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Ein Gamer der, was auf sich hält, kommt schon lange nicht mehr ohne ein gutes Headset aus. Knackende Sprach-Übertragung, laue Sounds und Effekte: Das nimmt keiner mehr hin, erst recht nicht eure Mitspieler bei Multiplayerspielen. Doch genauso breit wie das Angebot bei Spielen scheint mittlerweile auch die Auswahl bei den richtigen Headsets zu sein. Speed Link hat vor Kurzem sein Angebot um das Medusa 5.1 Home Edition erweitert, das nicht nur perfekten Raumklang am Rechner, sondern auch beim Gucken von DVDs bieten soll. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um uns das Peripheriegerät über die Ohren zu stülpen.
Schon die Verpackung des Medusa macht einiges her und deutet an, dass die Home Edition mehr kann, als nur mit dem Rechner verbunden zu werden. Der Karton ist sehr groß und üppig ausgestattet, zudem sind alle Inhalte mit Bändern gegen Verrutschen beim Transport gesichert. Ein Luxus-Produkt will schließlich entsprechend geschützt sein. Das Paket enthält neben dem Headset alle nötigen Kabel, die zum Verbinden an den Rechner, bzw. die Verstärkerbox nötig sind. Die Verstärkerbox ist das Bindeglied zwischen Rechner, DVD-Verstärker und Headset und bietet auch genügend Ein-und Ausgänge um alle notwendigen Geräte miteinander zu verdrahten. Die Kabelage besitzt zudem vergoldete Abschlüsse und dürfte auch etwas höhere Ansprüche befriedigen.
Die Verstärkerbox dient nach erfolgreicher Verkabelung aller Geräte als Umschaltzentrale, arbeitet jedoch nur, wenn sie ans Stromnetz angeschlossen ist. Dafür bietet sie ein augenfreundliches blaues Leuchten, das sich im Wohnzimmer gut als Blickfang macht. Sieht edel aus und obendrein lassen sich die Kopfhörer auf der Box ablegen. Der Anschluss gestaltet sich auch mit einer eher dünn ausgefallenen, dafür aber deutschsprachigen, Bedienungsanleitung problemlos.
Die Kopfhörer werden über ein drei Meter langes Kabel mit der Box verbunden, in das eine Fernbedienung integriert ist. Allerdings hat sich diese im Test als ein wenig fummelig erwiesen, was vielleicht auch daran liegen mag, dass gleich vier Rädchen bedient werden müssen und der Sound so aufs eigene Hörbefinden eingestellt werden muss.
Das Headset selbst ist von sehr guter Verarbeitungsqualität, auch wenn es an hochwertige Stereokopfhörer nicht heranreicht und im Detail durchaus kleinere Schwächen im Look aufweist, der etwas zu plastikmäßig daherkommt. Die abgeschlossenen Ohrmuscheln bieten einen guten Sitz und drücken auch bei langen Spiel- oder Filmsessions kaum, zudem bieten sie eine recht gute Abschirmung nach außen. Aufgrund der ziemlich massiven Bauweise ist das Gerät natürlich deutlich schwerer als herkömmliche Headsets, was durch den bequemen Sitz aber kaum auffällt. In jede Ohrmuschel sind Front, Rear, Center und Subwoofer Lautsprecher integriert, die für den Surroundsound zuständig sind. Der Tragekomfort lässt sich insgesamt als gut bezeichnen, die Ohrmuscheln sind innenseitig mit Stoff bespannt, sodass die Haut auch bei hitzigen Gefechten nicht ins Schwitzen gerät. Beide Ohrmuscheln lassen sich, z.B. platzsparend zum Transport, nach innen oder, um ein Ohr freizulegen, auch um 90 Grad zur Seite klappen. An der linken Ohrmuschel ist der Anschluss für das abnehmbare Mikrofon angebracht, das außerdem über einen sehr flexiblen Hals verfügt und somit fast allen Gegebenheiten angepasst werden kann.
Der Klang des Headsets wurde mit verschiedenen Spielen ausführlich getestet, zudem wurde das Hörvergnügen mit einigen DVDs auf die Probe gestellt. Dabei hinterließ es einen guten Eindruck, auch wenn es - so der subjektive Eindruck - fürs Gaming ein wenig besser geeignet scheint. So waren bei Half-Life 2 - Episode 1 rundum alle Dialoge hervorragend zu verstehen, unabhängig davon ob die Protagonisten vor, hinter oder neben uns standen. Der große Vorteil der 5.1 Headsets gegenüber normalen Stereohörern ist dabei die tolle räumliche Zuordnung. Angreifende Feinde können schon aufgrund von Geräuschen geortet werden und nicht erst, wenn sie ins Sichtfeld des Spielers geraten. Aber auch das Ballern macht auf diese Weise nochmal soviel Spaß, denn das Medusa gibt Explosionen und Gewehrfeuer mit dem nötigen Druck wieder! Genauso gut schlug sich das Headset beim Adventure Dreamfall - The Longest Journey, das naturgemäß deutlich dialoglastiger als das Actionspiel ist. Auch hier offenbarte das Medusa keine Schwächen und wusste durch gute räumliche Auflösung zu überzeugen.
Im DVD-Betrieb traten keinerlei Probleme auf und auch hier bietet das Headset eine gute Alternative zum Boxen-Betrieb. Auf diese Weise können Filme auch abends oder nachts mit Surround-Sound genossen werden, ohne die Nachbarn aus dem Bett zu rumpeln. Im Vergleich zum Filmgenuss über die Boxen tritt jedoch ein leicht beschränktes Hörgefühl auf, das sich vielleicht mit dem Musikgenuss in geschlossenen Räumen contra Konzertsaal vergleichen lässt. Der Sound ist nicht wirklich schlechter, hat aber weniger Möglichkeiten sich zu entfalten und wirkt daher etwas 'pappig'.
In Sachen Lautstärke können sich Gamer mit dem Headset aber die volle Dröhnung geben, auch abgehärtete Ohren dürften hier locker ausgelastet werden. E-Smog-Einstrahlungen anderer Geräte wie etwa ein Brummen beim Klingeln des Telefons wurden im Test übrigens genauso wenig beobachtet wie störendes Rauschen.
Das Mikrofon weist einen sehr klaren, gut verständlichen Klang auf und konnte in allen Anwendungen, also beim Zocken oder auch Inet-Telefonie, überzeugen. Zudem weist es kaum Empfindlichkeiten gegenüber Umgebungsgeräuschen auf, sodass auch hier keine Abstriche gemacht werden müssen.
Fazit
Das Medusa 5.1 Home Edition ist ein überdurchschnittlich gutes Headset, das aber auch einen entsprechenden Preis hat. Prinzipiell wird dem Käufer ein guter Gegenwert geliefert, auch wenn man sich bei einem solchen Produkt wünschen würde, dass die Kabel des Kopfhörers austauschbar sind, z.B. nach einem Kabelbruch. Bei einem Headset dieser Preisklasse sollte das möglich sein. Abgesehen davon macht das Headset in allen Bereichen einen durchweg guten Eindruck und eignet sich für die vorgesehenen Anwendungen ohne größere Abstriche. Wer seinen Zocker-Rechner im Wohnzimmer zu stehen hat und nebenher ein Heimkino sein eigen nennt und auch nachts nicht auf den Surround-Filmgenuss verzichten möchte, sollte sich das Medusa einmal näher anschauen. Auch Gamer, die auf Surroundvollbedienung stehen und sich vom hohen Preis von 109 Euro nicht abschrecken lassen, sollten das Headset definitiv anchecken.