandeln. Darüber hinaus verfügen die Remnants noch über die Möglichkeit, dank Terraforming, das Gelände zum eigenen Vorteil zu verformen, während die Ascensions ihre mobile Einheiten in Eis, Wasser oder Tornados verwandeln kann. Das klingt zwar recht interessant. Doch die Wahrheit sieht anders aus. Vor allem die von euch hervorgerufenen Naturgewalten sind nicht nur ein Segen, sondern oftmals auch ein Fluch. Wenn ihr einen Sturm entfesselt, kann es schon mal vorkommen, dass es eure eigenen Einheiten erwischt. Auch von den Spielentwicklern gesetzte Naturkatastrophen, wie Meteoriteneinschläge, treffen ab und an eure Helden, was vor allem dann, wenn euer Missionsziel das Retten eines Helden ist, ziemlich nervenaufreibend werden kann.
Helden ohne Chance
Ein weiterer Kritikpunkt sind die eigentlichen Heldeneinheiten. Diese wurden mit zum Teil absolute unnützen Boni ausgestattet. So kann der Remnant Held zwar Überlebende in Söldner umwandeln. Doch was macht dies für einen Sinn, wenn euch auf eurer ganzen Reise über eine Map keine Überlebenden begegnen? Auch der Kamerawechsel aus der klassischen RTS-Ansicht, in die Third-Person Perspektive, ist mehr ein netter Gedanke, als eine sinnvolle Option, da ihr so häufig einfach die Übersicht verliert.
Beispiel gefällig? Im Kampfgetümmel wollten wir eine Einheit heilen. Nicht nur, dass sie im Gewusel nur sehr schlecht auszumachen war. Auch der eigentliche Heilungsvorgang, erwies sich als äußerst kompliziert und umständlich, da ein direkter Click auf die Figur nicht möglich war, sondern erst auf den Hauptbildschirm gewechselt werden musste.
Da gibts was auf die Ohren!
Doch nicht nur in Punkto Gameplay und Story, tut sich Maelstrom schwer. Auch die Grafik ist weitgehend unspektakulär. Lediglich das Wasser und die Terraforming-Effekte, sehen großartig aus. Die niedrig aufgelösten Texturen, die miserable Animationen, und die tristen Umgebungen, sollten Anno 2007 nicht einmal bei Low-Budget Titeln zu finden sein. Selbiges gilt auch für den mehr als unspektakulären Soundtrack und die lieblose Synchronisation. Hier merkt man, wie wenig Engagement das gesamte Team für seinen Titel aufgebracht hat. Lustlosere Sprecher haben wir selten gehört.
Last but not least, wäre da noch der Multiplayer. Dieser kann ein wenig länger motivieren, als der Solopart, umfasst er doch einige gut gemachte Maps und die Möglichkeit, mit bis zu sechs Spielern gegeneinander anzutreten. Alternativ gibt es den Skirmish-Modus gegen den Computer, der aufgrund schlechtem Balancings nur Hardcore-Spielern zu empfehlen ist.