Gesamtwertung87%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Im den Zeiten des kalten Krieges, hat es wohl jeder befürchtet. In Operation Flashpoint, der neuen Taktiksimulation von Bohemia Interactive und Codemasters wird es zur brutalen Wirklichkeit. Hartgesottene Kommunisten wollen sich mit den Reformbemühungen Michail Gorbatschow's nicht abfinden und revoltieren. Vorzugsweise nicht in 'Mütterchen Russland', sondern auf einer kleinen Inseln in der Nähe der Amerikanerm bzw. der NATO. Auf einer Nachbarinsel sind aber leider NATO Truppen stationiert, die sofort auf den Plan gerufen werden. So kommt es zum Unausweichlichen: Krieg. Der Spieler verkörpert im Spiel verschiedene Persönlichkeiten, die sich im Laufe des Spieles aber in den Rängen hocharbeiten können. Vier dieser Persönlichkeiten muß der Spieler im Lauf der über 40 Einzelspielermission lebend durch die oft harten und langen Mission geleiten. Ein Neustart wird sehr oft vorkommen, da nur einmal pro Mission gespeichert werden darf. Warum dies nun ausgerechnet in einem derart realistischen Spiel, wie Operation Flashpoint, in dem ein Schuß genüg, um das Zeitliche zu segen, eingebaut wurde, können wohl nur die Designer wissen. Für dieses Problem, existiert jedoch schon ein inoffizieller Cheat.
Der erste Charakter, der direkt von der Truppeneinweisung abkommandiert wird, ist David Armstrong. Er verköpert den normalen MG Soldaten, den 'Mann gegen Mann'-Kampf und die Vermittlung mit dem Widerstand. Die Missionen in denen Special-Forces-Soldaten vorkommen, werde aus der Sicht von James Gastovski gespielt. Der Natur der Sache nach, ist dies meist in der Nacht der Fall, um feindliche Stellungen zu schwächen. Neben einem Kompass hat Gastovsku nur die Sterne um sich zu orientieren. Der Realismus geht nämlich so weit, dass diese astronomisch korrekt platziert sind. Die Missionen in denen Panzer aktiv gesteuert werden, übernimmt Ltn. Robert Hammer.
Obwohl er hinter Zentimeter dickem Stahl sitz, kann auch er gefährlich leben, wenn z.B. zwei T-72 und noch einige Panzerfaustsoldaten einen Hinterhalt geplant haben. Die Hubschrauber und Düsenjetmissionen werden von Sam Nichols übernommen. Am Anfang sind alle vier noch Befehlsempfänger. In den späteren Missionen müssen diese selbst ein Team von bis zu 9 Leuten und/ oder Fahrzeugen steuern und befehligen.
Die Geschichte spielt immer auf Seiten der NATO. Diese wird jedoch in zahlreichen Zwischensequenzen, mit schöner Sprachausgabe, forterzählt. Sie enthält einige Überraschungen und motiviert sehr stark. Da die Zwischensequenzen in der Spielegrafik erzählt werden, sind diese Teilweise sehr lang und wirken nicht aufgesetzt, wie z.B. die Videos in der Command & Conquer Reihe. Auch hier zeigt sich der pure Realismus. So abgedroschen die Geschichte auch klingen mag, so faszinierend ist das gesamte Spiel.
Im Moment könnte der unaufgeklärte Leser noch an ein Echtzeitstrategiespiel denken, von denen es mehr als genug auf dem Markt gibt. Nichts da: Operation Flashpoint: Cold War Crisis ist komplett in 3D gehalten. Dabei ist das ganze nicht in Level eingeteilt, sondern vielmehr levellos. Eigentlich gibt es nur 3 Level im ganzen Spiel: Die 3 Inseln auf denen Operation Flashpoint stattfindet. Die Inseln sind während jeder Mission vollkommen frei begeh- und befahrbar. Gebunden ist man nur an seinen Auftrag und z.B. an feindliche Stellungen oder durch die Befehle seines Vorgesetzten. Wie man letztendlich einen Auftrag aber löst, bleibt dem Spieler allein überlassen. In welche Richtung man läuft, entscheidet man oft selbst.
