Gesamtwertung85%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Illegale Straßenrennen als Vorlage für Filme und Spiele werden immer populärer. Nachdem der Action-Streifen The Fast and the Furious mitsamt Sequel 2 Fast 2 Furious in den Kinos mächtig die Kassen klingeln ließ, wird das Thema nun auch immer öfter versoftet. Nach dem eher unspektakulären Midnight Club 2 schickt sich nun der neueste Teil der sehr erfolgreichen Need for Speed-Reihe mit dem bezeichnenden Namen Underground an, dem Genre neue Schübe zu geben. Nach dem ernüchternden Vorgänger Hot Pursuit 2 wird sich jetzt zeigen, ob Hersteller Electronic Arts aus den Fehlern gelernt hat, oder nicht. Das alles erfahrt Ihr in unserem Review.
Im Untergrund...
Das Herzstück von NfS: Underground ist der namensgebende Underground-Modus. Hier verdient man sich in zahlreichen illegalen Rennen und Wettbewerben den nötigen Zaster, um aus dem anfangs noch harmlos erscheinenden Fahrzeug ein leistungsstarkes PS-Monster zu machen. Aber Geld allein reicht natürlich nicht aus. Es kommt auch auf den Fahrstil an. Durch sogenannte Style-Punkte, die der Spieler sich durch besondere Aktionen wie waghalsige Drifts oder meterhohe Sprünge verdient, erhält man Zugang zu neuen Upgrades, durch deren Verwendung sich wiederum der Ruf in der Szene erhöht. Das alles ist praktisch ein riesiger Kreislauf. Was man sich für den Underground-Modus noch gewünscht hätte, wäre eine Story á la DTM Race Driver. Identifikationsfiguren fehlen in Underground leider genauso wie die Antwort auf die Frage, warum sich der Spieler überhaupt auf illegale Rennen einlässt. Was an Underground jedoch gefällt, ist die Tatsache, dass der Schwierigkeitsgrad vor jedem neuen Rennen bzw. Turnier einstellbar ist, was vor allem davor schützt, einmal wegen eines zu hohen Grades festzusitzen.
Abseits vom Underground-Modus gibt es noch das Quickrace. Ihr dürft hierbei zwischen unterschiedlichen Rennarten, wie typischen Zeitfahrten, dem K.O.-Rennen oder dem waghalsigen Drag-Racing wählen, bei dem man im richtigen Augenblick schalten und entgegenkommenden Fahrzeugen ausweichen muss, was bei den Wahnsinnsgeschwindigkeiten wahrlich kein Zuckerschlecken ist. Tuning-Fans wird es freuen, dass man im Spiel individuell Hand an sein eigenes Fahrzeug legen kann. Nicht nur äußerlich, nein, auch innerlich darf man hier herumkonfigurieren, wie man lustig ist. Wer seine Karre schneller machen will, wählt je nach erreichtem Ruf aus Herstellerteilen für Motoren, Turbos, Bremsen, usw. Dabei wurden Teile realer Hersteller wie AEM oder Motorsport lizenziert, was vor allem erfahrenen Tuning-Profis ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubern dürfte. Rein optisch darf man auch ein echtes Schmuckstück basteln. Ob Spoiler, Seitenschürzen, Stoßstangen oder Felgen: hier ist garantiert für jeden etwas dabei. Auch Vinyls lassen sich bis zu 4-schichtig auf das Rennauto aufbringen.
Grafisch ist Underground ein echter Hingucker. Da alle übrigens realen Vorbildern nachempfundenen Strecken einen nassen Look besitzen, spiegelt sich die Streckenumgebung auf dem Lack der Fahrzeuge, was hier einfach nur wunderschön aussieht. Die Umgebung ist sehr detailliert und farbenfroh. Jedoch passiert es leicht, dass man ab und zu den Überblick verliert, da mit zunehmender Geschwindigkeit alles verschwimmt und ein wahres Meer aus unterschiedlichen Farben und Formen entsteht. Der dafür verantwortliche Motion-Blur-Effekt macht sich vor allem bei Aktivierung des Nitro-Boosts bemerkbar. Der Sound der Boliden ist zwar gelungen, aber dennoch vermisst man irgendwie das letzte Quäntchen Power, was dafür verantwortlich ist, dass es einen eben nicht ganz aus dem Sessel haut. Mehr Wumms hätte man den Karren schon verpassen sollen.
Als absolut genial kann man hingegen den Soundtrack bezeichnen, an dem sowohl bekannte Artisten als auch echte Newcomer mitgewirkt haben. Die meisten Songs des größtenteils auf Rock und HipHop ausgelegten Soundtracks sind richtige Ohrwürmer und haben echtes Hit-Potential. Metalrocker Rob Zombie und die Band Static-X sind hier zweifelsohne mit den gelungensten Kompositionen ihrer bisherigen Karriere vertreten. Was an Need for Speed; Underground ewig ein Rätsel bleiben wird, ist das Fehlen eines Netzwerk-Modus. Ja, richtig gehört ! Was zur heutigen Zeit selbst in drittklassigen Spielen zur Selbstverständlichkeit geworden ist, hat nicht den Weg ins Spiel gefunden. Da kann man nur hoffen, dass Electronic Arts ein Einsehen hat und dem Spiel doch noch einen lauffähigen LAN-Modus spendiert. Ebenfalls idiotisch ist die Tatsache, dass der Käufer, der schon genug Geld für sein Exemplar ausgegeben hat, gezwungen ist sofern er denn online spielen will - ein Update herunterzuladen.
Need for Speed: Underground im Test.
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