Novasphere 13

Review
Plattform
PC
Vertrieb
bhv Software
Entwickler
Rebelmind
Erscheinungsdatum
-
Genre
RPG
USK
12
Novasphere 13 [PC , looki.de]

Gesamtwertung

76%/10

Grafik

Gut

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Befriedigend

Bedienung

Gut

Novasphere 13

Du hast genug von geheimnisumwobenen Fabeln, brutalen Orks und manaregenerierenden Zaubertränken, stehst aber trotz alledem auf Action-Rollenspiele à la Diablo 2? Dann dürfte für dich Novasphere 13 von Rebell Games durchaus einen Blick Wert sein. Statt Drachen und Goblins müsst ihr euch in diesem Spiel gegen Scharen von Aliens und anderen außerirdischen Wesen zu verteidigen wissen...

Science-Fiction halt

Mal wieder hat es auf der Erde keinen Platz für weiteres Leben, also werden jegliche Menschen, die sich nur das kleinste Vergehen zu Schulden kommen lassen, sofort von Vater Staat in so genannte „Gefängnisraumschiffe“ verfrachtet und ins All abtransportiert. Auf diesen Schiffen wurden riesige künstliche Lebensräume geschaffen, im Spiel „Biosphären“ genannt. Das geht dann auch ein paar Jahre reibungslos vonstatten, aber wie könnte es anders sein.

Aus heiterem Himmel wird das gesamte Raumschiff von ekligen, klebrigen Kreaturen übermannt und besetzt. Nur in wenigen Biosphären konnten sich die Gefangenen einbunkern, und vegetieren dort – eingekreist von Aliens – in Angst und Schrecken vor sich hin... An dieser Stelle springe Ich ins Spiel. Darf ich vorstellen: Wolf, Steel Wolf, meines Zeichens erfahrener Space-Marine auf Schiff 22-B. Mein Auftrag lautet, alles Böse vom Antlitz dieses Raumschiffes zu entfernen. Alleine, versteht sich!

Guten Morgään...

So, da wären wir also. Frisch gestärkt geht’s heute ans Eingemachte. Mein Cheffe steht schon auf der Matte und faselt irgendwas von wichtigen Missionen, Leben retten und so was, das Übliche halt. Das ganze übrigens in hervorragender Sprachausgabe und natürlich in Deutsch. Zum nochmalanhören, habe ich extra mein neues Logbuch mitgenommen und alles aufgezeichnet. Sehr gut, weiter geht’s zum örtlichen Händler mal ein ordentliches Schießprügel. Doch oh Schreck, was sehe ich da? Horrende Preise und dann habe ich laut Verkäufer auch noch zu wenig Wissen und meine Stärke ließe ebenfalls zu wünschen übrig, meinte er. Ich müsse mehr trainieren hat er gesagt. Pfft wenn der wüsste… O.k. egal, begnüge ich mich eben mit meiner Steinschleuder. Der Boss hat gesagt, ich müsse drüben an der Stadtgrenze ins Portal einsteigen und zu den „Hügeln des Todes“ reisen, um dort irgendwelchen Schlappschwänzen aus der Patsche zu helfen. Ganz in Mr. Spok-Manier beame ich mich also mitten ins Unheil.

Ohne Vorwarnung rennen gleich am Anfang schon scharenweise Aliens auf mich zu. Ein paar gezielte Schüsse aus meiner Steinschleuder und die Ungeheuer sind Geschichte. „Das war ja kinderleicht!“ Doch kaum hatte ich das gesagt kam schon ein wesentlich härterer Brocken auf mich zu. Es nennt sich selbst „Flamme“ …mmh sehr einfallsreich. Jedenfalls schießt dieses unermüdlich Feuerbälle auf mich. Ohne auch nur einen Schuss abgefeuert zu haben, muss ich bereits nach zwei Minuten spielen den Löffel abgeben, frustrierend. Sorry Jungs… Ach ne, da bin ich ja schon wieder. Hehe virtuelle Welten haben auch ihre Vorteile. Wäre ich Redakteur bei Justgamers, würde ich die eben genannte Szene als unausgewogenes Leveldesign bezeichnen. Zum Glück bin ich das nicht.

Doch wäre ich Steel Wolf, wenn ich mich von einer solchen Kreatur aufhalten ließe? Ja schon, aber ich probiers jetzt trotzdem noch mal. Mit drei Lebensspritzen, die ich beim Sanitäter gekauft habe, ausgerüstet, steige ich ein weiteres Mal ins Gemetzel ein. So nach dem dritten Ableben komme auch ich dann mal weiter. Überall wo man hinsieht nur Gegner und komisch schwabbelnde Eier, die ich ebenfalls abschießen kann, um darin Energiezellen (Währung in Novasphere) und Waffen zu finden. Doch entweder finde ich ständig Waffen, für die ich noch zu „schlecht“ bin oder welche die keinen Deut besser sind, als meine jetzigen. Hin und wieder lassen Gegner komische Hologramme und „Zauber“ fallen, von denen ich noch nicht erfahren habe, wofür sie gut sind, wie ich sie benutze etc. und außerdem bräuchte ich ein Wissen von 34(!) um diese benutzen zu können. Mein derzeitiger IQ: 15. Entmutigt metzle ich mich durch die riesigen Areale, vier verschiedene Alien-Arten wechseln sich ab, allen voran natürlich die unbesiegbare „Flamme“. Zudem sieht hier das ganze Gebiet gleich aus. Ich sag nur; laaangweilig. Im selben Augenblick, als mir gerade die Augenklappen zufallen wollten, kitzelts mich am ganzen Körper.

