No One Lives Forever 2

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Fox Interactive
Entwickler
Monolith Productions
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
16
No One Lives Forever 2 [PC , looki.de]

Gesamtwertung

92%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

No One Lives Forever 2

Agent Cate Archer ist zurück, um die Welt vor H.A.R.M., einer teroristischen Vereinigung, zu schützen. Wir haben uns zusammen mit dem weiblichen James Bond auf den Weg gemacht, um die Welt zu retten. Was dabei herauskam, könnt Ihr in unserem Review erfahren!

Irgendwo in China: Eine junge Frau schleicht zwischen den Häusern eines kleinen Dorfes langsam die Strasse hinauf. Um nicht entdeckt zu werden, nutzt sie jedes bisschen Deckung und Schatten, denn ihre Gegner sind durchtrainierte Ninjas. Ganz langsam hat sich die junge Frau an das Ende der Strasse hingearbeitet, doch dann wird sie entdeckt und Chaos bricht aus. Mit Wurfsternen und Schwertern greifen die Ninjas erbarmungslos an, doch die Frau wehrt sich nach allen Regeln der Kampfkunst. Zehn Sekunden später liegen 3 tote Kontrahenten am Boden und die junge Frau macht sich weiter auf den Weg, um ihren Job als Geheimagentin nachzugehen. Sie ist Cate Archer und verkörpert die Hauptrolle in Sierras neuem Spiel No One Lives Forever 2: Agentin in geheimer Mission!

Sie heisst Archer... Cate Archer!

Die smarte und extrem attraktive Agentin Cate Archer, die für den britischen Geheimdienst UNITY arbeitet, ist wieder zurück, um der Terrororganisation H.A.R.M. das Handwerk zu legen.

UNITY hat erfahren, dass der Erzfeind H.A.R.M. sich nach seinem Untergang, an dem Cate Archer im ersten No One Lives Forever Spiel maßgeblich beteiligt war, wieder neu formiert und reorganisiert. Als oberstes Ziel hat sich H.A.R.M. die Ausschaltung unserer Hauptdarstellerin Cate Archer zur Aufgabe gemacht. Und so setzen sie jedes verfügbare Mittel, um Cate habhaft zu werden.

Angelegt ist NOLF 2 wieder in den 60er Jahren, genauer gesagt 1965, zum Höhepunkt des „Kalten Krieges“. Die Welt steht zu dieser Zeit kurz vor ihrer nuklearen Auslöschung durch die Russen oder Amerikaner. Beide Seiten warten nur darauf, den roten Knopf drücken zu dürfen. Somit sind Spannungen unter den Regierungen am besten im Hintergrund und ohne viel Aufsehen zu erledigen. Deshalb bitten die amerikanische Regierung und die Vereinten Nationen den Geheimdienst UNITY dabei zu helfen, die Gefahr, die von H.A.R.M ausgeht, in den Griff zu bekommen. Dieser schickt den besten Agenten los den sie haben und zwar unsere Cate.

Da sich Terroristen aber immer möglichst exotische Orte aussuchen, um die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen, müsst Ihr in die unterschiedlichsten Länder reisen. China, Indien oder die USA sind nur eine kleine Anzahl von Ländern, in denen H.A.R.M. sein Unwesen treibt. In den knapp 40 Singleplayermissionen wird die Story durch in Spielgrafik gehaltene Zwischensequenzen voran getrieben.

Damit der Spieler aber während der Missionen nicht ohne Infos bleibt, liegen oftmals Dokumente und Unterlagen herum. Auch Notizzettel, Tonbänder, Telefonanrufe und Gespräche mit Personen bringen die Story voran. Oftmals muss man sich aber schon einmal das Lachen verkneifen, denn einige der gefunden Informationen sind sehr witzig. In Russland z.B. gibt es viele Dokumente und Schriftstücke zur Anforderung von Toilettenpapier zu finden; selbst die Soldaten unterhalten sich ständig über die Schwierigkeit dieses anzufordern.

Von Bananen und Maschinengewehren

Unsere wackere Heldin verfügt über einen reichhaltigen Fundus an Waffen und Ausrüstungsgegenständen. Gegner müssen nicht unbedingt getötet werden und der Weg der Waffe muss auch nicht immer gewählt werden. Als eine wahrlich nützliche Waffe kann man z.B. eine Banane bezeichnen. Wenn böse Schergen euch verfolgen und bekämpfen wollen, könnt ihr die gelbe Frucht fallen lassen, was dazu führt, dass einer eurer Verfolger darauf ausrutscht und kurz benommen liegen bleibt. Aber auch die Klebebombe, Lach- und das altbewährte Schlafgas tuen ihr übriges. Mit Münzen kann man Wachen von bestimmten Orten weglocken oder sie ablenken. Natürlich kommen aber auch herkömmliche Meinungsvertärker, die Blei spucken, sehr häufig zum Einsatz. Zwar sehen die Feuerwaffen sehr gut aus, dennoch fehlt es ihnen an Details wie Sicherungshebeln oder ähnlichem.

Wie schon im ersten Teil haben sich die Programmierer an der Lithtech Engine bedient. Die Umgebungen wurden mit viel Details, wie herumliegende Flaschen, Blumentöpfe und Bildern an den Wänden designed.

Auch die Modelle der Charaktere und Gegner wurden sehr detailliert angefertigt, was bei den realistisch wirkenden Gesichtszügen und den Hi-Res Texturen auf den Modelloberflächen auffällt.

