Willkommen in meiner verrückten Welt, auch verkehrte Welt oder einfach schlicht nur Realität eines Looki-Redakteurs genannt. In meinem ganz persönlichen Monatsrückblick sage ich Euch, was in diesem Monat ging, gar nicht ging und eigentlich hätte gehen sollen. Klingt bescheuert? Ist es auch! Vorhang auf für Monthly Link.
News of the month:
Man ahnt ja oft nichts Schlimmes, doch manchmal meint es das Schicksal nicht gut mit uns Zockern. Das sind zum Beispiel Tage, an denen man nicht weiß, was man spielen soll oder mit offenem Mund vor den Händlerregalen steht und eigentlich erst an der Kasse merkt, dass man eigentlich überhaupt kein Geld hat. Doch was uns schon erschüttern kann, wenn wir nur zufällig an einem gewissen Donnerstag um 21.45 Uhr aus Versehen auf einen Sender mit dem scheinbar seriösen Namen ARD zappen.
Dann kann es schon mal passieren, dass den friedvollen Gamer eine Sendung namens Panorama ins Gesicht springt, die sich unaufh örlich darin festsaugt, ihm alles Gute raubt und das Opfer mit einem Gesichtsausdruck zurücklässt, der in etwa so aussieht, als hätte er Rizinusöl bei Magendiarrhö zu sich genommen. Das kann also nur Jagdzeit auf die sogenannten Killerspiele bedeuten.
Ja Ihr lieben Psychopathen, Ihr habt richtig gehört: Killerspiele! Bruder von Satan und Onkel von Dieter Bohlen, das kann ja nichts Gutes sein. Oder wollt Ihr mir erzählen, dass ihr in Call of Duty nicht fünf Magazine auf einer Leiche verballert, diese dann vergewaltigt und mit Hitler es ist ja nur ein Spiel zum Abendessen verspeist. Klar, so was ist ja schließlich normal, wir sind ja schließlich alle Zocker im Alter von zehn bis 13 Jahren. Möge derjenige verstummen der meint, in GTA: San Andreas ginge es nicht darum, möglichst viele Frauen zu vergewaltigen und dann brutalst abzuschlachten.
Sind wir Spieler denn alle krank und pervers? Diese Frage war nach dem schon hetzerisch und polemisch anmutenden Beitrag mehr als berechtigt. Doch dann dauerte es nur einen Moment ungefähr eine Millisekunde bis man eigentlich merkte, für was man hier GEZ-Gebühren bezahlt.
Nämlich für quasi nicht vorhandene Recherche, bewusst provozierte Spielszenen, typisches Politikergebrabbel, reißerische Darstellungen jenseits von Gut und Böse und redaktionelle Stellungnahmen ohne ein Wort der Einsicht, aber mit dem guten Stil des höflichen 'um den heißen Brei'-Herumredens.
li| Stellungnahme der Redaktion
Fucking awesome game experience:
Die wohl geilste Spielerfahrung in diesem Monat habe ich dem teuflischen Third-Person Shooter Infernal zu verdanken: Endlich kein Weichei mehr sein, endlich mal wieder auf die Kacke hauen dürfen genau! Schiebt ab Ihr Weltverbesserer, hier kommt Ryan Lennox: sexiest ex-angel alive, immer für eine Sünde bereit und cool wie eine erholsames Bad in Eiswürfeln. Und erst die Action: Wahnsinn! So muss Action anno 2007 aussehen, da darf auch gern mal ein Heiligenscheinträger zu Schaden kommen. Ach was, alle Typen der bright side of life kommen zu Tode, das ist doch mal ein Spielziel! Infernal ist schnörkellos und hart, also genau mein Ding!
##li| zum Review
Best Game of the Month:
Final Fantasy XII manifestiert eines der letzten Spielhighlights auf der mittlerweile schon mit Rentenzuschüssen überhäuften PlayStation 2. Die filmreife Inszenierung mitsamt seiner fulminanten Zwischensequenzen, die Oma und Opa aus den Latschen hauen würden, genauso wie das tolle Gameplay sowie das mehr als befriedigende Gefühl, dass sich endlich mal wieder ein echtes Final Fantasy in der eigenen Konsole dreht, begeisterte meine Kollegen Jan, Lars sowie die Looki-PlayStation 2 auf ganzer Länge.
Apropos Länge: der XXL-Test wird vom Umfang her von manchen Lesern zur Zeit auch in einem Atem mit Telefonbüchern, Tolkien-Romanen oder einer Liste definitiv unfähiger Politiker genannt.
Worst Game of the Month:
Die Ehrung der goldenen Himbeere für Spiele geht in diesem Monat an Kino Mogul: Sponsored by Papi Kinopolis bietet dieses zweifelsfrei unter Einfluss von narkotischen Mitteln entwickelte Game die grafische Augenweide einer dentalen Wurzelbehandlung, die Seriosität einer Führerscheinprüfung unter Leitung von Stevie Wonder sowie den Umfang eines Freeware-Programms der Waldorfschule Eggenfelde.
Hey und das alles war noch untertrieben. Ich war dermaßen angetan vom Spiel, dass ich mir nach Stunden des Zockens erst einmal dachte: Junge, wat is los? Schmeiß den Scheiß endlich vom Computer! Nein, nein so geht das echt nicht. Mit dem wohl besten Argument das Spiel zu kaufen, dem Animationsfilm Elephants Dream, ließ sich trotzdem kein Blumentopf gewinnen, denn Kino Mogul war der Platz auf dem Kompost bereits sicher.
li| zum Review