Gesamtwertung61%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegAusreichend |
BedienungBefriedigend |
Mühsamer Start
Von Anfang an wird klar, dass die Entwickler ihr Augenmerk auf einen guten Multiplayer-Part hatten, aber nicht unbedingt ein gutes Singleplayer-Spiel abliefern wollten. Unliebevoll gestaltete Einsatzbesprechungen flackern über den Bildschirm. Leider komplett ohne Sprachausgabe.
Die erste Mission beginnt damit, dass man eigentlich mit John Dobbs eine kleine Trainingseinheit im GAT-Hauptquartier absolvieren muss. Bevor er aber den Hindernis-Parcour erreicht, wird das Quartier von Syndikat-Mitgliedern gestürmt. Ehe man sich versieht befindet sich Johnny-Boy, bewaffnet mit einer Pistole und 17 Schuss, mitten im Schlamassel. Schon an der ersten Mission beißt man sich stellenweise die Zähne aus. Das Fehlen einer Speicher-Funktion sorgt für noch mehr Depressionen des Spielers.
Wer nach großen Anstrengungen diese Mission gemeistert hat, darf sich auf 11 weitere Missionen freuen, die natürlich nicht leichter sind. Dabei muss sich unser Held mit einem Nuklearraketenabschuss, einem Sturmangriff am Hafen oder der Erstürmung einer Pumpstation rumschlagen. Zumindest für Abwechslung ist gesorgt.
Erst jetzt setzt der große Unterschied zu vielen anderen Multiplayer-spielen an. Statt direkt von Anfang an zwischen allen Waffen wählen zu dürfen, hat man als Neueinsteiger nur zwischen ein paar vereinzelten Waffen Auswahl. Die Möglichkeit der Waffenwahl steigt durch das Erfüllen von Aufgaben oder das Besiegen von Gegnern. Je besser man spielt, desto besser Waffen stehen bereit.
Zu unser aller Leid ist die Spielfigur kein Herkules und kann nur 10.000 Gramm an Ausrüstung mit sich rumschleppen. Spieler, die besonders flink durch die Level huschen wollen, müssen somit auf schwere Wummen verzichten, und zu Kleinkalibern greifen. Denn auch in NWO spielt das Gewicht eine entscheidende Rolle, wie schnell man sich fortbewegen kann oder wie lange die Puste unseres Helds anhält.
Mit Abstand am meisten zu schleppen hat man mit der Minigun, die allein schon 8.000 Gramm wiegt. Da bleibt nicht mehr viel Platz für Munition. Der Rest wiegt allerdings weit weniger, ein gut gemischtes Waffenarsenal kann man theoretisch schon mit sich tragen.
Aber was wäre ein Spiel schon ohne anständige Granaten-Auswahl? Deshalb kann man zusätzlich noch Flashbangs, die für einige Sekunden den Gegner blenden, und Frag Granaten, die bei gezieltem Wurf jeden Gegner zu Boden schmettern, zu seiner Ausrüstung hinzufügen.
- Team Deathmatch:
Die wohl bekannteste Variante bei Multiplayer-Spielen. Zwei Teams treten rundenweise gegeneinander an. Eine Runde ist dann für ein Team gewonnen, wenn alle Spieler des gegnerischen Teams ausgeschaltet wurden. Das Team, das am Schluss die meisten Runden für sich entscheiden konnte, hat gewonnen.
- Plant the Bomb:
'Syndikat'-Spieler haben die Aufgabe, an einer bestimmten Stelle der Map, ein Ziel mit Hilfe der Bombe in die Luft zu sprengen. Falls die Bombe explodiert, hat das Syndikat gewonnen. Sollte es den GAT-Spielern jedoch gelingen, die Bombe rechtzeitig zu entschärfen, geht die Runde an GAT.
- Hostage Rescue:
Hier kommt es darauf an, dass das GAT Geiseln, die das Syndikat in ihrer Gewalt hat, zu befreien. Die Syndikat-Spieler müssen die Gegner daran hindern, dass die Geiseln befreit werden.
- Team Escape:
Dem Team, das auf einer von Gegner beherrschten Map eingesperrt ist, muss die Flucht zu einem Ausgang gelingen. Statt diesmal Geiseln zu befreien, rennt ihr um euer eigenes Leben.
