Medal of Honor: Pacific Assault

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Shooter
USK
18
Medal of Honor: Pacific Assault [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

90%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Gut

Medal of Honor: Pacific Assault

Die Medal of Honor-Reihe ist wohl eine der berühmtesten Serien der Shooter-Geschichte. Nach ihren Anfängen auf der PSX schaffte sie mit Allied Assault auch den Sprung auf den PC. Das Spiel war so erfolgreich, dass ihm zwei Addons beschert wurden. Beim Nachfolger Pacific Assault steht jedoch im Gegensatz zu den anderen Teilen nicht mehr der Kampf gegen Deutschland im Vordergrund, sondern gegen die japanische Achsenmacht. Wohl bekomms!

Fabelhafter Einstieg

Wir schreiben den 20. November 1943: Es ist der Tag der der japanischen Variante des D-Day´s am Tarawa-Atoll. Hunderte von Landungsbooten steuern nach der Bombardierung auf die japanische Insel Tarawa auf selbige zu. Das Ziel ist die Eliminierung jeglichen Widerstandes sowie die Zerstörung der feindlichen Geschütze. Auch wir nehmen an dieser Invasion teil.

Nach dem Herablassen der Amphibienpanzer winken wir noch schnell unseren Freunden im anderen Panzer zu. Dann wird es ruhig. Lediglich das Zischen der Wellen ist zu hören. Je näher wir allerdings dem Strand kommen, umso lauter wird es, das beängstigt. Mehr und mehr Flugzeuge liefern sich erbitterte Kämpfe und zu allem Überfluss haben sich auch noch japanische Mörser auf uns eingeschossen. Schneller als wir „Scheiß Japse“ rufen können, wird unser Gefährt getroffen und wir werden herausgeschleudert.

Von ein paar blauen Flecken und Schürfwunden abgesehen geht es uns jedoch wesentlich besser als den übrigen Soldaten, arme Schweine. Jetzt wird es dramatisch: unzählige donnernde MGs und Mörser verteidigen den Strand bis zum bitteren Ende, wir rennen von Stellung zu Stellung, schneller als verängstigte Soldaten hinter Panzersperren oder in Drahtzäunen festhängende Kameraden. Mit unserem Team verschanzen wir uns in einer Unterführung, den Strand ständig im Sichtfeld.

Immer mehr unserer Freunde werden tödlich getroffen, ein Flammenwerfertrupp fliegt blutigst in die Luft. Wie in Paranoia laden wir mit zittriger Hand unsere Waffe durch und strotzen einer Gegnerwelle nach der anderen. Auf einmal merken wir einen stechenden Schmerz in der Brust. „Scheiße!“ sagen wir noch und gehen zu Boden. Das Bild verschwimmt in einen immer farbloser werdenden Brei. Ist dies das Ende?

So verläuft die erste Mission in Pacific Assault, die quasi als Prolog das eigentliche Spiel einleitet. Wörter wie ‚beklemmend’, ‚beängstigend’ und ‚emotional’ treffen hier genau den Kern der Sache. In den nachfolgenden Missionen, die zeitlich alle vor der Tarawa-Invasion spielen, verschlägt es Euch unter anderem nach Pearl Harbor, welches gleichzeitig auch den ersten der unzähligen Höhepunkte in Pacific Assault markiert. Weiterhin gelangt Ihr ans Makin-Atoll, an den berühmten Guadalcanal sowie ins berühmte Henderson Field, einer amerikanischen Stellung im japanischen Dschungel. Ob unser Alter Ego Tommy Conlin am Ende wirklich stirbt oder nicht sei hier mal nicht verraten, nur soviel: die finale Mission am Tarawa-Atoll ist spannend und wirklich intensiv!

Grafische und akustische Meisterleistung

Pacific Assault ist definitiv kein Kriegsshooter wie jeder andere, denn hier hat EAs neuester Streich in einem Punkt allen anderen Spielen etwas voraus und zwar ist das die Identifikation mit den Spielfiguren.

Mit jeder Spielminute wächst einem das Team immer mehr ans Herz. Sie schreiben Briefe an ihre Eltern, sie albern gerne rum, aber sie befinden sich auch mitten im Krieg. Besonders der Sanitäter tut einem leid.

Ist er anfangs noch von seiner Aufgabe überzeugt, so wandelt er sich im Laufe des Spiels immer mehr zu einem depressiven Wrack, dessen Äußeres immer mehr verkommt. Er hat Augenringe, getrocknetes Blut auf dem Helm und blaue Flecken. Wenn man selbst dann noch behauptet, dass einen das Spiel kalt ließe, dann sollte man sich mal Gedanken machen.

Grafisch macht Pacific Assault bei höchsten Einstellungen einen ausgezeichneten Eindruck: Die Levels strotzen nur so vor Details und üppiger Fülle, die Texturen wirken auf der höchsten Stufe teils richtig real und die Animationen sehen ebenfalls – mit kleineren Ausnahmen – fantastisch aus. Vor allem die Mimik und Gestik der Charaktere wirkt sehr realistisch.

Dieses hat jedoch auch seinen Preis, und der geht eben auf Kosten der Rechenleistung. Erst wer 3,0 GHz, 1024 MB RAM und eine 256 MB Grafikkarte sein Eigen nennen kann, kann bei höchster Auflösung und vollen Details flüssig spielen.

Da bei uns in Deutschland das Geld aber nicht auf den Bäumen wächst, müssen viele Leute wohl oder übel mit Rucklern auskommen.

Wer mit einem fetten Surround-System schon mal eine „Soldat James Ryan-“ oder „Der schmale Grat“-DVD gesehen hat, wird, wenn er die Augen verschließt und nur auf sein Gehör vertraut, Pacific Assault akustisch nicht von einem Kriegsfilm unterscheiden können.

Die Soundeffekte sind einfach bombastisch: neben dem üblichen Kugelzischen sind vor allem die Schussgeräusche sowie die Explosionen hervorragend gelungen. Selbst die befürchtete Totalpleite bei der deutschen Vertonung blieb aus: sogar in den Gefechten stehen die deutschen Sprecher ihren englischen Pendants in nichts nach. Ein weiteres Markenzeichen der Medal of Honor-Reihe ist der ausgezeichnete Soundtrack, der auch bei Pacific Assault jederzeit ins Geschehen passt, so wie die Faust aufs Auge.

Ein Punkt, in dem Pacific Assault jedoch schwächelt, ist der Mehrspielermodus. Dieser ist mit seinen drei Modi Deathmatch, Team-Deathmatch und Eroberer viel zu mager ausgefallen.

Keine Frage, das Spiel macht im Multiplayer eine Menge Spaß, und auch die Karten wurden sehr schön designed, aber für einen Vollpreistitel kann man doch wesentlich mehr erwarten, zumal es noch ein Vertreter der berühmten Medal of Honor-Reihe ist.

Fazit

Pacific Assault ist für mich der neue Star am Shooter-Himmel mit Kriegshintergrund. Selten wuchs einem die Spielerfigur so ans Herz wie hier. Außerdem macht es großen Spaß, die Entwicklung der Geschichte sowie der Charaktere mitzuerleben. Technisch wird dem verwöhnten Spieler ausgezeichnete Kost vorgesetzt: Tolle Grafik gepaart mit atemberaubendem Sound sowie einer simplen Steuerung. Wenn jetzt nur noch der Umfang des Einzelspieler- sowie des Mehrspielermodus größer gewesen wäre, hätte Pacific Assault einen fast Mitte-Neunziger erreicht, so schrammt es gerade an der Grenze vorbei.

Medal of Honor: Pacific Assault [PC , Justgamers]

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