Hinzu kommt natürlich, dass die gesamte Insel ein Kriegsschauplatz ist. Kommt man von seiner Route ab kann man schnell in eine Aufklärungskompanie oder auf einen starken Panzerverband treffen. Ein Einsatz als Offizier muß daher gut geplant sein. Hat man einen Vorgesetzten sollte man sich ungefähr an seine Anweisungen halten, die, wie alle Kommunikation im Einzel- und Mehrspielermodus per Sprachausgabe im Sprechfunk, erfolgt. Diese Situation zeigt auch, dass der Spieler bei Operation Flashpoint nicht auf einen Shooter, sondern auf ein Taktikspiel im 3D Gewand trifft. Mit wilden Schießübungen oder blinden Stürmen eines Dorfes, erreicht man höchtens, dass die halbe Kompanie nach 2 Minuten tot ist und man selbst mit Glück vielleicht nur einen Beinschuß abbekommen hat und den Rest der Mission kriechen muß. Taktisches Platzieren der eigenen Leute als Kommandant, bzw. kriechen von Deckung zu Deckung als Soldat, sind angesagt. Dabei müssen auch die verschiedene Waffenarten beachtet werden.
Wir der Dorfeingang durch einen Panzer bewacht, ist der Panzerfaustträger gefragt, hört man das Geräuch eines Hind Hubschraubers, sollte der LAW-Soldat in Position gebracht werden. Gerade eben kann es noch ruhig gewesen sein. Eine Minute später hört man einen Schuß und fällt tot um. Unvorsichtiges Vorgehen wird in aller Regel bestraft.
Gleiches gilt, wenn man im Panzer sitzt. Unüberlegtes Fahren führt nur zur Berührung mit einer Mine oder dass man in einen Hinterhalt gerät. Zwar sind Maschinengewehrsoldaten für das Maschinengewehr des eigenen M1 kein Problem. Zwei Panzerfausttreffer hauchen das virtuelle Leben des Spielers aber schnell aus. In diesen Situationen kommt der Simulationsaspekt von Operation Flashpoint voll zum Tragen. Man überlebt keinen Treffer mit einer Handgranate und kann sich mit einem Healthpak heilen. Wenn man Glück hat, schafft man es vielleicht noch schwer verwundet zum nächsten Sanitäter.
Verlassen sollte man sich darauf aber nie. Was aber, wenn der Sanitäter selbst bereits tot ist? Außer dem unangenehmen Aspekt, dass es dann für diese Mission weniger Punkte gibt, und man weniger schenll befördert wird, wird die Mission mit jedem Toten Teammitglieder natürlich auch immer schwerer. Und wenn gerade der Anti-Panzer-Soldat getroffen wird, ist Fantasie oder das Aufheben der Panzerfaust gefragt.
Besonders schön ist, dass man alle umherstehende Fahrzeuge in der Regel benutzen kann. Hubschrauber und Flugzeuge sind seltener vorhanden. In einem Dorf kann aber auch mal ein alter Skoda stehen, den man zur Flucht benutzen kann oder der Dorfeingang wird durch einen Machinengewehrstellung befestigt, in die man selber steigen kann oder die man durch einen Soldaten bemannen lassen kann. Auch die Taktik kann frei gewählt werden. Ob man nun von Norden angreift oder aus dem Wald, ob man nun ein Dorf stürmt oder versucht den Feind durch Panzerbeschuß aus der Reserve zu locken: alles ist möglich. Dieses Feature erhöht bei Operation Flashpoint den Spielspaß ungemein und trägt auch zur Wiederspielbarkeit bei. Auch die zwei Schwierigkeitsgrade helfen dabei. Während man bei dem einen noch feindliche Einheiten ab einer gewissen Entfernung auf der Karte sieht, erkennt man als 'Veteran' dort überhaupt nichts mehr und muß sich anhand der Umgebung orientieren. Fahrzeuge können selber gelenkt werden oder z.B. nur die Kanone eines Panzers bedient werden. Man kann im Laderaum eines Lastwagens sitzen oder Kommandant eines Panzers sein. Die KI übernimmt dann die Steuerung bzw. führt die Befehle aus, die der Spieler als Kommandant dem Fahrer gegeben hat.
