Obscure

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Atari
Entwickler
DreamCatcher Interactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Abenteuer
USK
-
Obscure [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Ausreichend

Obscure

So beginnt es

In dem fast schon verträumten Nest namens Leafmore verläuft der Alltag der Bewohner wie in nahezu jeder amerikanischen Vorstadt. Jeder hat ein schickes Häuschen mit Garten und Basektball-Korb über der Garage und die Teenager besuchen brav die ortsansässige Highschool. Doch dort scheinen seltsame Dinge zu passieren. Schon in der Vergangenheit sind ein paar wenige Schüler auf mysteriöse Art und Weise verschwunden und die Lokalpresse hat längst damit begonnen, einige reißerische Theorien zu spinnen. Auch in den letzten Tagen hatten einige der jungen Pauker ein merkwürdiges Gefühl. Plötzlich verschwindet auch noch der beliebte Kenny. Dessen Schwester Shannon und seine Freundin Ashley schlagen nnerhalb der Clique natürlich sofort Alarm. Gemeinsam mit ein paar Jungs wollen sie die Suche nach ihrem Kumpel und Bruder aufnehmen und gleichzeitig dem dunklen Geheimnis der Schule auf den Grund gehen.

Bewährte Gruselkost

Soweit zum Setting der Story, die schon im ersten Augenblick sehr an solche Filme wie 'The Faculty' erinnert. Allgemein findet man in Obscure sehr viele Anleihen; auch an einige berühmte Genrekollegen wie beispielsweise Resident Evil oder Parasite Eve. Doch anstatt eine billige Kopie auf die Festplatte eures PCs zu hauen, präsentiert sich hier ein wirklich eigenständiges Spiel mit einem gekonnten Mix aus bewährten Elementen und neuen Ideen.

So lauft ihr die meiste Zeit in einem Zweierteam durch die verlassenden Gänge und Räume der Schule. Wer letztendlich aktiv wird, liegt dabei gänzlich in eurer Hand. An einem zentralen Treffpunkt stehen sämtliche (bisher gefundenen) Charaktere bereit und können jederzeit in das Zweierteam aufgenommen werden. Da jede Figur bestimmte Vor- und Nachteile hat, sollte man sich also gut überlegen, wer in den nächsten Minuten auf Erkundungstour gehen darf.

Josh beispielsweise sagt euch per Knopfdruck, ob im aktuellen Raum noch etwas zu finden ist und der coole Stan kann Schlösser jeder Art innerhalb weniger Sekunden knacken. Durch diesen Aspekt kommt also durchaus eine gewisse taktische Note mit ins Spiel, die man keineswegs vernachlässigen sollte. Auf Wunsch darf sogar ein Freund die Rolle des zweiten Manns bzw. der zweiten Frau übernehmen. Für den Fall, dass einer der Charaktere während des Abenteuers das Zeitliche segnet, braucht ihr euch nicht vor einem vorzeitigen 'Game Over' zu fürchten. Dieses bekommt ihr erst zu Gesicht, wenn sämtliche Mitglieder der kleinen Gruppe ins Gras gebissen haben. Speichern darf man übrigens zu jeder Zeit – ausreichend Savediscs vorausgesetzt.

Etwas hakelig

Spätestens anhand der Steuerung erkennt man dann leider doch, dass das Spiel ursprünglich für die Konsolenwelt konzipiert wurde. Zwar kommt man mit etwas Übung ganz gut mit ihr zurecht, doch insgesamt ist sie doch eine Spur zu hakelig geraten.

Dies kann vor allem in Verbindung mit der nicht immer optimal gesetzten Kamera zu unnötigen Frusterlebnissen führen. Ansonsten gibt es in dieser Hinsicht nicht viel zu meckern. Die getrennte Menüführung von Items und Waffen ist recht gut gelöst, wenn auch anfangs etwas umständlich. Dennoch hat jedes Teammitglied zu jeder Zeit Zugriff auf die einzelnen Gegenstände, so dass ein schneller Wechsel kein Problem darstellt – ebenso wie der Tausch der aktuell aktiven Spielfigur. Euer Partner wird automatisch von der KI übernommen, die ihre Arbeit in den meisten Fällen recht gut macht. Nur manchmal stellt sie sich etwas ungeschickt an.

