Max Payne 2: The Fall of Max Payne

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Take 2
Entwickler
Take 2
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
-
Max Payne 2: The Fall of Max Payne [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

92%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Max Payne 2: The Fall of Max Payne

Angeschossen. Dem Tode nahe. Wie kann es das sein? Max ist ein Copkiller? Die Schmerzen sind grauenhaft, die Stimmen in seinem Kopf quälen ihn und plötzlich nimmt er eine Gestalt war... es ist Mona, Mona Sax. Aber wie kann das sein? Sie wurde doch erschossen, er sah doch selber, wie die Kugel in Mona's Kopf eindrang. Doch so schnell, wie die Gestalt erschien, verschwindet sie auch wieder. Hat Max nur haluziniert? Er muss aufstehen, er muss herausfinden, was hier passiert, er muss Mona finden, er muss Gewissheit haben, er muss…

...

Verwirrt? Verständlich, trotzdem sind diese Szenen, diese Gedankenblitze, diese Geschehnisse der Beginn des neuen Actionknallers Max Payne 2: The Fall of Max Payne. Max Payne, der stets grimmig dreinschauende, immer etwas verwirrt erscheinende Cop des New York Police Departments muss nach den Geschehnissen, die Spieler weltweit erstmals im Oktober 2001 miterleben durften, wieder auf die Strasse. Denn er kann seinem Schicksal, das ihn immer wieder in den gefährlichsten Situationen treibt, nicht entgehen. Geschehnisse, die ihn wieder an den Rand des seelischen und körperlichen Wahnsinns gebracht haben.

Max Payne kämpft mit seinem Gewissen, seinem innerlichen Widerstreit zwischen Recht und Liebe, zwischen seinem Job als Polizist und seinem körperlichen Verlangen nach Mona Sax. Mehr erfährt auch der Spieler nicht.

Echte Informationen sind rar, denn Max Payne 2: The Fall of Max Payne beginnt mit einer beklemmenden Einleitung, einer Mischung aus Comicbildern und Prolog. Max erwacht schwer verletzt im städtischen Krankenhaus und ist verwirrt…

scheinbar ist er allein auf der Krankenstation. Kein Personal, keine Besucher, keine Patienten.

Also macht man sich auf, das Krankenhaus zu erforschen und wird vom Entwickler Remedy Entertainment mitten in eine hochdramatische Komposition aus Sprachausgabe, 3D Grafik, Musik und Soundeffekten geworfen. Da hört man Polizeisirenen, Schreie von Polizisten und erlebt gleichzeitig die ersten melancholischen Kommentare von Max Payne, die über das ganze Spiel hinweg, die Gefühlswelt des Protagonisten weiter vervollständigen und näher erläutern werden. Und dann.. der Schock. Mona ist tot, aufgebahrt in der Pathologie, seine Kollegin Winterson ebenfalls… und wieso wird er von unbekannten Männern angegriffen?? Fragen über Fragen…

Nach dem ersten Prolog-Level machen wir uns auf, die Hintergründe all dessen zu erforschen. Wir springen zurück in die Vergangenheit und versuchen zu klären, wie Max wieder in eine Situation geraten würde, die nicht nur sein Leben und seine Karriere gefährdet, sondern auch sein Liebesleben, seinen Alltag und...seinen Verstand. Max macht sich zunächst auf, einen Routinefall zu klären, bekommt es aber bald mit den mörderischen Angestellten einer ominösen Reinigungsfirma, mit einigen alten Bekannten wie den Russenmafioso Vladimir und Senator Alfred Wooden aber natürlich auch mit neuen Gesichtern wie die etwas spießig wirkende Detective Winterson, zu tun. Wie passen diese Personen in das Gesamtbild? Warum will ihn schon wieder jeder an den Kragen? Was hat Mona damit zu tun? Max muss das es herausfinden...und dabei wieder über Leichen gehen.

Die Geschichte wird in 21 Kapiteln weitererzählt, die untereinander durch Zwischensequenzen und Erzählungen im einen bereits aus dem Vorgänger bekannten Comicstil verbunden sind. Was zuerst langweilig klingen mag, wird im Spiel aber sehr stylisch und einzigartig umgesetzt, denn das Zusammenspiel von perfekt zu den Charakteren passender Sprachausgabe, sowie liebevoll gezeichneten Comicbildern, vermitteln die Zwischensequenzen einen besonderen Hauch von Einzigartigkeit und schaffen es gleichzeitig den Spieler zu fesseln und ermöglichen den Spieler in die 'düstere' und bedrückende Welt von Max Payne 2 einzutauchen.

