Gesamtwertung57%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßMangelhaft SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Fans von ratternden Stahlkolossen gemeint sind natürlich Panzer - wurde bisher in der Spielegeschichte noch nicht wirklich viel Beachtung geschenkt. Wenn es Panzer gab, dann meistens nur in einer Nebendarsteller-Rolle wie zum Beispiel in der Battlefield-Reihe. Wirklich auftrumpfen konnten die gefährlichen Kriegsgeräte jedoch in den Spielen Panzer Elite und Panzer Elite Action. Zu letzterem gesellt sich nun auch Dunes of War. Wie uns das gefallen hat, erfahrt Ihr natürlich im Review.
Die öde Einöde...
Es gibt Spiele, die machen äußerlich einen anspruchsvolleren Eindruck, als es Ingame dann wirklich der Fall ist. Ein Musterbeispiel hierfür ist wohl die Terrorist Takedown-Serie. Deren letzter Teil Covert Operations wird wohl auf jeden gutgläubigen und im Nachhinein mehr als enttäuschten Käufer den Eindruck einer taktisch angehauchten Dschungel-Shooters gemacht haben.
In unserem Review konnten wir dazu nur soviel sagen: Ja nee, is klar! Denn für mehr als ein Moorhuhn mit dämlichen KI-Lemmingen - KI stand übrigens für keine Intelligenz - . ewig gleichen Missionszielen und den wohl geilsten Versprechungen auf der Verpackung seit der Erfindung des Pornos in der Videothek um die Ecke hat es aus welchen Gründen auch immer nicht gereicht.
Worauf wir hinaus wollen? Nur soviel: Unser Blick fasst knurrend die Review-Version von Dunes of War ins Auge. Doch dazu später mehr. Dunes of War ist genauer gesagt das Standalone-Addon zu Panzer Elite Action, das Hauptprogramm braucht ihr also zum Spielen nicht.
Wie schon der Name verrät, geht es diesmal in die heißen Regionen der Erde und zwar nach Nordafrika. Stichwörter wie Tobruk und Tripolis sorgen dafür bei Panzerliebhabern für Hellhörigkeit.
Rommel, du altes Luder
Im Spiel dürfen wir nicht nur hinter dem Steuer alliierter Kolosse, sondern auch deutscher Panzer, Platz nehmen. Eine richtige Story schreibt dagegen nur der historische Leitfaden vor. Eine emotionale Geschichte und echte Charaktere gibt es also nicht. Stattdessen geht nach einem Einsatzbriefing direkt in die sengende afrikanische Hitze.
Nur leider ohne Einführung, also anders als beim Original. Allein auf weiter Flur die strunzdoofen KI-Kollegen, die Euch eigentlich helfen müssten, lassen wir mal außen vor geht es in sich ähnelnden Umgebungen und mehr oder weniger gleichen Missionszielen ans Eingemachte.
Statt eingemacht hätten wir aber nach einiger Zeit sehr gerne auch schon wieder ausgemacht, denn grob gesagt hat man nach einer halben Stunde maximal! - prinzipiell alles gesehen, was Dunes of War ausmacht. Damit meinen wir keine positiven Qualitäten, sondern genau das Gegenteil.
Die Frage Will Dunes of War Rock Serious Sam? - Rätsel am Rande: Welche drei Brachialshooter verstecken sich hier? - zeigt auf, um was es im Spiel geht. Nämlich um möglichst viele erledigte Gegner, ein sich nicht ändern wollendes Gameplay fahren, schießen, fahren, schießen sowie eine mehr als aufgesetzt wirkende taktische Komponente.
Den bereits am Rande erwähnten KI-Spacken kann man noch Befehle wie Halt!, Mir folgen! oder Ziel angreifen sowie verschiedene Formationsorder erteilen. Ob das dann in die Tat umgesetzt wird, ist eine andere Frage. Uns wären Befehle wie Halt, nicht schon wieder ineinander verkeilen! oder Hey, nicht einschlafen! allerdings lieber gewesen.
So kann es beispielsweise passieren, dass sich direkt zu Beginn der Mission besagte gehirnlose Kollegen ineinander verfranzen und wir allein auf das Schlachtfeld müssen, weil es die Leute einfach nicht schaffen, wieder aus ihrer Misere herauszufinden. Da hilft dann nur der Neustart der Mission. Auch unsere Gegner zeigen sich nicht gerade von ihrer intelligentesten Seite und geben leider viel zu oft die Möglichkeit sich in die Luft jagen zu lassen.
Licht im Dunkeln...
Glücklicherweise steuern sich die Blechbüchsen ideal und akkurat, eine annähernd realistische Fahrphysik hilft beim Manövrieren über die schwer einzusehenden Unebenheiten des Terrains. Auch die Befehlsgebung geht leicht und unkompliziert von der Hand. Doch was nützt das, wenn das Spiel einfach nur langweilig ist?
Das viel zu simple Gameplay ruiniert somit auch den an sich ganz netten Mehrspielermodus, der mit seinen zwei Spielmodi Conquest und Capture the Flag mit maximal 32 Spielern ausgetragen werden kann. Doch bereits nach wenigen Minuten ging es uns wie in der Einzelspielerkampagne: Es herrschte gähnende Langeweile.
Grafisch versetzt Dunes of War nicht gerade in Begeisterungsstürme: Okay, die Effekte sind nett, ja. Doch ansonsten befinden wir uns in einer echten optischen Wüste, was hier nicht als Kompliment gemeint sein soll. Eine Fata Morgana wäre uns da wesentlich lieber gewesen.
Überall in den Szenarien wimmelt es nur so von unendlicher Eintönigkeit, Lieblosigkeit und allem, was man noch so mit dem Begriff Monotonie verbindet. Stützpunkte gleichen sich oft wie ein Ei dem Anderen, zudem kann auch das Design der Panzer nicht wirklich vom Hocker reissen.
Auf der akustischen Seite geht glücklicherweise die sprichwörtliche Post ab: Das Rattern der Panzerketten und die bombastischen Explosionseffekte lassen vergessen, dass man es hier nur mit einem 08/15-Game zu tun hat. Dazu kommt der herrlich dramatische Soundtrack und die gelungene deutsche Synchronisation. Surround-Sound wird natürlich unterstützt, was der Intensität der Gefechte mehr als zugute kommt. Hier kann Dunes of War wirklich punkten.
Was Dunes of War davor bewahrt, völlig abzurutschen, sind gewisse technische Glanzpunkte hier ist vor allem der gelungene Sound zu erwähnen sowie die einfache und unkomplizierte Steuerung. Ansonsten kann ich jedoch nur vom Kauf abraten, zumal auch der Mehrspielermodus durch das öde Gameplay nicht wirklich funktionieren will.