Gesamtwertung81%/10 |
GrafikAusreichend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Ui, was haben sich die guten Priester des englischen Insel-Klosters St. Cuthbert vor mehr als 1000 Jahren gefreut, als sich in aller herrgottsfrüh unerwartete Gäste aus dem Nebel schälten. Und noch erfreuter waren die guten Männer, als ihr Besuch wieder gegangen war, denn die Besucher entpuppten sich schnell als eine Horde blutrünstiger Wikinger, die sich weniger um religiöse Aspekte als vielmehr um Gold und ein wenig sinnlose Zerstörungswut scherten und so nicht nur das Kloster plünderten und nieder brannten, sondern auch einige Priester auf recht unschöne Art meuchelten. Dies sollte aber nicht die einzige Konfrontation mit den zotteligen Nordmannen sein. Mit ihren Drachenbooten und ihren Kriegern, die weder Tod noch Teufel fürchteten, terrorisierten die Wikinger fortan für mehr als 800 Jahre die Küstenregionen Europas und erschütterten so die Grundfesten vieler Königreiche mit ihren schnellen Plünderungsfeldzügen und weitreichenden Eroberungen.
England hat ein gewisses Problem. England als eigenständiges und vereintes Land existiert nämlich im zehnten Jahrhundert noch gar nicht, vielmehr ist die Insel Schauplatz etlicher Schlachten zwischen all den Völkern, die nach Vorherrschaft auf dem verregneten Eiland streben. Irland mit inbegriffen. Wahlweise als Schotte, Pikte, Kelte, Waliser, Sachse oder umtriebiger Wikinger heißt es nun, Truppen ausheben und den garstigen Feinden gehörig in den Allerwertesten treten. Dabei müssen sich die Wikinger einer anderen Taktik bedienen als die restlichen spielbaren Völker. Da das Heimatland der Nordmänner wirtschaftlich schwach ist und das Einkommen dementsprechend recht niedrig ist, müssen sich Wikinger um neue Einkommensquellen bemühen.
Gespielt wird dabei aber nicht mehr auf der noch aus Medieval: Total War bekannten Europakarte, sondern auf einer speziellen Englandkarte, in der neben Irland und einigen kleineren Inseln auch ein Stück von Skandinavien zum hart umkämpften Territorium gehört. Wie gut, dass die Vikinger über schnelle Langschiffe verfügen, mit denen sie ihre Feinde überraschen und im Handschlag ausplündern und brandschatzen können. Sind so genügend Finanzmittel zusammengekommen, können die Heimatlande ausgebaut und nach und nach Invasionstruppen ausgehoben werden, um so im Machtkampf um England mitmischen zu können.
Um auf den Schlachtfeldern bestehen zu können, liefert uns Viking Invasion gleich noch fast 30 neue, schlagfertige Einheiten wie beispielsweise Keltische Krieger oder aber auch die Schwäbischen Schwertkämpfern und die Sherwood-Forest-Schützen, wobei die meisten Einheiten nur auf der bereits aus Medieval: Total War bekannten Europakarte einsetzbar sind. Neue Technologien und Gebäude runden das Angebot ab. Die größte Errungenschaft durch Viking Invasion stellt aber die Schlachtübersicht dar. Vor jeder Schlacht werden, sofern vorsorglich Agenten eingesetzt wurden, die Einheiten des Feindes aufgelistet und, das ist der Clou, vorab die Aufmarschreihenfolge der eigenen Truppen bzw. der Reserve festgelegt werden.
Grafisch hat sich bei Medieval: Total War Viking Invasion wenig bis gar nichts geändert. Noch immer artet eine Schlacht mit hunderten von Soldaten innerhalb kürzester Zeit in einen hässlichen Pixelbrei aus, ohne Chance für den Spieler, die eigenen und die feindlichen Truppen auseinander zu halten.
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