Die Missionen sind sehr fordernd, da die KI mit die Beste ist, die ich in einem vergleichbaren Spiel je gesehen habe. Der Computer flieht oder kesselt die Kompanie des Spielers ein, nutzt die verschiedensten Waffen, schlägt Alarm, holt Hilfe und vieles mehr. Wie der Spieler selbst, kann auch die KI alle Fahrzeuge bemannen. Muß man sich z.B. in der Nacht anschleichen, kann man sich unbemerkt an einen Panzer pirschen und diesen nutzen. Macht man zuviel Lärm, wird der Gegner die Panzer im Lager bemannen und der Spieler hat ein großes Problem.
Die KI ist dabei nicht geskriptet, sondern kann sich wirklich KI nennen. Das Verhalten ist nämlich nie gleich, sondern immer auf die jeweilige Situation angepaßt. Das gilt auch für die eigenen Truppen, weswegen eine Mission nie gleich abläuft und jedesmal neu fordernd und vor allem anders ist. Die Soldaten führen die Befehle den Kommandanten (später auch des Spielers) aus und versuchen selbt zu überleben.
Zwar sind einige Missionen, wie z.B. ein plötzlicher Panzerangriff des Feindes geskriptet. Dieses dient aber der Einleitung einer Zwischensequenz, bzw. die Geschichte weiterzuerzählen. Das Missionen unterschiedlich ausgehen können, gibt es an vielen Stellen, zwei Unterschiedliche Folgemissionen. Der grobe Rahmen der Hintergrundgeschichte, wird dadurch aber nicht beeinträchtigt.
Die Grafik ist ordentlich, kann aber nicht sonderlich Akzente setzen. Vielmehr ist die Menge der Polygone und der Detailreichtum der Texturen dahin gehen ausgewählt, um die levellose Spielwelt zu ermöglichen und auch noch flüssige Grafik beim Blick aus einem Helikopter zu ermöglichen. Dabei muß ja bedacht werden, dass alle Aktionen in Echtzeit passieren und von der Engine dargestellt werden müssen. Die Animationen sind sehr flüssig und mit über 50 Bewegungen für jeden Charakter auch sehr abwechslungsreich. Allerdings hätten, z.B. als Auswahl im Grafikmenü, etwas mehr Polygone den Charakteren nicht schlecht getan. Trotzdem sind Gesichter gut zu erkennen. Die Häuser sehen gut aus auch wenn die Texturen nicht sonderlich abwechslungsreich sind und die Architektur der Häuser eher einern viereckigen Baustil hat.
Schön ist auch der Tag & Nachtrhytmus, in dem nicht nur verschiedenen Taktiken, wie das Benutzen von Nachsichtgeräten etc nötig, sondern die auch viel für zur Stimmung beitragen. Dies tun auch die vielen Kommentare vom HQ, das Nutzen der verschiedensten Fahrzeuge etc. Auch die Landschaft ist sehr gut gelungen. Einen derart weiten Blick über die Landschaft hab ich bis jetzt nur bei Gothic gesehen. Nicht gefallen können die Pflanzen und Bäumen. Diese sind nur zweidimensionale Sprites und sehen nicht allzu überzeugend aus, da sie sich vor allem nicht bewegen.
Auch existieren z.B. keine Tiere oder anderes, während man durch die Level streunt. Würde nicht hier und da einmal ein Fahrzeug vorbeikommen oder ein Hubschrauber über die eigenen Köpfe fliegen, würde die Welt vollkommen tot aussehen. Dafür sind Explosionseffekte, Fahrspuren, Rauch- und Mündungsfeuereffekte sehr gelungen.
Die Geräuscheffekte sind ebenfalls vielfältig und überzeugend. Die Sprachausgabe ist zu großen Teilen im Sprechfunk modoliert und hört sich realistisch an. Aber auch die Sprachausgabe in den Zwischensequezen kann überzeugen. Zwar fehlt hier und da mal ein Satz, der als Text angezeigt wird und manchmal ist die Lautstärke etwas sehr gering. Diese kleinen Fehler stören aber kaum. Zu erwähnen wäre, dass, zumindestens in der vorliegenden Collector's Edition die Sprachausgabe nur in Englisch ist. Deutsche Untertexte lassen sich aber hinzuschalten. Musik existiert so gut wie keine, wäre aber auch nur störend, wenn man Befehle des Vorgesetzten verstehen will oder erlauchen möchte, von wo geschossen wird. Dies ist nämlich nicht immer leicht feststellbar, wenn der Gegner in Deckung ist.
