StS Commander spricht! Ruhe! - Stosstrupp-Steiner.de
Da es keine mörderische Deadline zum Einchecken auf den NGL Finals #1 vom 16.01. bis 18.01.2004 in Berlin gab, wurde die 600 km lange Anreise zu einem entspannten Trip in die deutsche Hauptstadt. Nachdem man die Unterkunft, die leider nicht von der NGL gestellt wurde, bezogen hatte, sollte der Weg zum Alexanderplatz ins Cinestar Cubix erfolgen. Ohne Orientierungsprobleme erreichte man den Austragungsort, den man vermutlich nicht zentraler und besser erreichbar in Berlin platzieren hätte können.
Bereits beim Einchecken offenbarte sich dem Spieler, wie unkompliziert und unbürokratisch Dinge verlaufen können. Spieler- und Teamname reichten aus, um binnen kürzester Zeit seinen mit Bild bestückten Spielerausweis in Händen zu halten, der Tür und Tor öffnete und für allerlei Vergünstigungen genutzt werden konnte. Leider fehlte auf einem Ausweis unseres Teams das Spielerbild, was das NGL Team durch ein schnell gezeichnetes Strichmännchen an passender Stelle auszugleichen verstand. Eine Ähnlichkeit lässt sich jedoch leider bis heute nicht feststellen.
Die Battlefield Delegation des Stosstrupp Steiner
Die Teambesprechung um 20 Uhr sollte bereits zeigen, wie gründlich man sich auf NGL Seite auf die Spieler und ihre Bedürfnisse vorbereitet hatte. Statt der Vorstellung seltsamer Regeln wurde an dieser Stelle darauf Wert gelegt, die einzelnen Ansprechpartner vorzustellen und grundlegende Fragen jedes Spielers zu beantworten. Es wurde eingeräumt, dass TFT Monitore sicher nicht der Traum eines Spielers sind, aber man habe sie vorab getestet und die Geschwindigkeit für gut befunden. Abgesehen von einigen CS-Spielern, die anscheinend ohne eigenen Eindruck bereits ihr Urteil getroffen hatten, wollte sich anschließend jeder von dieser Tatsache überzeugen
Wie sich herausstellte hielten sowohl die Monitore als auch die übrige Hardware, was uns versprochen worden war: Sie trübten den Spielspaß in keiner Weise! Ausbaufähig war die Hardwareausstattung jedoch klar im Bereich der Soundkarte; manch Spieler wünschte sich anstatt der OnBoard-Soundkarte sicherlich seine Sound Blaster Audigy aus dem Heim PC.
Leider verschoben sich bereits am ersten Abend alle Paarungen, was jedoch durch Valves Steam-Technik verschuldet wurde und nicht der NGL zu Last gelegt werden kann.Die Battlefield 1942 Turniere starteten also erst am Samstag um 9 Uhr. Eine Ausnahmegenehmigung zur Öffnung des Kinos für Besucher wäre an dieser Stelle angebracht gewesen, da diese erst ab 14 Uhr die Möglichkeit hatten, die spannenden Spiele zu verfolgen.
Stosstrupp Steiner: Kaum zu schlagen und mit dem dritten Platz zufrieden.
Dass sich unser Gegner vor dem ersten Spiel 30 Minuten länger an den Rechnern für die Finals einspielen konnte, empfanden wir als sehr ärgerlich. Als unsere Plätze endlich frei wurden hätten auch wir gerne diese Zeit gehabt, um uns an der ungewohnten Hardware einspielen zu können. Da jedoch der Zeitplan drängte, bestand diese Möglichkeit leider nicht. Jedoch sollte dann gleiches Recht für beide Teams herrschen!
Die Spiele selbst verliefen wie bereits von anderen Battlefield Events gewohnt fair und in einer familiären Stimmung. Gerade unsere Spiele waren dabei meist sehr knappe Entscheidungen, in denen 1-2 Minuten länger sicherlich den Spielausgang hätten kippen können. Leider blieben diese spannenden und zittrigen Momente des eSports den Besuchern gänzlich verborgen.