- Fallout:
Irgendwo auf der Map wurde eine Atombombe platziert. Das Syndikat muss nun diese Bombe finden und sie scharf machen. Das GAT sollte nach Möglichkeit verhindern , dass das Syndikat in die Nähe der Bombe gelangt. Sollte es dem Gegner trotzdem gelingen, den Sprengkopf scharfzumachen, kann der Countdown zwar vorzeitig gestoppt werden, geht aber bei erneutem Aktivieren von der letzten Zahl ausgehend wieder weiter. Stoppen die GAT-Spieler also den Countdown 1 Sekunde vor Explosion, müssen die Syndikat-Spieler nur noch 1 Sekunde lang die Bombe bei erneutem Anschalten verteidigen, bevor sie explodiert.
Die meisten Modi sind schon aus dem Genreprimus Counter-Strike bekannt, die aber von 'Fallout' alle noch getoppt werden. Der wohl beste Modus des ganzen Multiplayer-Parts.
Geiseln lieben es, an Ecken hängen zu bleiben oder vor Leitern stehen zu bleiben, ohne diese aber benutzen zu wollen. Höhenangst oder schlampiges Programmieren? Aber nicht nur bei Geiseln ist dies der Fall. Anscheinend mag es die KI allgemein, gegen Ecken zu rennen. Zum Beispiel kann man schon im ersten Level zwei Gegner, die hinter einem größeren Loch in der Wand stehen, problemlos ausschalten, indem man aus der Deckung heraus auf sie schießt. Sie versuchen zwar, durch das Loch hinauszuspringen, um einem paar Kugeln zu verpassen, scheitern jedoch daran, durch das Loch zu kommen. Resultat ist unkoordiniertes Rumzucken der Gegner.
Besonders ärgerlich ist es auch, wenn man bei dem Versuch, eine Topfpflanze zu überspringen, an selbiger hängen bleibt. Dies endete damit, dass unser Held zum Antiheld wird und an einer Pflanze scheitert, da er keinen Schritt mehr nach vorne oder hinten mehr machen kann. Aber vielleicht handelte es sich dabei auch nur um ein besonders kräftiges Exemplar der Venusfliegenfalle.
Grafik und andere hardwarefressende Features
Zugegeben, im Vergleich zu manchen Top-Spielen kann die Grafik zwar nicht mithalten, aber gerade im direkten Vergleich zu Counter-Strike, macht die Grafik eine hervorragende Figur. Schattenwürfe, detailreiche Spielfiguren oder bloß Graffities und Plakatüberreste an Wänden geben dem Spiel das besondere Feeling an Realismus. Hinzu kommt die Physik. Bei Schüssen auf die Wand rieselt zum Beispiel Schutt und feiner Staub aus den Einschusslöchern. Eine Salve auf ein parkendes Auto ruft den aus Filmen bekannten Effekt vor, dass sich der Lack um das Einschussloch herum ablöst.
Selbst die Sterbeanimationen sind so liebevoll gestaltet, wie alle Animationen in Counter-Strike zusammen. Sterbende Gegner heben ein letztes Mal theatralisch ihren Oberkörper oder auch nur ihre Hand.
Aber jetzt zur Kehrseite der Medaille. Falls man das Spiel genießen will, sollte man im Besitz eines neueren Prozessor mit 512 MB RAM und einer aktuellen Grafikkarte sein. Alternative wäre ein Minimieren der Details, wodurch allerdings die Qualitäten, die das Spiel so besonders machen, verloren gehen würden.
Zudem kann es zu Problemen mit veralteten Hardware-Treibern kommen. Zum Beispiel Soundprobleme bei einer Soundblaster Audigy, für die nicht die neusten Treiber installiert wurden. Wer keine entsprechende Möglichkeiten hat, die Treiber zu aktualisieren, sollte bei dem Spiel nicht zugreifen.
Ein unmenschlich schwerer Singleplayer Modus, Clippingfehler en masse, unverschämt hohe Hardwareanforderungen, monotone Maps und ein durchschnittliches Waffenarsenal.
Das sind die Fakten zu New World Order, dem Spiel aus schwedischen Gefilden, das lange Zeit ebenso wie Global Operations und Team Factor als potenzieller CS-Killer gehandelt wurde. Lassen wir die oben genannten fetten Minuspunkte weg, kann New World Order selbst im Mutliplayer Modus nicht mit dem Half-Life Mod mithalten, da der Netcode stellenweise schlichtweg lachhaft ist.
New World Order sollte schnellstens gepatched werden, aber selbst Patches werden nicht mehr helfen, denn aus dem potenziellen Killer ist ein Opfer geworden.
Tauche ein in die Welt der Stars und bring Deine Fans auf der Bühne zum kochen. Neben Ruhm winkt einer der Megapreise im Gewinnspiel! zum Spiel...
New World Order im Test.
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