Gesamtwertung65%/10 |
GrafikBefriedigend SoundBefriedigend |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungSehr gut |
Ursprünglich vom kleinen Studio Mindware als Fanprojekt für den blutrünstigen Ego-Shooter Painkiller gestartet, kündigten JoWood und DreamCatcher im Juli diesen Jahres die Entwicklung von Painkiller: Overdose an. Da die beiden Unternehmen schon von Anfang an vom Projekt begeistert waren, entschied sich der österreichische Publisher die Entwickler technisch und finanziell so weit zu unterstützen, dass sie ein marktreifes Produkt zu Ende entwickeln können. Und nun liegt es auf unseren Tisch beziehungsweise steht in den Händlerregalen.
Bereit für echte Schmerzen?
Marktreif ist es abgesehen von seltenen Abstürzen und kleineren Soundbugs auch geworden. Aber was bietet Painkiller: Overdose überhaupt? Eine Story? Ja, wenn man das Fünkchen Handlung überhaupt als Story bezeichnen kann: Als verstoßener Sprössling des Teufels höchstpersönlich und eines weiblichen Engels bahnt sich der Spieler als Halbdämon Belial seinen blutigen Weg bis zum angestrebten Höllenausgang.
Nach dem Original und dem Addon Battle out of Hell übernimmt man also erstmals nicht die Kontrolle über Daniel Garner. Am Gameplay hat sich derweilen nichts geändert. Painkiller-Fans wird es also freuen, dass sie nach wie vor Level für Level nichts weiter mitbringen müssen, als ein gutes Händchen zum Zielen und einen dauerklick-resistenten Zeigefinger.
Addon-typisch offenbart Overdose seinen Reiz lediglich in den neuen Umgebungen, die mit gewohnt massig Feinden sowie frischen oder modifzierten Schießprügeln aufwarten. Gerade bei letzterem hat man sich sowohl beim primären, als auch sekundären Modus augenscheinlich viel Gedanken gemacht: Sämtliche bereits bekannte Waffen wurden nicht nur optisch, sondern auch funktionell überarbeitet. Die doppelläufige Schrotflinte versteinert statt vereist nun ankommende Gegnerwellen.
Anstatt ein Projektil abzufeuern, verschießt die beliebte Armbrust nun mehrere Pfeile und Granaten. Neu ist auch das Design des Pürierstabes, der nun mehr eine Art Pürierwürfel ist hier blieben die Funktionen jedoch unverändert. Die Minigun des Originals wurde nun zu einem dreifach ballernden Raketenwerfer mit MG-Sekundärmodus umfunktioniert.
Absolut frisch ist der abgetrennte Dämonenkopf, der im ersten Feuermodus einen gebündelten Strahl verschießt und im sekundären Modus einen markerschütternden Schrei ablässt, der gleich mehrere Gegner in einer Reihe ins Nirvana schicken kann. Ebenfalls neu im Sortiment sind auch die giftige Biogun und organische C4-Sprengsätze, wohingegen die aus dem Hauptprogramm bekannte Elektrowaffe weichen musste. Hinsichtlich der unendlich erscheinenden Gegnerwellen und Umgebungen hat man nicht nur Abwechslungsreichtum, sondern auch teils derb kranke Ideen walten lassen.
Der Blick auf das Repertoire an brandneuen Feinden erscheint endlos: Dämonische Hühner (!), Giftmüll-Aktivisten, mutierte Sprayer und Gesetzeshüter, im Rollstuhl sitzende Kriegsveteranen, gestählte Mafiosi, fette Metzger, Prostituierte, kleine Mädchen, Geishas, genmanipulierte Experimente auf Bahren, gefährliche Androiden und noch so viele mehr wollen über den Jordan gebracht werden.
Gegnervariation vom anderen Stern...