Unter anderem wird dies erreicht, indem es einige Prolog-Kapitel gibt, in denen Max träumend durch die Welt läuft, die Umgebung verschwommen wahrnimmt, Geräusche verzerrt hört und seine Gedanken, die zwischen Wut, Verzweiflung, Liebe und Rechtsgefühl hin und her schwanken, zu ordnen versucht.Die Leveldesigner spielen verliebt mit Sound- und Grafikeffekten und arbeiten beispielsweise mit Schnitt-Techniken, die sich vor professionellen Hollywoodproduktionen nicht zu verstecken brauchen. Es ist kaum beschreibbar, wie realistisch und intensiv Max's Philosophierungen über sein Schicksal, über sein Leben und über seine Rolle in der Welt auf den Spieler wirken und so ein einzigartiges Spielgefühl vermitteln.

Was in den Zwischensequenzen eindrucksvoll beginnt, setzen die Entwickler gekonnt in allen anderen Leveln fort, die allesamt nicht nur sehr abwechslungsreich designed, sondern auch mit einer unglaublichen Menge an unterschiedlichen Texturen und Objekten ausgestattet sind. Heruntergekommene Mietskasernen, dreckige Hinterhöfe und Lagerhallen sind genauso vorhanden wie edle Villen, ein Polizeirevier oder auch ein völlig verrücktes Gruselkabinett. Ständig erlebt der Spieler etwas Neues, ständig wird man beim Spielen bei Laune gehalten und ständig werden neue Effekte und Happen der Story dem Spieler präsentiert.

Das Spiel an sich ist zwar linear, läuft aber nicht chronologisch ab. Stellenweise spielt man Szenen, die vor den Geschehnissen des nächsten Kapitels liegen oder aber Max erlebt bestimmte Schlüsselszenen erneut in den angesprochenen Traumsequenzen. Dadurch, dass Remedy die Level zudem in eine sehr glaubwürdige und packende Hintergrundgeschichte eingeflochten hat, ergibt sich eine Handlungsdichte, wie sie bisher kaum in einem Computerspiel vorhanden war. Selbst während der 'regulären' Level wird der Spieler 'an die Hand genommen' und vom Spiel geführt.

Die Handlungen in den Level sind sehr abwechslungsreich und interaktiv: hier wird dem Spieler eine gelungene Mischung aus Kampf- und Sprungeinlagen präsentiert, die sich mit kleinere Rätseln, kurzen Zwischensequenzen, Interaktionen mit anderen Charakteren und Max's melancholischen Gedankenäußerungen ablösen. In den Level wird ein wahres Meisterwerk an Dynamik präsentiert, wobei ständig Objekte explodieren, zerbrechen oder sich bewegen. Für Abwechslung wird ständig gesorgt, denn mal muss Max zusammen mit befreundeten Charakteren kämpfen und stellenweise wird die Handlung auch aus der Sicht einer anderen Person erzählt, wobei bestimmten Szenen aus zwei verschiedenen Perspektiven, die im Handlungsstrang nahezu perfekt miteinander verwoben sind, erzählt.

Kernpunkt der meisten Kämpfe ist die bekannte Bullettime, dieses mal in der Version 2.0, mit noch cooleren Moves und noch leichterer Handhabung, sowie grafisch, wegen der vebesserten Grafikengine noch einmal aufgepeppt. Um die Verwendung der großen Anzahl an Schießprügeln - teilweise sogar zwei gleichzeitig - zu perfektionieren, kann der Spieler für eine begrenzte Dauer die Zeit verlangsamen, wodurch Gegner nicht nur besser getroffen werden, sondern Max sogar jeder einzelnen Kugel ausweichen kann - und dies, man glaubt es kaum, sieht einfach genial aus. Mit perfekten Soundeffekten untersetzt, erlebt man in diesen Situationen ein wahrlich grandioses Spielgefühl. Physikalisch korrekt können sämtliche Umgebungsgegenstände bewegt und zerstört werden.

Insbesondere wenn man zu Granaten oder Molotov-Cocktails greift, bleibt vom Mobiliar nur noch wenig übrig. Natürlich sind auch die bekannten Hechtsprünge in Bullettime möglich, wodurch an offenen Türen vorbei gesprungen und Gegner schneller erledigt werden können, als diese ihre Waffe entsichert haben. Alle Bewegungen und Kämpfe werden mit einem wahren Festschmaus an Grafikpracht garniert. Die Animationen sind größtenteils sehr gut gelungen, sieht man einmal von den Sprungeinlagen ab. Besonders faszinierend sind aber die Partikeleffekte: man sieht Kugeln realitätsnah in diverse Objekte und Wände einschlagen und sieht Regen, Staub, Flammen sowie Mündungsfeuer und splitterndes Glas– und alles in einer Grafikqualität, wie sie bisher in einem PC-Spiel noch nicht gezeigt wurde.