So lauft ihr also durch die düsteren Katakomben der Schule, sammelt hilfreiche Energydrinks ein, sucht und findet weitere Hinweise, die euch zum Ursprung der mysteriösen Ereignisse führen und löst so manches kleine Rätsel. Diese sind allesamt recht gut gelungen, sind aber nicht sonderlich tiefgreifend gestaltet worden. Irgendwann kommt es dann so, wie es kommen musste – ihr steht eurem ersten Monster gegenüber. Hier haben die Gehirne der Entwickler die unterschiedlichsten Wesen ausgespuckt, die von eher harmlosen Wadenbeißern bis hin zu gigantischen Monstrositäten reichen. Natürlich seid ihr diesen Viechern nicht wehrlos ausgesetzt. Besonders kräftige Naturen vermöbeln die Ausgeburten der Hölle mit einem treffsicheren Baseballschläger oder greifen auch gerne mal zu einer handlichen Pistole. Doch es gibt eine weitere Schwachstelle dieser Biester, die man konsequent ausnutzen sollte. Helles Licht oder gar Sonnenstrahlen können sie gar nicht abhaben. Also, fix die Handfeuerwaffe samt Klebeband mit einer Taschenlampe kombiniert und die Monster anvisiert. Manchmal reicht es aber auch, die verschmutzen Fenster eines Raumes einzuschlagen, um sich der Kreaturen zu entledigen.

Übermäßig viel Blut werdet ihr übrigens selten zu Gesicht bekommt, da man eher auf Schockmomente gesetzt hat, was auch wirklich gut gelungen ist. Man wird sicher mehr als einmal im Stuhl zusammenzucken, wenn man durch die Hallen der Leafmore High stapft.

Schaurige Atmosphäre

Damit euch auch wirklich die Gänsehaut über den Rücken läuft, hat man für eine entsprechende grafische Präsentation gesorgt. Die Optik von Obscure befindet sich zwar auf leicht überdurchschnittlichem Niveau, kann aber mit einigen kleinen Highlights aufwarten. So sind die Licht- und Schatteneffekte recht gut gelungen und tragen sehr viel zur schaurig-schönen Atmosphäre bei. Manche Texturen sehen jedoch nicht ganz so detailliert aus und auch die Figuren hätten ein paar Polygone mehr vertragen können. Die Cinematics sind prinzipiell gut inszeniert worden, liegen aber qualitativ auch deutlich unter denen der großen Genrekollegen. Beim Sound gibt es dagegen so gut wie gar nichts meckern.

Die Musik passt sich dynamisch dem aktuellen Geschehen an und reicht von panisch angehauchten Klängen bis hin zu seichtem Chorgesang. Hinzu kommen noch einige sehr coole Tracks von solch bekannten Bands wie Sum 41 und den Sportfreunden Stiller. Auch die deutsche Sprachausgabe kann sich hören lassen. Einzig einige seltene Aussetzer gibt es zu bemängeln.

Fazit

Im Vorfeld hatte man eigentlich kaum etwas von Obscure zu hören oder gar zu sehen bekommen. Umso größer und vor allem erfreulicher ist jetzt die Überraschung bei diesem sehr gut gelungenen Versuch, ein Stück vom großen Survival Horror-Kuchen abzuschneiden. Die Atmosphäre ist sehr dicht und schaurig, die kleinen Rätselelemente erfrischend auflockernd und das eingeführte Teamprinzip sorgt für frischen Wind. Ok, die Story ist nicht gerade neu und auch an der Technik kann man sich nicht unbedingt ergötzen. Außerdem ist das Spiel in knapp acht Stunden doch etwas zu schnell am Ende angelangt. In dieser 'kurzen' Zeit wird man jedoch sehr gut unterhalten und euer Herz wird garantierteinige Takte schneller schlagen!

Obscure [PC , Justgamers]

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