Dennoch geben sich auch bereits bekannte Gegner wie die lahmen Zombies, die Samurai oder die teuflischen Clowns die Klinke in die Hand. Pussi-Kompromisse werden deswegen dennoch nicht gemacht außer in der deutschen Version, die unter anderem erledigte Widersacher nicht zerplatzen lässt.
In der unzensierten Fassung gibt es dagegen wieder Painkiller-typisch Blutwasserfälle am laufenden Band und nettes Körperteil-Raten im Puzzle-Stil. Optisch hat sich im Vergleich zum mittlerweile drei Jahre alten Original nicht viel getan: Nach wie vor sind die Effekte solide, auch von der Physik wird reger Gebrauch gemacht. Nicht mehr zeitgemäß sind allerdings die teils verwaschenen Texturen und insgesamt polygonarmen, aber immerhin originellen Feinde. Warum aber um alles in der Welt solche Ladezeiten zustande kommen, ist uns kein Begriff. Selbst beim Schnellladen muss man auch mit einem Toprechner sinnlos verstreichende Sekunden in Kauf nehmen, das normale Laden der nächsten Mission dauert gar noch länger.
Unverständlicherweise schaufelten die Vorgänger den Ladebalken irgendwie wesentlich schneller randvoll. Wir sprachen bereits vorhin von Kreativität und können dies den Entwicklern auch bei den Szenarien bescheinigen: Jedes Level besitzt ein komplett eigenes Setting. Mit von der Partie: Märchenhaft erscheinende Waldstücke, vereiste Umgebungen in der Ragnarok-Mission, einen mysteriös verunstalteten Bauernhof mitsamt Umland, einen ausgedehnten Gewalt-Trip innerhalb eines Zeppelins und so weiter und so fort. Dennoch wird eben diese Variation so zusammenhangslos präsentiert, dass man den Eindruck nicht los wird, dass die Entwickler wollten auf Biegen und Brechen jede der insgesamt sechzehn maximal halbstündigen - Missionen komplett anders gestalten.
Ein löbliches, aber arg erzwungen wirkendes Konzept, dass leider letztendlich in der Unnötigkeit der ewig anhaltenden Feindmassen untergeht. Und die kommen wahrlich reichlich oft so lange, bis die Munition genauso wie die Healthanzeige gen Null sinkt und der Frustpegel am Höchststand angelangt ist. Glücklicherweise darf frei gespeichert werden, alternativ wird Euer Spielfortschritt automatisch an den zahlreich verteilten Checkpoints gesichert. Ein Mittelchen gegen die anfangs chronische Dürftigkeit an platzierten Munitionskisten wird Euch jedoch nicht geboten. Erst gegen Ende lernt sich das Verhältnis Munition/Gegner wieder auszugleichen wenn Ihr bis dahin nicht Eure Tastatur in Stücke gerissen und an den Müllkorb verfüttert habt.
Akustisch gibt es in bester Painkiller-Manier wieder allerlei stöhende und röchelnde Feinde sowie erstmalig auch an Duke Nukem-erinnernde Oneliner zu hören letzere wirken etwas vom offensichtlichen Vorbild kopiert, zaubern jedoch ein Schmunzeln auf das ansonsten zur Faust geballte Gesicht des Spielers. Für unseren Geschmack wiederholen sich die Sprachfetzen jedoch etwas zu oft. Auch der oft eher müde Soundtrack kann nicht mit dem des Originals mithalten, dafür fehlen einfach die richtigen Melodien und nötigen Härten. Last but not least ragt auch ein Großteil der Soundeffekte nicht immer über den glatten Durchschnitt hinaus dafür hören sich die Seelenklinge, die Biowaffe und andere öde Konsorten eindeutig zu brav an.
Du bist Gladiator, der Held der Spiele im Kolosseum. Besiege Deine Gegner und erkämpfe Dir die Cance auf 10.000 €. zum Spiel...
Painkiller: Overdose im Test.
Was halten Sie vom neuen Spiel von Mindware Studios?
Teilen Sie Ihre Meinung mit anderen Yahoo!-Usern.