Während der heissen Gefechte bleiben Patronenhülsen und Einschusslöcher zurück. Dabei wird die Umgebung stark in Mitleidenschaft gezogen. Zerberstende Scheiben und Flaschen, umherfliegende Leuchtspurgeschosse und zahlreiche Explosionen sind nur ein kleiner Fundus der im Spiel vorhandenen Spezialeffekte.

Einen seiner Höhepunkte erreicht das Spiel während eines Kampfes in einem Tornado. Feindliche Ninjas versuchen Cate 'einen Kopf kürzer' zu machen, während Euch zeitgleich Wohnwagen, Autos und Zaunpfähle um die Ohren fliegen. Den Höhepunkt findet dieser Kampf in einem Wohnwagen, der vom Tornado mitgerissen wird. Hier müsst Ihr dann einen der stärkeren Zwischengegner bezwingen, während sich um euch herum der Wohnwagen in seine Bestandteile auflöst und die Kampffläche immer kleiner wird.

Groooooooooooovy

Damit sich der Spieler auch in ein 60er Jahre Szenario hineinversetzt fühlt, dudelt Musik im Stile dieser Zeit aus den Boxen. Als wirklich gut gelungen, kann man die Sprachausgabe bezeichnen. Bei der Synchronisation hat Sierra Wert auf eine gute Vertonung gelegt und professionelle Sprecher engagiert.

NOLF 2 bietet jede Menge Wortwitz, was einem während der eigenen Gespräche oder bei dem Belauschen von Gegnern immer wieder auffällt.

Und sonst?

Agent Archer wird in gewohnter Egoperspektive gesteuert. Dies fällt einem auch sofort leicht; allerdings kann man die Steuerungsoptionen auch seinen eigenen Bedürfnissen anpassen. Eine gute Bedienung ist auch nötig, denn die Feinde sind allesamt ausgeschlafen. Sie rennen nicht einfach ins offene Feuer oder spielen den Helden. Stattdessen gehen sie bei Beschuss in Deckung, versuchen Eure Stellung zu umgehen und rufen nach Verstärkung. Fairerweise müssen die Gegner auch alle ihre Waffen nachladen, wenn die Munition verschossen ist. Dies ist etwas, das bei anderen Shootern oftmals nicht bedacht wird. Ziemlich bitter stossen die langen Ladezeiten auf. So sitzt man mitunter eine Minute oder länger vor dem Bildschirm, um darauf zu warten, das es weiter geht. Aber mit diesem Problem hatte bereits der erste Teil der Serie zu kämpfen.

Im Multiplayerpart ebenfalls originell?

Damit der Mehrspielerpart in NOLF 2 nicht zum langweiligem Deathmatch verkommt, haben die Entwickler einzig einen COOP Modus in das Spiel integriert. Bei diesem spielt man das Einsatzteam, welches Cate Archer, z.B. nach dem Ende der ersten Mission, retten muss. Somit kämpfen verschiedene Recken zusammen gegen KI-Gegner des Spiels.

Mittlerweile ist es ja üblich, dass Spiele mit deutscher Lokalisierung geschnitten werden. Auch NOLF 2 ist eines dieser Spiele, bei dem kein Tropfen Pixelblut fliesst. Wenige Sekunden nach dem Tod eines Gegners löst dieser sich auf und lässt einen Rucksack zurück. Dies wirkt etwas lächerlich, da in bestimmten Missionen Leichen eigentlich beiseite geschafft werden müssen. Somit trägt man also keinen Toten, sondern einen Rucksack durch die Gegend.

Fazit

Mit No One Lives Forever 2 kommt ein Egoshooter der Sonderklasse. Neben jeder Menge Spass und einer gut durchdachten, und zugegeben abgedrehten, Story, kommt auch eine gute Portion Action hinzu. Besonders positiv fällt auf, dass man sich für ein lautes oder lautloses Vorgehen entscheiden kann. Man ist eigentlich nur in einige wenigen Levels dazu gezwungen, tödliche Gewalt einzusetzen.

Besonderes Lob an die Entwickler muss man aufgrund der Soundkulisse aussprechen. Die witzigen Dialoge, die Musik der 60er und die Slapstickeffekte garantieren stundenlang Spaß mit vielen Lacheinlagen. Negativ aufgefallen sind die krassen Entschärfungsmaßnahmen seitens der Entwickler. Es ist wirkt einfach nur albern, wenn man die Rucksäcke seiner getöteten Kontrahenten in ein Versteck tragen muss. Allerdings kann man über diese kleine Schwäche hinwegsehen, da die Gewalt in dem Spiel meiner Meinung nach nicht im Mittelpunkt steht, sondern die gelungene Geschichte! Ebenfalls negativ fiel der Mehrspielerpart auf. Zwar ist die Idee mit dem Rettungsteam sehr gut gemeint, nur leider gibt es im Netz nur knapp 10 Server auf denen gespielt werden kann. Durch das fehlende Deathmatch oder ähnlichen genreüblichen Modi fehlt den Spielern wahrscheinlich der Anreiz! No One Lives Forever 2 kann ich uneingeschränkt jedem empfehlen, der gerne Egoshooter mit tollem Flair und Story spielt. Aber auch Genreneulinge dürften durch den britischen Humor positive Aspekte an diesem Spiel finden.

No One Lives Forever 2 [PC , looki.de]

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