Gesamtwertung76%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßAusreichend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungGut |
Nach den Luftschlachten der deutschen Ostfront mit IL2:Sturmovik und IL2:Forgotten Battles entführen uns die russischen Entwickler von Maddox Games in den Pazifik, wo Amis und Japaner um die Luftherrschaft ringen. Inwieweit sich Pacific Fighters von seinen Vorgängern unterscheidet, erfahrt Ihr in unserer Review.
Im Dezember 1941 war Schluss mit Lustig als ein groß angelegter Luftangriff der Japaner auf den US-Navy-Stützpunkt Pearl Harbor die halbe US-Flotte versenkte und die USA in den zweiten Weltkrieg zwang. Pech für die Japaner: Die amerikanischen Flugzeugträger befanden sich nicht im Hafen und begannen schon bald mit dem Versuch, die japanische Flotte aufzuspüren und zu zerschlagen.
Denn eigentlich sind es nur 25 unterschiedliche Maschinen, die allerdings mit etlichen verschiedenen baulichen Ausführungen vertreten sind. So gibt es allein von der Zero einem japanischen Jagdflieger ganze zehn verschiedene Vertreter, die aber teilweise unterschiedliches Flugverhalten aufweisen. Hinzu kommen knapp über ein Dutzend weitere Maschinen, die allerdings den KI-Piloten vorbehalten sind.
Zeitintensive MissionenVom Design der Missionen hat Maddox Games seit IL2 leider wenig hinzugelernt. Noch immer fängt jeder Auftrag mit einer äußerst trockenen Einleitung an, anschließend beginnt die eigentliche Mission. Je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad startet man dann entweder mit dem Startprozedere auf einem Flugplatz beziehungsweise einem Flugzeugträger, oder aber mitten in der Luft.
Dann heißt es nur noch, zum Feind zu fliegen und das bedeutet, dass man bis zu zehn Minuten untätig herumsitzt, wenn man den Autopilot und die achtfache Zeitkompression aktiviert, nur um dann ein paar Gegner vom Himmel zu pusten und anschließend wieder eine kleine Ewigkeit zum heimischen Stützpunkt zurückzufliegen und sich dort wieder eine staubtrockene Abschlussbesprechung durchlesen zu dürfen. Wer auf eine Story hofft, wird enttäuscht.
Wer keine Lust auf langwierige Kampagnen hat, könnte zu Einzelmissionen greifen. Könnte deshalb, weil es gerade einmal pro Seite und Waffengattung durchschnittlich vier Missionen gibt und die handeln fast ausschließlich von Lande- und Startprozeduren auf Flugzeugträgern. Gerade einmal ein halbes Dutzend Missionen sorgen für ein wenig Action: Der Angriff auf Pearl Harbor und die Schlacht um Midway. Schade nur, dass sich gerade einmal eine handvoll Flieger an den Angriffen beteiligen. Und so richtig peinlich: Statt amerikanischer Schlachtschiffe dümpeln ein paar britische Pötte der King George V-Klasse am Hafenkai von Pearl Harbor. Alternativ zu den Einzelmissionen kann man sich über den Schnellstarteditor eine Luftschlacht oder über den erweiterten und wenig anwenderfreundlichen Missionseditor komplette Missionen und Kampagnen erstellen.
Auch der Sound ist erstklassig geblieben. Funksprüche der Piloten, das Rattern der Bord-MGs und -Kanonen, das Brummen der Motoren bzw. das Rumpeln der selbigen bei Defekten und letztendlich das wuchtige Dröhnen beim Aufschlag der Maschinen, nachdem die abgeschossen wurde, verleihen Pacific Fighters eine überzeugende Akustik.
Das wohl größte Problem von Pacific Fighters ist die regelmäßig aussetzende KI der Piloten merkbar daran, dass sie zu oft abstürzen, sich beim Landemanöver irgendwo hineinstürzen, Jagdflieger in Luftkämpfen dumpf in dichter Formation weiterfliegen anstatt die Formation zu brechen und in den Luftkampf zu gehen und einfach schlichtweg Wegpunkte oder Gegner ignorieren. Da der erste Patch mit allerhand Fehlerkorrekturen und neuen Schiffen und steu´erbaren Fliegern bereits angekündigt ist, darf gehofft werden, dass auch diese Missstände bald der Vergangenheit angehören.
Pacific Fighters steht als Vollpreis-Spiel im Regal und so verwundert es doch gar sehr, dass man bei der Installation gefragt wird, ob man Pacific Fighters nicht doch gerne als ADD-ON auf eine bestehende IL2:Forgotten Battles und dem IL2:Ace Expension Pack-Addon draufinstallieren oder den Simulator doch lieber als eigenständiges Produkt installieren will. Aber als was soll man nun Pacific Fighters ansehen? Eigenständiges Vollpreisprodukt oder doch nur ein leicht überteuertes Stand-Alone-Addon? Unterschiedliche Preise und unterschiedliche Anspruchssetzungen würden hier halt auch zu unterschiedlichen Wertungen führen. Wir haben uns entschieden, Pacific Fighters als eigenständiges Spiel anzusehen.
Ich bin irgendwie enttäuscht, denn geändert hat sich bei Pacific Fighters eigentlich nichts, außer, dass man jetzt statt in einer Me-109 nun in einer Zero hockt und statt über die russische Steppe nun über den Pazifik fliegt. Die gleichen langweilen Missionspräsentationen, die gleichen minutenlangen Anflüge, die gleichen einschläfernden Abschlussbesprechungen. Ansonsten aber kann man als Flugfanatiker und Hardcore-Pilot sein persönliches Mekka finden. Dennoch kann ich nur hoffen, dass für den nächsten Flugsimulator von Maddox endlich einmal eine Art Story zur Motivationssteigerung vorgesehen ist, denn auf Dauer wirds einfach nur langweilig.
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