Juhuuu ein Level aufgestiegen! Jetzt werde ich viel stärker und geschickter und kann endlich meine gefundenen Waffen und Hologramme ausprobieren und…Och menno, ich darf mich nur auf zwei Gebieten verbessern? O.k., einen Punkt auf Wissen und einen auf Stärke. Jetzt brauche ich nur noch neun Levelaufstiege und schon kann ich meine erste Waffe ausprobieren. Spezialfähigkeiten? Hab ich keine? Was bin ich denn für ein Held? Völlig genervt finde ich mich dann bei einem ersten Teleporter-Pad wieder. Auf diese Art lässt es sich super bequem durch die Levels reisen. So jetzt geht’s zurück in die Stadt. Erstmal bekommt der Boss einen ordentlichen Anschiss, was der mir hier für Aufträge auftischt. Jetzt check ich noch mal die örtlichen Händler durch, doch wie ich erwartet habe, bin ich noch immer zu schlecht, um mir irgendetwas zuzulegen. Meine Motivation steht auf dem Tiefpunkt. Schon fast in Depressionen versunken, klappere ich den letzten Verkäufer ab. Was gibt’s denn da interessantes? Biochips nennen sich die Teile. Mit ihnen sollen, laut Verkäufer, die Fähigkeiten schneller ausgebaut werden. Ich nehme mir mal den leichten Chip des Wissens. Da werde ich schon mal fünf Punkte schlauer. So geht das schon viel schneller.

Nach einem weiteren Ausflug aufs Schlachtfeld, habe ich meinen ersten Quest abgeschlossen. Das gibt mir neben dem Biochip noch mal nen ordentlichen Motivationsschub. Nun hole ich mir eben in der Stadt weitere Aufträge ab, die sich aber mehr oder weniger gleich anhören wie der Erste. Nach und nach kommen immer mehr verschiedene Gegnerarten und Rassen dazu bisher 67 an der Zahl. Mit jedem aufgestiegenen Level verbessere ich meine Fähigkeiten und wachse langsam aber sicher vom Pantoffelhelden zum Weltraumkrieger an. Ich kaufe mir immer neue und noch bessere Waffen. Mein Metzelspaß beginnt langsam aber sicher zu steigen. Voller Elan hangle ich mich von Auftrag zu Auftrag, von Level zu Level. In Gebiet Nummer 38 angelangt, muss ich mal ein kleines Zwischenfazit meines Mammut-Auftrages ziehen:

Wenn ich mich hier etwas genauer umsehe, schaut hier alles, ja selbst ich, schwammig und unscharf aus. Weiter sehe ich, dass die Bewegungen sehr unsauber aussehen. Wenn ich z.B. meinen Marine-Kollegen zuschaue, wundere ich mich über ihre kantige Gehweise, und roboterartigen Bewegungen. Ich sollte mal wieder bei Fielmann vorbeischauen. Was mir sehr gut gefällt, sind die liebevoll aussehenden Schauplätze. Ob jetzt stinkende Kanäle oder ödes Industriegebiet, alles wurde von unseren „Biosphärenarchitekten“ wundervoll detailliert eingerichtet und gestaltet. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass diese Welt nicht mit der bombastisch detailreichen Welt Ancarias, wo ich meine Flitterwochen verbracht habe, mithalten kann. Alles in Allem ist es hier, vom visuellen Standpunkt her betrachtet aber ganz o.k.

Wenn ich schon mal hier im Hauptquartier bin, muss ich ebenfalls noch kurz beim Ohrendoktor vorbei schauen. Mein Problem ist ein stimmungsvoller Soundtrack, der mir wie ein Tinitus die ganze Zeit durch die Ohren hallt. Am Anfang war ich begeistert, es hat mich überhaupt nicht gestört, zur düsteren Science-Fiction-Musik Aliens abzuschlachten. Doch mit der Zeit, so zum Ende meines Auftrags hin, beginnt es mich zu nerven. Und abstellen kann man diese Krankheit bekanntlich nicht. Auch keine Wohltat sind die vielen verschiedenen Spezial-Effekte. Diese komischen Töne beim Treffen eines Gegners oder das nervende Geräusch beim durchwaten von Wasser, nur beim Darandenken jagts mir schon eine Schauer über den Rücken. Wie jedoch anfangs bereits erwähnt, bin ich begeistert über die klaren und authentisch klingenden Stimmen meiner Mitbewohner hier in der Stadt. Ich persönlich bin leider stumm und kriege keinen Laut raus… schade.

Fazit

Man bin ich erschöpft, hatte ich doch gerade den letzten (enorm knackigen) Gegner geplättet und falle nun nach 25 Stunden ununterbrochenen Niederhäckselns todmüde in mein flauschig warmes Helden-Bett. Nach extrem zähem und unmotivierendem Start, ist die ganze Reise doch noch in freudigem Gemetzel beendet worden und hat zum Schluss wieder richtig Spaß gemacht. Dieses Abenteuer wäre jedoch keinesfalls für alle empfehlenswert, denn Helden aus Ancaria oder der Hölle Diablos werden sich hier zu Tode langweilen. Ich finde hier immer die gleichen Gegenstände, immer die gleichen Gegner und immer das gleiche Prozedere wenn ich ein Level aufsteige. Trotzdem, für solche die keine komplizierten Prozedere mit Spezialfähigkeiten und Punkteverteilung bei Levelaufstieg wünschen und zudem eher Gelegenheitsabenteurer sind, denen sei dieses fordernde Abenteuer ans Herz gelegt.

Novasphere 13 [PC , looki.de]

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