Gesamtwertung51%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Lasst uns einmal ein wenig über das Wörter Spielzeit und Umfang sinnieren: Wir alle kennen sie und hassen beide zuweilen, etwa wenn ein Titel künstlich in die Länge gezogen wurde (Painkiller), oder viel zu kurz ist (Max Payne 2), was gerade dann umso ärgerlicher ist, wenn das Produkt an sich eigentlich überzeugen konnte. Doch was ist, wenn das Spiel an sich nicht wirklich gut und der Umfang gerade zu verschwindend knapp ist? Was ist eigentlich kurz? Ist es kurz, gerade einmal drei Stünden am Stück gespielt zu haben, ehe die Credits in geradezu frecher Länge über den Screen rollen (The Stalin Subway 2: Red Veil) und man denken könnte, selbige dauern länger als das gekaufte Spiel an sich? Ja, das ist wirklich verdammt kurz, aber fast immer noch doppelt so lange, wie wir zum Durchspielen des neuesten Ego-Shooters aus dem Hause City Interactive mit dem Namen Operation Blitzsturm benötigten.
Blitzschnell durchgespielt...
Man könnte meinen, der Titel wäre Programm: So schnell er kam, so schnell ist man auch durch und nicht weit davon entfernt, das Stück Software wieder von der Festplatte zu schmeißen.
Wir geben es offenkundig zu: Ja, wir haben uns beeilt und dabei die Taste fürs Sprinten fast bis zum Zenit eingedrückt. Aber wir haben auch jeden Gegner erledigt und dann ist das Ganze mehr als legitim, zumal auch die beinhart linear gehaltenen Level mangels Highlights und Interaktionsmöglichkeiten keine andere Wahl lassen und wir die Zeit für eher selten geschehene Neustarts miteinbezogen haben. Eine Spielzeit von etwas mehr als eineinhalb Stunden ist selbst bei einem mit 20,- Euro Kaufpreis günstig erscheinenden Shooter mit der immer noch soliden Jupiter-Engine zuviel verlangt, selbst 10-, Euro wären es wohl ebenfalls gewesen. Und wir dachten schon, wir hätten uns nach dem überraschenden im Sinne von durchschnittlichen - Terrorist Takedown 2 mehr als verständlich ausgedrückt.
Bitte macht weiter so! Bitte hebt nun noch die Spielzeit an, feilt an der künstlichen Intelligenz und implementiert ernst zu nehmende Sequenzen, seien es nun gerenderte oder in Ingame-Optik gehaltene Szenen.
Zumindest an Letzteres haben sie sich gehalten: Es gibt wirklich ein paar Renderfilmchen auf akzeptablem Niveau und ja, es gibt auch ein paar, sagen wir mal, okaye, Cutscenes in Spielgrafik. Über die Spielzeit haben wir uns ja bereits am Anfang dieses Reviews geäußert, tja, und die künstliche Intelligenz? Hört bitte auf wegen der Jupiter-Engine Assoziationen zu F.E.A.R. zu ziehen, denn nur weil die Optik dort auf dem gleichen Motor basiert, lässt die KI keine Vergleiche zu. Unsere Feinde stehen nicht selten mit dem Rücken zu uns, ziehen sich manchmal in den dämlichsten Momenten zurück, um uns ein bestmögliches Schussfeld zu geben und können auch keine Granaten zurückwerfen.
Blitschnell deinstalliert...
Wenn Ihr schon vergleichen wollt, dann bitte mit den hirnlosen Kreaturen aus Painkiller dort hat es aber immerhin gepasst. Die Story, wenn man sie denn mal so nennen darf, ist erwartungsgemäß Nebensache: Als ausgebildeter MI6-Agent wird man im Jahr 1942 mit dem Fallschirm über Hitler-Deutschland abgeworfen. Insgesamt gilt es, drei ranghohe Offiziere zu eliminieren. Den Ansatz einer Handlung wird man nach den ersten Minuten aber schnell vergessen, denn Blei wiegt schließlich mehr als Luft. Und so ballert man sich wie schon in x-vielen anderen City Interactive-Shootern zuvor mit recht gut klingenden Waffen wie Pistole, Sten, MP, Kar98 und dem Scharfschützengewehr ohne rechte Substanz durch acht Missionen aus dem scheinbar knapp bemessenen Entwicklerbaukasten, um nach drei erledigten Offizieren und geschätzten mehreren Hundert nebenbei abgemurkster Nazi-Pappnasen selbige wurden übrigens mehr schlecht als recht synchronisiert - einen Raketenprototyp in Zeitlupe in die Luft zu jagen. Wirkt so banal, wie es sich spielt.
So hetzt Ihr durch Bunkeranlagen, deutsche Dörfer, Fabriken, Schlösser oder auch mal unterirdische Zellentrakte und werdet vom Rausch nur gelegentlich durch fehlende Schlüssel aufgehalten die Suche danach ist durch das leicht zu durchschauende Leveldesign zu keiner Zeit problematisch. Problematisch ist es allerdings, dass die Multiplayer-Server bisher gähnend leer sind. Ob sich in nächster Zeit großartig ändern wird, darf bezweifelt werden. Kein Wunder: Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag und Domination sind hinlänglich bekannte Spielmodi, die Waffenauswahl eher unspektakulär und mehr Karten wären auch schön gewesen. Die grafische Seite des Spiels ist solide und basiert wie bereits erwähnt auf dem Jupiter-Motor, der immer noch gute Effekte auf den Schirm zaubert, obwohl diese teils direkt aus F.E.A.R. übernommen wurden. Das Charakterdesign ist ordentlich, aber nicht weltbewegend von den Animationen sind wir jedoch eher enttäuscht.
Operation Blitzsturm im Test.
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