Gesamtwertung64%/10 |
GrafikMangelhaft SoundMangelhaft |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungBefriedigend |
Ein überzeugendes Action-Rollenspiel mit einer großen Handlungsfreiheit, packenden Gefechten sowie einer Prise Strategielemente will Mount & Blade sein - ob man das so stehen lassen kann, erfahrt Ihr natürlich in unserem Review.
Erster Schock...
Mount & Blade ist bei Grafikpuristen schon unten durch, bevor es überhaupt richtig angefangen hat. Kein Wunder, präsentiert sich die optische Seite des Titels doch von vorvorgestern: Eckige Charaktere, detailarme Umgebungen und schwache Animationen lassen das Spiel wortwörtlich alt aussehen. Rein oberflächlich betrachtet hätten wir Mount & Blade also bereits nach einer halben Stunde beenden, von der Platte schmeißen und vergessen können wie gesagt, rein oberflächlich. Denn ansonsten haben wir es mit einem durchaus annehmbaren Titel zu tun. Alles beginnt damit, dass wir uns unseren späteren Helden mithilfe eines ausreichend umfangreichen Editors zusammenbasteln: Vom Scheitel bis zur Sohle können wir so ziemlich alles verändern, was man sich so als Rollenspieler wünscht dabei werden natürlich auch Attribute verteilt, auf denen wir im späteren Spielverlauf aufbauen.
Selbige unterteilen sich dabei noch in drei große Bereiche: Eigenschaften zum Beispiel Stärke und Charisma -, Fertigkeiten unter anderem Anführerschaft, Aufklärung und Reiten sowie Fähigkeiten, also beispielsweise für Zweihandwaffen oder Armbrüste. Danach werden wir recht schnell ins Spiel geworfen: So ein kalter Sprung vom 10 Meter-Turm wäre vor allem dann tragisch, wenn die Story einen hohen Stellenwert einnimmt. Bei Mount & Blade kann das aber fast schnuppe sein, denn hier dümpelt die Rahmenhandlung so vor sich hin eine weitere Sache, weswegen wir den Titel am Liebsten in die Wüste geschickt hätten. Statt festen Pfaden zu folgen, verändert Ihr als aufstrebender Anführer das Mächtegleichwicht nach Eurem Gusto. Unterteilt ist die Landkarte, auf der Ihr zwischen Euren Streifzügen und Kämpfen umherirrt, in verschiedene Königreiche, die natürlich nicht allzu gut aufeinander zu sprechen sind.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten
Ideal also für einen Dritten, hier Unruhe zu stiften und die Beziehungen zum eigenen Vorteil zu verändern. Bevor wir unsere Klappe jedoch zu weit aufreißen, sollten wir zusehen, dass wir erste Aufträge an Land ziehen und so neben unserem Geldbeutel auch unser Inventar sowie die eigenen Erfahrungspunkte in die Höhe schießen lassen. Also ab zu Fürst XY oder in die örtliche Schenke marschiert, in Form von öden Textfenstern miteinander unterhalten und schon geht es los. Die Besonderheit von Mount & Blade liegt darin, dass Ihr von Anfang an alle Territorien des Landes beschreiten dürft bei den Märschen über die zweidimensionale Landkarte solltet Ihr allerdings aufpassen, dass Ihr nicht von Plünderern oder der fürstlichen Kavallerie erfasst werdet. Hier könnt Ihr nur mit viel Glück entweder im Zickzack laufen, plötzlich andere Richtungen einschlagen oder Euch den Mannen stellen.
Entweder ergebt Ihr Euch an dieser Stelle und müsst später flüchten übrigens alles auf der Übersichtskarte! - oder Ihr stellt Euch dem offenen Kampf. Zu Beginn werdet Ihr aber eher tödliche Wunden als den Sieg davon tragen. Es gibt einige Wege, in Mount & Blade zu Ansehen und einer stattlichen Truppe zu gelangen manche dauern lange, manche gehen sogar recht schnell.
Auf jeden Fall benötigt man Mut und das richtige Händchen für die jeweilige Waffe. Stellen beispielsweise Dorfplünderungen mangels der nötigen Erfahrungswerte und eines durchschlagskräftigen Heeres anfangs noch ein auswegloses Unterfangen dar, ändert sich dies rasch, sobald man die nötige Geduld und Zeit investiert hat. Ab einer bestimmten Truppengröße geben die Bauern Ihr Hab und Gut sowie Vieh auf Drängen aus Ehrfurcht sogar freiwillig heraus wer danach noch plündern will, muss zu Fuß und hoch zu Pferd mitunter lange kämpfen, um auch wirklich das ganze Dorf auszulöschen.
Es wird brenzlig...
Mount & Blade ist dabei stetig ein waghalsiges Spiel mit dem Feuer: Verliert Ihr eine Auseinandersetzung, gehen viele Eurer Gegenstände sowie sämtliche rekrutierten Soldaten in Feindeshand über. Gewinnt Ihr, winken frische Items zum Behalten oder Verscherbeln auf einer der zahlreichen Märkte.
Aber auch abseits der vielen, oft unvermeidlichen Auseinandersetzungen könnt Ihr Euch weiterentwickeln: So könnt Ihr unter anderem an Arenakämpfen teilnehmen, was wegen des äußerst dürftigen Kampfsystems zwar keinen allzu großen Spaß macht, aber immerhin Erfahrungspunkte und Dinare - die virtuelle Währung des Spiels locker macht. Wer es größer mag und auch eine entsprechende Größe vorzuweisen hat kann sich an Burgbelagerungen versuchen. Wer hier allerdings nicht bereits mindestens zehn Stunden effektiv in den Titel investiert hat, geht gnadenlos unter ausweglos ist das Ganze aber nicht.
Frische Soldaten werden in einschlägigen Wirtshäusern gegen Bares rekrutiert, Waffen und Rüstung gehen bei erfolgreich gewonnenen Kämpfen flöten oder werden beim Händler eingekauft und Nahrung zur Befriedigung des eigenen Heeres über Plünderungen oder eben Einkäufe eingesammelt. In Sachen Truppenmanagement hält sich Mount & Blade trotz diverser Ansätze wie aufsteigenden Rängen oder dem Gefangennehmen von mehr oder minder wichtigen Personen aber vornehmlich zurück. Überhaupt wirkt das Spiel nur oberflächlich komplex: Viele Schritte erklären sich von allein, die Einarbeitungszeit beträgt im Wesentlichen eine knappe Stunde. Kaum kniffliger wird es in den Gefechten selbst: Wer ein teuer gekauftes Pferd sein Eigen nennen kann und die Klinge richtig führt, kann eine Kehle nach der anderen durchschneiden und übersteht so gut wie jede Schlacht. Zu Gute kommt es dabei, dass die KI-Gegner aber auch die eigenen Recken nicht die Hellsten sind. Unterschätzen sollte man ein ganzes Heer dümmlicher Feinde aber dennoch nicht die offensive Ader der Gegner führt oft zu kleineren Hetzjagden mit dem Pferd. Eine Armbrust ist hier Pflicht!
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Mount & Blade im Test.
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