Gesamtwertung82%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Need for Speed ist und war immer ein Phänomen, denn schließlich erfreut es sich seit 1995 einer begeisterten Fangemeinde. Nach dem Überraschungserfolg von The Need for Speed (Das The im Namen ließ man später weg), einem rasanten und actionlastigem Rennspiel mit schier unbezahlbaren Edelkarossen und Realfilmschnippseln, war eine Fortsetzung obligatorisch. Auch NFS2 konnte 1997 mit schickerer Grafik, interessanten Strecken und den immer noch unbezahlbaren Autos die Herzen der Fans im Sturm erobern. Einen richtig weiten Schritt machte EA dann 1998 mit NFS:Hot Pursuit, denn hier wurde jeglicher Simulationsverdacht gänzlich über Bord geworfen. Dafür durfte man auch als Polizist Raser verfolgen und in der für damalige Verhältnisse überwältigende Grafik über wunderschöne Landschaften brettern.
Ein weiteres Jahr später hatten die Fans einen weiteren Need for Speed-Titel in ihren Laufwerken. High Stakes war seinen Vorgängern in fast allen Belangen haushoch überlegen. Ob es nun die Autos, die Strecken oder die Grafik waren, EA lieferte ein Fast-Meisterwerk ab. Fast-Meisterwerk deshalb, da EA ein überempfindliches Schadensmodell einbaute.
Im Jahr 2000 endlich eine Novität. Need for Speed: Porsche Unleashed hatte zwar wieder einmal die beste Grafik, die beste Steuerung und die schicksten Strecken aller NFS-Titel, nur mit den fahrbaren Wagen sah es anders aus. Konnte man in den Vorgängern noch mit Ferraris und Lotus spannende Rennen absolvieren, durfte man hier nur in Porsche-Gefährte um Ruhm und Ehre rasen. Sogar ein Karrieremodus als Porschetestfahrer und eine im Vergleich zu den Vorgängern sehr simulationslastige Steuerung gab es. 2001 konnten nur man nur in den USA und Kanada den reinen Online-Vertreter von NFS, MotorCity, genießen. Und nun gibts Need for Speed: Hot Pursuit 2, doch kann es sich auch mit seinen Vorgängern messen?
In der Herausforderung stehen mehrere Mini-Modi zu Verfügung. So sind neben den klassischen Einzelrennen auch Runden-KO-Rennen, ein Turnier-Rennen, eine Probefahrt und nicht zuletzt der Sei ein Cop-Rennen vorhanden, wobei man im letzteren innerhalb einer bestimmten Zeit möglichst viele Raser festnehmen soll, deren Fahr-Stärke übrigens von der Wahl des Polizeivehikels abhängig ist. Hier darf man sodann die aus dem Hot Pursuit-Modus verdienten Punkte investieren, um neue Fahrzeuge und Strecken freizuschalten. Leider erhält man für eine Freischaltung nicht immer eine komplett neue Strecke. Teilweise muss/darf man nur die gespiegelte Variante einer bereits bekannten Strecke freischalten.
Der klassischste Modus, die Meisterschaft, ist dem Hot-Pursuit-Modus mehr als nur ähnlich. Wieder kann man in 33 Rennen, von denen nicht alle gefahren werden müssen, Rennen gewonnen werden, um Punkte und Medaillen zu erhalten. Gibt es im Hot Pursuit-Modus noch Gegenverkehr und Polizei, geht es hier nur das pure Rennen um Platzierungen. Sind die ersten Rennen dabei noch recht mühelos zu gewinnen, steigt der Anspruch an das fahrerische Können. Dabei werden die gegnerischen Fahrer nicht unbedingt schneller, man bekommt einfach das Gefühl, dass der PC anfängt, schamlos zu cheaten. Wie soll man es sich sonst erklären, dass Fahrzeuge, die noch kurz zuvor schwere Unfälle bauten, zu einem Überholmanöver ansetzen, obwohl man selbst fehlerlos und mit Höchstgeschwindigkeit durch die Kurven schnitt. Kurios wird es aber, wenn man beobachtet, dass einige Gegner wie auf Schienen die Kurven nehmen, während man selber mit dem gleichen Wagen und der gleichen Geschwindigkeit von der Piste schießt.
Wer sich mit Freunden ein packendes Multiplayer-Rennen bieten will, muss dies entweder im Lan oder Internet tun, denn einen Splitscreen-Modus gibt es nämlich leider nicht. Ebenso wenig darf man auf computergesteuerte Bots oder gar die Polizei hoffen
Grafisch hat Need For Speed: Hot Pursuit 2 kräftig zugelegt. Die liebevoll modellierten Automodelle mit seinen Schadensmodellen sind eine wahre Pracht und auch die Strecken laden eher zum Staunen denn zum Durchrasen ein. Das auf einigen Strecken allgegenwärtige Laub fällt andächtig gen Boden und wird, sofern man es überfährt, aufgewirbelt, ebenso Staub, sodass Verfolgern kurz die Sicht genommen werden kann. So schön die Strecken, die Animations-Gimmicks und die Wagen auch sind, es gibt einige derbe Schnitzer, die den Spielspass kräftig dämpfen kann. So sind die auswählbaren Perspektiven gelinge gesagt ein Griff ins Klo. Gab es bei den älteren Need For Speeds noch In-Car-, Motorhauben und ein halbes dutzend weitere Perspektiven, vermittelt nur eine einzige Ansicht bei Hot Pursuit 2 ein gewisses Geschwindigkeitsgefühl, nämlich die Über-den-Boden-Schweb-Perspektive. Die anderen Kamerawinkel, die allesamt eine Hinter-dem-Wagen-Sicht in unterschiedlichen Entfernungen zum Wagen darstellen, erleichtern nicht gerade das Steuern und lassen das Vehikel, selbst bei Höchstgeschwindigkeit, wie eine Familienkutsche auf Ausflug erscheinen. Ebenfalls erstaunlich ist der Hardwarehunger von Need for Speed. Der Testrechner, ein AMD 2200XP mit GeForce 4 TI4200 und 512 DDR-Ram konnte es nicht verhindern, dass NFS im höchsten Detailgrad schon bei 1024x768 ab und zu kurz stehen blieb.
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