Gesamtwertung82%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Was passiert nach einem tödlichen Autounfall? Richtig! War man lieb auf Erden, schwebt man mit Engelsflügeln in den Himmel, hatte man etwas auf dem Kerbholz oder haben die Mächte der Ewigkeit für einen selbst einen anderen Plan, dann landet der arme Mensch in der Zwischenwelt von Hölle und Himmel. So ergeht es auch Daniel Garner, der zudem auch noch mitten in einen erbitterten Krieg zwischen den Dämonen aus der Hölle und den immer lieben Engeln der Himmelspforte gerät. Soweit so gut, als braver Gläubiger kann man es natürlich nicht zulassen, dass Lucifers Armeen, angeführt von vier blutrünstigen Generälen, den Himmel stürmen und macht sich, zunächst bewaffnet mit einer Armbrust, auf, die zahlreichen Dämonen zurück in die Hölle zu befördern. Whow, sonderlich innovativ, aber eigentlich auch egal, denn die Hintergrundgeschichte interessiert bei Painkiller niemanden. Während man in jeweils sechs Leveln in fünf Abschnitten auf der Suche nach den bösen Generälen ist, setzt die Erzählung einer Hintergrundgeschichte komplett aus. Die jeweiligen Level in Painkiller könnten auch per Zufallsgenerator aneinander gereit werden niemand würde es merken.
Aber, nun ja, wen stört dies, wenn die Level nicht nur derart genial aussehen wie in Painkiller, sondern auch noch so viel Spaß beim Spielen bringen? Da läuft man durch atemberaubend designte Kirchen, U-Bahn Stationen oder auch Militäranlangen und erkennt dabei die Liebe der Designer zum Detail. Mehr als einmal fragt man sich, wie eine derart große Masse an unterschiedlichen, aber trotzdem hochklassigen Texturen Einzug in ein Spiel finden kann. Auch die Animationen der Unmengen an unterschiedlichen Gegnern, von Damönen bis Panzern, sind von hoher Qualität, sowohl wenn man angegriffen wird, als auch, wenn diese auf dein eigenen Beschuss reagieren oder getroffen werden.
Da baumelt schon einmal ein Gegner, von einem großen Flok getroffen an der Wand und hängt aufgespießt an der Wand vor uns oder fliegt zerfetzt von unsere Schrotflinte durch den halben Raum. Obwohl in der deutschen Version keine Körperteile abgetrennt werden können, entstehen immer noch geniale Sterbeanimationen und ist eine USK 18 Einschätzung mehr als gerechtfertigt. Die prächtige Grafik geht nämlich komplett einher mit der fantastischen Physikengine, die selten derart perfekt in einem Egoshooter umgesetzt wurde, wie es die Entwickler in Painkiller getan haben. Stellenweise wird die Physikengine nicht nur für gelungenes Ragdoll-Verhalten eingesetzt, sondern hat eine spielerische Komponente, um an Secrets zu kommen oder im Level fortzuschreiten.
Da wirbeln Einzelteile von zerstörten Objekten hundertfach durch den Raum, drehen Gegner, nach dem Beschuss aus der Schrotflinte, elegant Loopings in der Luft bevor sie ächtzend zu Boden fallen, explodieren Fässer realistisch nacheinander oder purzeln physikalisch korrekt eine Treppe herunter.
Richtig ins Staunen kommt man spätestens bei einigen Endgegnern, die sogar ganze Gebäudeteile zum Einsturz bringen, woraufhin einem riesge Säulenkonstruktionen in Einzelteilen um den Kopf sausen.
Wer jetzt ahnt, dass Painkiller kein normaler Shooter ist, der das Genre voranbringen will und neue Gameplayfeatures integriert... der hat Recht! Painkiller verzichtet komplett auf Schleicheinlagen, RPG Elemente, Unterhaltungen oder Taktik. Ballern pur zählt, und die Unmengen an Gegnern verstehen auch keine andere Sprache, als die abgefeuerte Munition aus unseren fünf unterschiedlichen jeweils mit zwei Feuermodi ausgerüsteten Schießprügeln. Trotzdem bringen die Level, nicht nur durch die optisch Pracht, ein Heidenspaß. People can fly hat nämlich die Gradwanderung geschafft, eine genau abgestimmte Menge Gegner auf den Spieler loszulassen und dabei niemals den Nervfaktor, der beispielsweise beim Konkurrenten Will Rock durch kaum enden wollende Gegnerhorden enstand, zu überschreiten.
