Gesamtwertung81%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Serien leben von ihre Kontinuität und Beständigkeit. Meist bleiben sie konstant bei dem, was dem Publikum gefällt, ohne groß etwas zu riskieren oder zu verändern. Ab und an jedoch versuchen sie den ganz großen Wurf auch auf die Gefahr hin, bei den Käufern durchzufallen. Eine dieser Serien, die sich konstant weiterentwickelt haben, ohne dabei auf Altbewährtes zu verzichten, ist die Motorradrennspiel-Reihe Moto GP. Ob die Entwickler von Climax in diesem Jahr weiter auf Kontinuität setzen, oder die Fans dank neuer Impulse begeistern können, erfahrt ihr in unserem Review.
Die Königsklasse
Moto GP - Die Königsklasse der FIM-Prototypen-Rennklassen des Motorrad-Straßenrennsports. Wie bei der Formel 1, werden auch bei der Moto GP Weltmeisterschaft 17 Grand Prix Rennen bestritten. Die dabei an den Start gehenden Rennmaschinen werden in unterschiedliche Hubraum-Klassen eingeteilt. Der Star der Serie ist seit einigen Jahren der Italiener Valentino Rossi, der vergleichbar ist mit einem Michael Schumacher. So viel vorab zu den Fakten, die vor allem Genre-Neulinge interessieren dürften. Doch was erwartet die Spieler eigentlich bei Moto GP 07 Neues, und was ist bewährt und hat auch Einzug in den neuen Teil gefunden? Zuerst fällt auf, dass die Schwierigkeitsgrade um einen zusätzlichen Grad erweitert wurden. Dieser soll es in erster Linie Anfängern und Casual Gamern ermöglichen, schnell und ohne unnötigen Frust Erfolge zu feiern.
Jedoch entpuppt sich der neue Schwierigkeitsgrad als dermaßen leicht, dass wohl selbst Anfänger nach kürzester Zeit auf eine der höheren Stufen wechseln, da hier selbst bei mehrfachen Stürzen noch gewonnen werden kann. Als Training mag der Anfänger-Modus jedoch mehr als geeignet sein. Doch auch an den anderen Stufen haben die Entwickler gefeilt. War es noch im Vorjahr auf der mittleren Stufe recht einfach, seine Maschine zu halten und mit ein wenig Übung zahlreiche Bestzeiten zu absolvieren, sieht dies bei Moto GP 07 schon anders aus. Denn der Schwierigkeitsgrad wirkt sich nun noch deutlicher auf die Physik der Motorräder aus. So brechen sie jetzt in den höheren Stufen leichter aus. Wer da nicht besonders achtsam ist, und meint, den Freizeit-Rambo spielen zu können, macht schneller einen Abflug über den Querlenker, als es ihm lieb sein kann. Ebenfalls gesteigert hat sich die KI der anderen Fahrer. Diese ist nun noch fordernder und realistischer, als sie es schon im Vorjahr war. Vor allem in der höchsten Stufe wird euer ganzes Fahrgeschick gefordert, um auch vorne dabei zu bleiben.
Neben der aktuellen Meisterschaft mit den 2007er Daten, Strecken und Fahrern, gibt es auch noch die Karriere zu bewältigen. Während ihr bei der Meisterschaft einen real existierenden Fahrer aus dem aktuellen Kader übernehmt, dürft ihr bei der Karriere euch einen eigenen Rennfahrer und sein Bike zusammenstellen und anschließend im bekannten Grand Prix und dem Extreme-Mode Rennen liefern.
Dank der Logos, die ihr im Editor auch selbst entwerfen und auf den Maschinen anbringen könnt, wirkt euer Gefährt individuell und besitzt eine persönliche Note. Bei der Karriere gibt es allerdings keinerlei real existierenden Strecken und Fahrer. Von euch erfolgreich absolvierte Rennen bringen Punkte. Die wiederum könnt ihr in unterschiedliche Eigenschaften eures Alter Egos investieren. Hierzu zählen Werte für Beschleunigen oder auch Bremsen und Kurvenlage.
Platz da! Hier komm ich.
Besonders gelungen ist das Fahrgefühl, was vor allem an dem sehr gut umgesetzten Handling der Rennmaschinen und der eben angesprochenen KI der Rennteilnehmer liegt. Die Kämpfe um den ersten Platz in der Weltmeisterschaft und jedem einzelnen Rennen werden meist erst auf der Zielgeraden entschieden. Während sich die Gegner noch in Moto GP in manchen Szenen ein wenig unglaubwürdig verhielten, trumpfen sie im aktuellen Teil auf. Sie kommen aggressiv, auf Sieg getrimmt und mit einem individuellen Sinn daher. Während einige Fahrer euch und der Konkurrenz in entscheidenden Situationen Platz machen, versuchen andere, euch von der Strecke zu drängen oder nehmen euch für Sekunden mit einem Kollegen in die Zange. Spannung pur und adrenalinhaltige Rennen sind garantiert.
Auf der grafischen Habenseite kann Moto GP 07 eindeutig die wesentlich detaillierteren Strecken und vor allem die deutlich lebendigere Umgebung verbuchen. Die Sterilität der letzen Jahre gehört nun endgültig der Vergangenheit an.
An den einzelnen Renntagen fühlt ihr euch mitten ins Geschehen hineinversetzt. In der Boxengasse wimmelt es von Fotografen, die noch schnell ein Bild von den angespannten Rennfahrern ergattern wollen. Grid-Girls halten lasziv lächelnd den Sonnenschirm und das Publikum stimmt sich begeistert auf das Rennen ein. Dank der zwei Verfolgerkameraperspektiven, der Lenkeransicht und der Moto GP typischen Action-Kamera, die euch das Rennen sozusagen durch den Helm darstellt, wird die gesamte Rennaction weiter gesteigert.
Eindeutig negativ sind allerdings die ab und an auftretenden Ruckler, welche vor allem bei der Startaufstellung und der dazugehörigen Präsentation des Teilnehmerfeldes auftreten. Und auch die Ladezeiten hätten kürzer ausfallen können. Ein wenig billig und aufgesetzt wirkt zum Ende eines Rennens die Ehrung der Sieger auf dem Podest.
Online so gut wie Offline?
Während sich offline maximal 20 Motorräder auf der Strecke tummeln, gibt es online Rennen mit maximal 16 Spielern gleichzeitig. Wählen könnt ihr zwischen individuell gestalteten Rennen nach euren Vorstellungen, einem Turnier und der Option, um euer Motorrad zu spielen. Dies ist im so genannten Pink-Slip-Modus möglich. Natürlich könnt ihr hier auch die Rennmaschinen eurer Kontrahenten gewinnen, falls ihr die Ziellinie als Erster überquert und so euren Fuhrpark erweitern. Der Online-Modus verlief in unseren Test-Sessions ohne größere und störende Lags.