Es ist doch Surroundsound aber möglich abzuschätzen, wo der Feind ist oder ob gerade ein BMP anrollt. Besonders in Massenschlachten mit 50 oder mehr Soldaten kann es schnell vorkommen, dass man stirbt und weiß nicht, wer auf einen geschossen hat. In einer solchen Situation hat es dann wieder geärgert, dass man offiziell nur einmal Speichern kann. Das ist aber in keiner Weise negativ zu bewerten, denn Operation Flashpoint besitzt nun einmal einen hohen Grad an Realismus.
Die Figur, das Fahrzeug etc kann jeweils immer aus der Egoperspektive oder aus der 3rd Person Sicht gesteuert werden. Die Steuerung ist dabei intuitiv und sehr einfach. So können z.B. sowohl Hubschrauber, Soldat oder Panzer fast mit der gleichen Tastenbelegung gesteuert werden. Besonders faszinierend war die die freie Beweglichkeit der Kamera. Setzt man z.B. einen Soldaten ans Steuer eines Truppentransporter und steigt selber hinten ein, kann man die Kamera in der 3rd Person Ansicht frei bewegen.
Bewegt man dann die Kamera auf den Boden und schaut während des Fahrens unter dem Lastwagen durch und sieht die Häuser des nächstens Dorfes auf einen zukommen, erkennt man das große Potential der Grafikengine. Einen 'Aha -Effekt' wird der Spieler noch öfters haben.
Was nicht allzu gut gelungen ist, bzw. Gewöhnungsbedürftig ist, ist das Kommandieren von anderen Soldaten. Durch das Befehlsmenü sind einige Knöpfe nacheinander zu drücken, bis ein Befehl gegeben ist. Allerdings kann dies für alle Soldaten im Team gleichzeitig geschehen. Außerdem verhalten sich die Soldaten durch die gute KI sehr selbstständig, so dass nur grobe Befehel zu geben sind.
Die Hardwareanforderungen sind dabei gehoben, aber nicht unmöglich. Erst ab ca. 50-60 Soldaten und einigen Fahrzeugen gleichzeitig, begann das Testsystem, ein 1 Ghz AMD mit 256 MB RAM, zu ruckeln. Eine solche Situation kommt in der Kampagne jedoch nicht vor, sondern kann höchstens mit Hilfe des Editors realisiert werden.
Der Editor wird kostenlos mitgeliefert. Es ist dabei der Gleiche, mit dem die gesamte Kampagne, einschließlich Zwischensequenzen, realisiert wurde. Die Bedienung ist intuitiv und macht viel Spaß. Nach Absolvierung der Kampagne erwischte ich mich ständig dabei mit dem Editor wilde und spaßige Situationen zu basteln und diese dann gleich auszuprobieren. Es gibt auch bereits viele Missionen auf den einschlägigen Fanseiten.
Zur erwähnen ist weiterhin, dass Codemasters jeden Monat kostenlose Addons veröffentlichen will, mit denen neue Missionen, Fahrzeuge, Waffen, Karten und Multiplayerfunktionen veröffentlich werden sollen. So sollen z.B. die bisher einzige Möglichkeit Multiplayerspiele zu absolvieren, nämlich über Gamespy, bald durch einen 'Dedicated Server' erweitert werden.
An den Multiplayer-Varianten Deathmatch, welcher ab irgendwie nicht ganz in das Konzept paßt, da man nur als Soldat agiert, Capture-the-Flag, Cooperation Mode, Hold the City und King of the Hill können bis zu 16 Spieler teilnehmen. Interessant sind dabei z.B. 'Hold the City', bei dem, ähnlich z.B. zu den Multiplayer Varianten von 'Tribes 2' es wichtig ist, welche Position, also z.B. Kommandant oder Scharfschütze, ein Spieler übernimmt.
Zum Eingewöhnen gibt es zwar nur ein kleines Tutorial, dass in die Kampagne eingebunden ist, alle neuen Funktionen werden aber einfach erklärt und der Schwierigkeitsgrad steigt auch linear an. Zusätzlich gibt es 11 Einzelspielermissionen, die jeweils eine andere Spielart repräsentieren und zum Üben sehr gut geeignet sind.
Operation Flashpoint: Cold War Crisis im Test.
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