Was jedoch wirklich gelungen ist, ist die Tatsache, dass die Bullettime nicht lediglich ein grafisches Schmankerl, sondern integraler Teil des Gameplay geworden ist. Ohne die Hechtsprünge oder die Bullettime, sind viele Level schlicht nicht lösbar.

Wenn Häuser zusammenbrechen, wenn Max durch ein Meer aus Flammen rennt, dabei Fässer explodieren oder Gerüste einstürzen, ist die Spannung und das Spiel-Erlebniss einfach atemberaubend. Max Payne: The Fall of Max Payne bietet viele Grafikeffekte, die die Umwelt sehr realistisch wirken lassen, angefangen bei Echtzeitschatten und Spiegeleffekten bis hin zu bewegten Gesichtern und zahlreich vorhandenenen Partikeleffekten. Die Entwickler haben es geschafft, es eine sehr gelungene Symbiose aus Grafikeffekten, passendem Sound und schlichtweg hervorragend geskripteten Missionen zu erzeugen.

Auch die Musikuntermalung gehört mit zum Besten des Genre und schließt damit die Harmonie der Effekte ab, die Remedy hier so beeindruckend einsetzt. Max Payne 2 geizt nicht mit Gewalteffekten, die aber nicht eingesetzt werden, um andere Schwächen zu kaschieren, sondern sind Teil des Settings und derart stylisch durch Motion-Blur – oder Bullettimeeffekte umgesetzt, dass es schon fast eine eigene Art von Kunst darstellt.

Dies ändert aber nichts daran, dass es korrekt ist, dem Spiel keine Jugendfreigabe zu erteilen. Publisher Take 2 wird trotzdem auch die deutsche Version ungeschnitten und mit englischer Sprachausgabe in den Handel bringen, was aber bedeutet, dass gehobenes Schulenglisch nötig ist, um das Spiel nicht nur als Shooter sondern als interaktiven Film mit spannenden Plot, genialen Charakteren und einem großartigen Settings erleben zu können. Das Zimmer verdunkeln, die Türen abschließen und sich ja nicht stören lassen, sollten oberste Pflichten sein, bevor die CD des Spieles im Laufwerk verschwindet.

Leider ist das Spiel nach spätestens 8-9 Stunden, aber mit vielen Wendungen und Überraschungen bei der Story, vorbei, was sicherlich auch daran liegt, dass man beim ersten Durchspielen nur den einfachsten Schwierigkeitsgrad wählen darf. Danach darf lediglich noch in zwei weiteren Schwierigkeitsgraden gespielt, die Level unter Zeitdruck gelöst oder in fünf Locations eine Art Botmultiplayer ausgefochten werden. Bleibt abzuwarten, ob die Mod-Community nenneswerte Neuerungen auf die Beine stellen wird.

Weitere 40 hochauflösende, exklusive Screenshots findet ihr in unserer Downloadsektion .

Fazit

Schon lange nicht mehr hat mich ein Spiel derart fasziniert, wie Max Payne 2: The Fall of Max Payne. Eine derart packende Hintergrundgeschichte mit einer solch gelungenden Komposition aus Grafikpracht, Sound, Handlung, Regie und Sprechern, habe ich bisher noch nicht gesehen. Selten fiebert man in einem Spiel mit dem Hauptcharakter auf eine solch beklemmende und intensive Art mit und bekommt gleichzeitig derart intensiv die Gefühlswelt des Protagonisten mit. Auch wenn der Plot etwas zu schnell vorrüber ist, es waren sehr unterhaltsame Stunden, die lange im Gedächtniss bleiben.

Max Payne 2: The Fall of Max Payne kommt verdammt nah heran an das, was man als spielbaren Film bezeichnen könnte oder sich herbeiwünschen würde und genau als solches muss man das Spiel betrachten: ein nicht allzu langes, dafür umso packenderes, spannenderes und atemberaubendes Erlebnis.

Eine Kaufempfehlung für alle, die über kleinere Mängel hinwegsehen können und eine unterhaltsame Zeit mit dem einsamen Cop aus New York erleben wollen.

Max Payne 2: The Fall of Max Payne [PC , Justgamers]

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