Gesamtwertung71%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Als sich im ersten Weltkrieg die Fronten ohne Veränderung quasi festgefahren hatten, und Maschinengewehre jeden Beginn eines Bewegungsgefechtes unmöglich machten, sollten Fahrzeuge in die Schlacht kommen, die jedem Fußsoldaten überlegen, und den ersten Weltkrieg entscheidend beeinflussen sollten. Der britische Pionier-Oberst Philip Swinton und der Major J.F.C. Fuller entwarfen Ende 1915 den ersten Panzer.
Im zweiten Weltkrieg war der Panzer einer der wichtigsten Bodenkampfmittel der Nazis und der Alliierten. Die rollenden Festungen spielen die Hauptrolle in Zoot Flys Panzer Elite Action, das nun für den PC erschienen ist. Ob der Titel den Namen Action zurecht trägt, verrät euch der Test.
Historisch wertvoll?
Titel rund um den zweiten Weltkrieg versuchen sich bekanntermaßen immer möglichst historisch akkurat zu präsentieren. Und so beginnt auch Panzer Elite Action mit einem Intro aus den Geschichtsarchiven. Akustisch wird das ganze unterstützt vom Sprecher der Guido Knopp History Reihe 100 Jahre. Dieser kam auch für diverse andere History- Folgen zum Einsatz.
Nach dem eindrucksvollen Einstieg ins Spielgeschehen, steigt ihr unmittelbar in die Handlung ein. Insgesamt übernehmt ihr innerhalb der drei Einzelspielerkampagnen die Rolle dreier Panzerkommandeure, die mit einer kleinen Panzerdivision in nahezu allen wichtigen Stationen des zweiten Weltkriegs, unter anderem Dünkirchen und Stalingrad, ihre Missionen absolvieren. Selten für Kriegsspiele: Neben den Russen, die die deutsche Wehrmacht zurückschlagen, und den Alliierten, die sich über Omaha Beach in die Normandie und ins Deutsche Reich vorkämpfen, steht euch in der dritten Kampagne eine Panzereinheit der deutschen Wehrmacht zur Verfügung. Mit dieser durchquert ihr den gesamten Osten von Polen bis hin nach Stalingrad, sowie den Westen nach Frankreich. Vor allem die Zwischensequenzen bringen eine gewisse historische Akkuratz ins Spielgeschehen. Auch die einzelnen Level passen in die geschichtlich vorgegebenen Rahmenbedingungen.
Während euch in Russland Eis und Schnee erwarten, sieht es in der Normandie mit ihren idyllischen Dörfern und malerischen Landschaften beinahe schon aus, wie auf einer Ansichtskarte. Bei den Panzern haben die Entwickler von Zoot Fly versucht, ihre Modelle den Originalen optisch anzupassen, was leider nicht immer hundertprozentig gelungen ist.
Blechbüchsen: Rollt!
Frei nach dem Puppenkisten-Motto von Don Blech und seinen Blechbüchsen rollt ihr mit euren Panzern in drei verschiedenen Kameraperspektiven durch die Landschaft. Gesteuert werden die Vehikel mittels Maus und Tastatur, was eigentlich recht gut von der Hand geht. Die eine oder andere kleine Problematik mit der Kollisionsabfrage hätte aber ausgemerzt werden können. Die rund achtzehn großen Maps beinhalten Primär- und Sekundärziele jeglicher Art. So sollt ihr in einer Mission einen mit feindlichen Panzern beladenen Zug möglichst rasch ausschalten, bevor die Fracht abgeladen ist und euch das virtuelle Leben schwer machen kann. Ein anderes Mal heißt es in möglichst kurzer Zeit, die Verteidigungslinien in der Normandie zu überwinden. Die Gegner sind dabei fast zu schmückendem Beiwerk degradiert worden. Denn nicht nur die miese KI macht das Spiel schnell zu einem langweiligen Shoot em up.
Auch die Tatsache, dass alle paar Kilometer Versorgungsstationen platziert worden sind, an denen ihr euren Tank reparieren und mit neuer Munition bestücken lassen könnt, macht euch das Überleben äußerst leicht, denn einzig eurer Primärfeuer muss nachgeladen werden.
Die Sekundärwaffe hat unendlich Munition. Ein gewisses Action-Gefühl entsteht immer dann, wenn ihr von den gegnerischen Bombern aufs Korn genommen werdet oder selbst Luftschläge mittels Fernglas und Zielmarkierung anfordert. Zur Verstärkung könnt ihr eure Mitfahrgelegenheit ein wenig Taktikluft schnuppern lassen. Möglich sind Flankenangriffe, Offensiven oder Defensiven und Befehle zur eigenen Reparatur. Nicht viel aber besser als nichts. Ach ja! Fasst hätte ich es vergessen: Die künstliche Intelligenz eurer Kameraden. Doch warum dafür Zeilen opfern, wenn diese kaum vorhanden ist? Jeder japanische Kamikazeflieger hätte zumindest seine helle Freude an euren Mannen. Denn die lassen kaum eine Situation aus, sich blindlings den Gegnern entgegenzustürzen, sodass ihr nicht selten die sprichwörtlichen Kastanien aus dem Feuer holen müsst.
Kompanie: rechts um!
Verlassen wir doch einmal für einen Augenblick den Solopart, und wenden uns dem zu, was einen Krieg ausmacht: Den Massenschlachten. Diese finden bei Panzer Elite Action in Form des Multiplayers statt. Bis zu 32 virtuelle Generäle können hier gegeneinander antreten. Wahlweise hostet ihr ein Spiel oder tretet einem bereits bestehenden Spiel bei.
Leider ist der Multiplayerspaß durch gelegentliche Lags und Probleme beim Bildaufbau getrübt. Hier sollten die Entwickler per Patch nachbessern.
Stalingrad, 12 Uhr mittags, -30°: Der Panzer hält Und wie schauen nun des Kaisers neue Kleider aus?
Diese Frage brennt bestimm vielen von euch unter den Nägeln. Zunächst einmal denkt man bei der ersten Konfiguration des Spieles, dass es sich um einen optisch anspruchsvollen Titel handeln könnte, da Motion Blur, V-Sync und vieles andere mehr einstellbar ist.Aber dann folgt die Ernüchterung auf dem Fuß. Auch wenn die Explosionen wirklich gelungen und auch die von Granateneinschlägen akkurat umfallenden Bäume nett anzuschauen sind, kommt der Rest der Grafik eher altbacken daher. Kantenflimmern, verwaschene Texturen, die sich häufig wiederholen und etliche Darstellungsfehler trüben das optische Gesamtbild. Apropos Physik: Außer Tanks, Bäumen oder kleineren Objekten hat man nahezu komplett auf die Spielphysik verzichtet. Irgendwie sieht es schon komisch aus, wenn ihr mit einem Panzer auf Bunker schießt und sich nichts tut. Auch für den Sound packten die Entwickler eher das schottische Sparmodell aus. Hier eine Explosion dort einige Panzergeräusche. Von eindrucksvoller Kampfakkustik eines Call of Duty oder Medal of Honor ist Panzer Elite Action leider genauso weit entfernt, wie der 1. FC Köln von der deutschen Fußballmeisterschaft.