Ja klar, Painkiller ist fast streng linear und ja, es könnte einige nerven, dass die Level sehr abgeschottet voneinander sind, das ständig hinter dem Spieler Türen zugehen und man nicht zurück kann in ältere Levelabschnitte. Betrachtet man Painkiller aber als das, was es sein soll, nämliche einen reinen Funshooter, stören diese Tatsachen kaum.Eine kleine taktische Komponente haben People can fly jedoch ins Spiel eingebaut. Ab dem zweiten Schwierigkeitsgrad kann man durch das Lösen von Aufgaben in einem Level Tarotkarten freischalten. Die Aufgaben sind beispielsweise alle Geheimbereiche zu finden oder nur eine einzige Waffe im Level zu verwenden. Mit genügend Gold, das ebenfalls in den Level durch das Zerstören von Objekten zum Vorschein tritt und aufgesammelt werden muss, werden die Karten aktiviert und dadurch Boni, wie eine bessere Verteidigung, vermehrte Munition in Munitionskisten, einen höheren Schadenswert der Waffen oder auch die Möglichkeit, dass sich die Gegner gegenseitig bekämpfen, ermöglicht. Eine weitere Abwechslung in den Leveln bringt die Tatsache, dass erlegte Gegner ihre Seelen in der besagten Zwischenwelt zurücklassen jedoch nur für ein kurze Zeitspann: Diese aufzusammeln und nicht einfach zu ignorieren, bringt zweifachen Vorteil: jede Seele gibt einen kleinen Bonus auf die Gesundheit und eine bestimmte gesammelte Menge an Seelen versetzt euch in einen Dämonenmodus, in dem nicht nur die Zeit für alle anderen Gegner verlangsamt ist, sondern die eigene Waffe auch extrem viel Schaden macht. Übrigens haben alle Gegner unterschiedliche Verhaltensweisen, sind entweder Fern- oder Nahkämpfer, reagieren unterschiedlich auf die verschiedenen Arten von Waffen und sind auch ansonsten sehr abwechslungsreich desigend und animiert.
Als etwas nervig stellte sich hingegen das Suchen und vor allem Erreichen der zahlreichen Geheimräume und heiligen Gegenstände heraus.
Da diese zum Lösen des Spieles nicht notwendig sind, befriedigt das Finden lediglich das eigene Ego, zieht das Spiel in die Länge und ist hin und wieder für ein paar Goodies gut. Schlecht ist die Idee nicht, wären die meisten Secrets nicht nur mit extrem schwierigen Sprüngen, verbunden mit Bunnyhopping und viel Glück zu erreichen. Wer also nicht gerne in unendlichen Quicksaveorgien versucht alle Secrets aufzuspüren und zu erreichen, ignoriert diese getrost und hat trotzdem Spaß am Spiel. Apropos Qicksave: Es ist zwar vorhanden, wird durch die fair verteilten Speicherpunkte aber nur selten gebraucht.
Gut gelungen sind auch die ingesamt fünf großen Endgegner. Diese sind nicht nur die vielleicht größten Gegner, die es jemals in einem Computerspiel gab, sie erfordern sogar verschiedenen Taktiken, um besiegt zu werden. Es gilt nämlich deren Schwachstellen herauszufinden und im richtigen Moment auszunutzen.
Dabei sind diese mit sehr gelungen Animationen und Spezialeffekten ausgestattet und werden mächtig Eindruck auf den Spieler ausüben. Auch an den in heutigen Shootern so wichtigen Mehrspielermodus hat People can fly natürlich gedacht und sich dabei strikt an das Credo des gesamten Spieles gehalten: Spaß haben pur ohne viel nachzudenken. So sind auch die Mehrspielermodi allesamt sehr schnell und erinnern an alte Quake -Zeiten. Wer sich beispielsweise in einem Quake 3 Arena wohlfühlt, wird am Mehrspielermodus von Painkiller gefallen finden, wer jedoch eher die taktische Komponente und die Spielgeschwindigkeit eines Battlefield 1942 schätzt oder gewöhnt ist, wird mit dem Mehrspielermodus von Painkiller und den doch sehr kleinen, dafür schnellen Karten, eventuell überfordert sein oder schnell die Lust am ständigen Sterben gegen Quake-Veteranen verlieren. Sogar seinem eigenen Firmennamen bleibt man treu, weswegen im Modus People can fly nur Treffer zählen, die in der Luft erfolgten. Neben dem Modus Voosh, der jedem Spieler zu jedem Zeitpunkt die gleiche Waffe gibt, existiert zudem nur noch ein Team-Deathmatchmodus. Gerade auch durch die begrenzte Anzahl an Karten, nicht unbedingt ein Überlebenskriterium für einen Mehrspielermodus in der heutigen Zeit.
Sowohl im Mehrspielermodus, als auch im Einzelspieler sorgen harte aber gelungene Heavymetalklänge für die entsprechend perfekte Atmosphäre im Spiel. Dabei geht die Musik nie auf den Nerv, im Gegenteil, da sie sich der Spielsituation anpaßt, unterstützt sie, kombiniert mit den Soundeffekten, genau die Atmosphäre, die Painkiller ausstrahlen will, nämlich Fun pur kombiniert mit Momenten, in denen Unmengen an Adrenalin durch den eigenen Körper freigesetzt werden.
Painkiller im Test.
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