Die Coverage im Bereich Battlefield, welches vor Ort im Kinosaal 7 geboten wurde, konnte unser Team im Spiel mouz vs. DkH selbst erleben. Ein derartiges Event in einem Kino mit 300 Plätzen zu erleben war eine ganz neue Erfahrung, die sicherlich auch die zahlreichen Besucher an den beiden Wochenenden in ihren Bann gezogen hat. Trotz des Einsatzes von drei Beamern, welche die die Leinwand mit Spielszenen füllten, stellte sich wenig Freude in diesem Spiel ein. Das Kommentatoren-Duo brachte die spannenden Szenen und gezeigten Taktiken den Zuschauern nicht näher, grundsätzliche Erklärungen zum Spiel fehlten hierbei ebenfalls. Wenn mir als Teamleiter, der das Spielt bestens kennt, solche Dinge fehlen, wie muss dann die Wirkung auf Besucher sein, die mit dem eSport und den einzelnen Spielen nicht weiter vertraut sind?
Bei diesem Problem griff jedoch der Erfolgsgarant der NGL: Das NGL Staff Team.
Jeder Orga war für seinen Bereich qualifiziert und dank der Teambesprechung am Freitagabend war der richtige Ansprechpartner zu jedem Problem bekannt. Die Mitglieder der NGL Staff mussten nicht erst geweckt werden oder stundenlang von anderen gesucht werden. Binnen weniger Minuten war ein Problem oder Anliegen besprochen und die NGL Zahnräder griffen erfolgreich ineinander. So wurde das nächste Battlefield Spiel vom Spielorga kurzerhand selbst kommentiert, der sich dabei von einem meiner Teammitglieder Unterstützung holte.
Verbesserungsbedarf gibt es immer und gerade beim ersten Event sieht man über einige Dinge relativ locker hinweg. Eine Ignorierung der Siegerehrung fällt hierbei leichter als sie zu betrachten, denn die Definition selbiger scheint bei der NGL etwas eigenwillig zu sein. Wer durch die Eindrücke am Wochenende auf eine pompöse Siegerehrung gehofft hatte, wurde leider gänzlich enttäuscht. Ein Interview mit einem Spieler, die Überreichung der Preise und wenige kurze Worte bildeten die gesamte Siegerehrung. Weiterer Negativpunkt der Siegerehrung war der Zeitpunkt, der für Sonntag um 18 Uhr angesetzt war. Für Spieler und Besucher, die wie ich einen weiten Rückweg vor sich hatten, war dies ein sehr später Termin, der das Ausharren vor Ort in keiner Weise entschädigte.
Die Matches gab es via Beamer auf der Leinwand
Jedoch kann auch dies den positiven Gesamteindruck des Wochenendes nicht kippen. Die NGL geht erfreulich selbstkritisch mit gewissen Dingen um und die Wahrheit verfälschende Pressemitteilungen wie die damalige der WWCL, dass alles wunderbar und traumhaft gelaufen sei und meine damalige Kritik sie völlig kalt gelassen habe, wird man bei der NGL sicher vergeblich suchen.
Die NGL Finals brauchen sich also vor der alt eingesessenen WWCL nicht verstecken!Eindrucksvoll haben diese Finals gezeigt, dass eSport in Deutschland eine wachsende Lobby hat und in welchem Rahmen sich solche Veranstaltungen in Zukunft präsentieren können.
Autor: StS Commander
Berlin Es geht auch ohne Trennwände
Ein Jahr kann wohl nicht besser für eSportler beginnen, als dieses. Schließlich fanden an den letzten beiden Wochenenden die NGL Finals in Berlin statt, die mit hohen Erwartungen der Gamer zahlreiche Zocker aus der ganzen Bundesrepublik anlockten. Darunter auch viele Top-Clans wie mouze, Stosstrupp Steiner oder dkh. Wir waren für euch zusammen mit StS Commander vor Ort und schildern euch, warum sich die NGL Finals für Teilnehmer der Turniere als auch für Zuschauer lohnte.
