NFS: Porsche

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Electronic Arts
Entwickler
Electronic Arts
Erscheinungsdatum
-
Genre
Racing
USK
6
NFS: Porsche [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

58%/10

Grafik

Mangelhaft

Sound

Mangelhaft

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Befriedigend

NFS: Porsche

Die findigen Entwickler, Designer, Schreibtischsklaven und Geschäftsleute von EA Games haben es einmal wieder geschafft: Sie haben eine neue Einnahmequelle entdeckt, mit der sie die Gunst der Spielefanatiker weltweit auf eine neue Probe stellen können.

EA Games hat anscheinend so wenig Geld für die Entwicklung neuer Spiele, dass sie ein drei Jahre altes Spiel, in diesem Fall Need for Speed Porsche, samt eines Soundtracks, umgeben von einer schicken Blechhülle, für stolze 30 Euro verkaufen müssen – komisch nur, dass ich jedes Vierteljahr von neuen Rekordumsätzen selbiger Firma hören muss.

Es kommt noch schlimmer: Fans der „Need for Speed“-Reihe werden neben fehlenden Grafik- und Soundupdates auch keine Veränderungen im Fahrverhalten finden – alles halb so schlimm, wenn das Spiel nicht so übermäßig viel Geld kosten würde und stolze drei Jahre alt wäre. Wenn eine solche Vorgehensweise zu EA’s neuen Gewohnheiten werden sollte, dann gute Nacht!

Auch ein solcher Racheakt gegenüber allen update-hungrigen Spielern hat natürlich seine Ursachen. Einerseits feiert der 911’er seinen vierzigsten Geburtstag.

Andererseits versucht die Firma Electronic Arts, die oben angesprochenen Rekordumsätze erneut zu übertreffen.

Nach dem Prinzip der Kausalität lassen sich - beruhend auf diesen Ursachen - bestimmte Wirkungen festhalten.

Sowohl Grafik als auch Sound, man kann beides unter dem Begriff Technik zusammen fassen, sind eine Frechheit und lassen mich als pingeligen Spieletester resigniert in eine Art Vorruhestands-stimmung verfallen.

Schlimmer noch: Die Grafikengine von NFS: Porsche hat akute Probleme bei der Darstellung von Textelementen, das macht sich besonders im Hauptmenü deutlich bemerkbar.

Ich persönlich war der Meinung, dass dieses ein Problem uralter VGA-Grafikkarten war, womit man Computerspiele noch im MSDOS-Modus starten musste, lasse mich aber angesichts dessen eines besseren belehren.

Nachdem der bisherige Test eher komödiantische Ausmaße angenommen hat, müsst ihr in den nächsten Zeilen und Absätzen die kalte Objektivität eines frustrierten Spieletesters über euch ergehen lassen.Neben dem Arcademodus und der geschichsträchtigen Gallerie, in der ihr alle Autos der Firma Porsche bewundern könnt, gibt es auch die Möglichkeit, ein Rennfahrerleben im Karrieremodus zu beginnen oder gleich bei den Stuttgartern als Werksfahrer anzuheuern.

Im Karrieremodus, genannt „Evolution“, beginnt ihr mit 11.000 Geldeinheiten. Davon müsst ihr euch gleich einen Porsche 356 kaufen, um die ersten Rennen bestreiten zu können.

Einziges Problem: Der 356’er hat bergab eine Spitzengeschwindigkeit von 120 Kilometer pro Stunde. Es lässt sich erahnen, dass euer Karriereanfang schnell zu einer langweiligen Sonntagsfahrt mutiert. Wenn ihr diese Spielspaßhürde überwunden habt und euch nach knapp zehn siegreichen Rallyes euren ersten 911’er leisten könnt, kommt – insbesondere zu meiner persönlichen Verwunderung – doch noch Spielspaß auf.

Noch einen Hauch fordernder ist der Werkfsfahrer-Modus. Dort dürft ihr für die Stuttgarter neben Elchtests und Verbesserungen am Fahrwerk auch Auslieferungen an wichtige Kunden tätigen, die das Auto natürlich unbeschadet überstehen muss.

Komisch nur, dass sich die anderen Verkehrsteilnehmer dauerhaft für einen Spurwechsel entscheiden, wenn ich mit meiner wertvollen Ware in die nähe eines KI-Fahrers gelange. Da ich mich über die psychologische Sinnhaltigkeit dieser Harakiriversuche nicht auslassen möchte, bleibt anzumerken, dass der Werksfahrer-Modus ebenfalls Spaß macht.

Um euch auf den Geschmack von NFS: Porsche zu bringen, hat EA-Games dem Spiel noch einen Soundtrack beigelegt. Vertreter der 70’ Jahre sind unter anderem Slade, Free und Janis Joplin. Aus den 80’ Jahren gibt es Queen, David Bowie und Roxette zu hören.

Die 90’ Jahre trumpfen mit Jamiroquai, Billy Idol und Sinead O’Connor auf. Wirklich Schade: Von diesen Hochkarätern ist im eigentlichen Spiel rein gar nichts zu hören. Nur ein freilich demotivierendes Techno-Gedudel soll euch bei Laune halten.

Fazit

NFS: Porsche kann man sehr gut mit Tetris vergleichen, auch wenn der Suchtfaktor deutlich geringer ist: miserable Grafik, schwacher Sound und trotzdem ist dem Ganzen noch ein Quäntchen Spielspaß zu entlocken. Jedoch ist der Preis von 30 Euro für ein drei Jahre altes Spiel schlichtweg eine Frechheit! Trotzdem kann Electronic Arts froh sein, dass ich dem Spiel insgesamt 58 Prozentpunkte gebe und es damit in den Bereich „ausreichend“ hieve.

NFS: Porsche [PC , Justgamers]

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