eSport ist in Deutschland ja bekanntlich weniger verbreitet als in den großen Gaming Nationen wie Amerika oder Korea, doch machen einige Veranstalter langsam Schritte in Richtung Besserung. Bereits vor Jahren startete die WWCL als einzige halbwegs professionelle Veranstaltung für Gamer, die auf LANs ihre Punkte verdienen und, sofern genug Punkte für das Team vorhanden waren, zu den WWCL Finals eingeladen wurden, um sich um die hohen Geld- und Sachpreise verdient zu machen. Ein ähnliches System mit vielen Verbesserungen gegenüber der großen Konkurrenz von der WWCL fährt die NGL, die Netzstadt Gaming League.
Die letzten beiden Wochenenden sollten also zeigen, ob sich die Erwartungen an die NGL erfüllt hatten. Ort der Veranstaltung war das Cinestar Cubix am Alexanderplatz, mitten in der Innenstadt von Berlin und gut mit Bus und Bahn erreichbar.
Bereits am Eingang merkte man die lockere und durchweg angenehme Haltung der Orgas, die freundlich und ohne Stress zu machen Teilnehmer und Zuschauer empfingen. Oben im Gamingbereich angekommen, waren wir leicht überrascht: Wie? Keine Trennwände? Da zocken also die großen Clans Deutschlands?. Doch hat ein Kino natürlich keine überaus großen Räume für Veranstaltungen, so dass vor dem Gamingbereich wenig Platz für große Zuschauermengen vorhanden war. Was liegt jedoch näher, als neben dem Gamingbereich gleich ein Kino anzubieten?
In einem mit 300 Plätzen ausgestatteten Kinosaal wurden die Spiele auf zwei kleineren und einem großen Beamer übertragen, jedoch zum Leidwesen des Publikums nie pünktlich. So sollte man meist mit Clanvideos oder ähnlichem bei Laune gehalten werden, was allerdings nicht ganz funktionierte. Nach kurzer Zeit war man bereits von den ewig gleichen Videos genervt, was besonders am ersten Tag, an dem der neue Counter Strike Patch einen Strich durch die Rechnung und den Terminplan der Orgas machte, zu Buche schlug.
Am nächsten Tag, einem ziemlich kalten Samstag, ging es erneut von der Schlafstelle zum Kino, in voller Vorfreude an unseren ersten richtigen Tag inmitten eSport und guter Atmosphäre. Besonders am Samstag war aufgrund der Verzögerungen am Vortag starker Betrieb. Um 9 begannen bereits die ersten Spiele und diese hielten bis spät in die Nacht an. Dies wäre wahrscheinlich ein gutes Programm für das Kino geworden, doch wurde leider übermäßig viel CS gezeigt und wenige spannende Battlefield Matches.
Der Turnierraum ist noch nicht voll
Was wäre jedoch eine Live-Übertragung eines Spiels ohne die passende Moderation? Nichts, und das war auch das Problem. Moderation war da, doch leider fast nie passend. Es schien fast so, als ob niemand wirklich Lust daran hätte. Erst beim letzten Final-Match am Sonntag bei Battlefield 1942 kam etwas Stimmung auf, als StS Deep Slumber sich bereit erklärte, als Co-Moderator neben dem Hauptorga für Battlefield einzuspringen.
So ging also auch der Samstag zu Ende, an dem wir mehr Zeit im Kino verbrachten als je zuvor. Der Sonntag war dagegen etwas entspannter, vermochte doch keiner mehr wirklich viel zu tun. Schließlich begannen einige Clans schon in der Nacht mit dem Feiern und dem schlossen wir uns natürlich an.
Der Sonntag verlief also verhältnismäßig ruhig, denn neben dem angesprochenem Finalmatch auf Midway in Battlefield zwischen DkH und mouzesports gab es nichts Großartiges. Die Siegerehrung war leider auf 18.00 festgesetzt, so dass sie für Leute, die weit reisen mussten, nicht unpassender hätte sein können.
Autor: Lennart Kaiser
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