Planetside

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Sony
Entwickler
Verant Interactive
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
16
Planetside [PC , looki.de]

Gesamtwertung

83%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Planetside

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Onlinespiele erleben zur Zeit einen wahrlichen Boom, was besonders beim Blick auf die Releaselisten der Hersteller auffählt. Nahezu jeder große Publisher hat ein oder mehrere Onlinetitel in seinem Sortiment, so dass man sich mittlerweile fragen muss, wer das alles Spielen soll, kommen doch bei MMOG (Massively Multiplayer Online Games) noch zusätzliche Kosten auf den Spieler zu, so dass man in der Regel an einem Spiel festhält. Dabei ist die Wahl nicht immer ganz einfach: Stürzt´ man sich lieber bis unter die Zähne bewaffnet in Dark Age of Camelot gegen Angehöhrige anderer Reiche den Kampf oder wartet man lieber tagelang auf den Levelaufstieg seines Heldens in Eve Online und läßt bei einem Schwätzchen mit gleichgesinnten im Chat alles ein bisschen langsamer angehen? Hier bietet Sony Online Entertainment (SOE) mit ihrer Genremischung Planetside genau das Passende.

Von allem etwas

Planetside sieht auf den ersten Blick wie ein futuristisches Battlefield 1942 aus. Den Spieler erwarten riesige Areale, dutzende Waffen und die Möglichkeit Fahrzeug alleine und im Team zu steuern. Auf den zweiten Blick jedoch wird schnell klar: SOE wagte den Schritt und verbindet klassische Shooteraction mit gewohnten Rollenspielelementen, die es erlauben, den eigenen Charakter mit Hilfe von Erfahrungsspunkten aufzubessern. Dabei werden allerdings nicht rollenspieltypisch Stärke, Schnelligkeit und andere Attribute trainiert, sondern sogenannte Certification Points vergeben, die wiederum zur Freischaltung neuer Waffen und Rüstungen genutzt werden können - mehr dazu später.

Auf Auraxis herrscht Krieg

In ferner Zukunft sandte die Regierung der Terran Republik einen Expeditionstrupp auf den bis dato völlig unbesiedelten Planeten Auraxis. Schnell wird klar, sie waren nicht die die einzigsten, die jemals einen Fuß auf dieses menschenleere Fleckchen im Weltall setzten, weshalb sie über die gesamte Oberfläche verteilt drei Hauptlager errichteten, um die Überreste einer längst vergangen Kultur schneller untersuchen zu können. Nachforschungen gaben Hinweise auf eine hochentwickelte außerirdische Rasse, die Jahre vor ihnen von Auraxis verschwand und nur stumme Zeugen ihrer Intelligenz auf den Planeten hinterließen. Einer dieser Hinweise auf ihr Wissen waren Aufzeichnungen über die sogenannte Wiedergeburts-Technologie, die es möglich machte, Verstorbene anhand ihrer genetischen Merkmale ins Reich der Lebenden zurückzuholen.

Doch die Situation eskalierte, als kurz vor Ende der Mission das Wurmloch zurück in die richtige Heimat kollabierte und den Weg, weg von Auraxis, abschnitt.

Die Nerven aller Beteiligten lagen blank und man entschied sich die Teilnehmer der Expedition auf die zuvor errichteten drei Lager aufzuteilen. Daraus entstanden die Verbündeten der Terran Republic, die New Conglomerate und die Vanu Sovereignty, wie sie von nun an genannt wurden.

Doch die Spannungen wuchsen von Tag zu Tag und die ehemals verbündeten Männer und Frauen wurden Rivalen in einem Krieg um Macht und Land in ihrer neuen Heimat.

Das Schlimmste stand allen jedoch noch bevor, denn der Krieg sollte durch die Möglichkeit der Wiedergeburt kein Ende nehmen.

Aller Anfang ist (gar nicht so) schwer

Reine Onlinespiele leben hauptsächlich von der sich ständig verändernden Umwelt und dem Ausbau des eigenen Charakters. Vor allem Letzteres kann aber mitunter mehr Zeit in Anspruch nehmen als so Mancher Spieler aufbringen kann oder will. Die Folge sind übermächtige Highlevel Chars anderer Spieler, gegen die man im Kampf chancenlos anrennt, was den Spielspass stellenweise in die unteren Regionen rutschen läßt.

Doch auch hier gelang SOE der Spagat zwischen Anfänger und Dauerzocker. Hier kommt der Gedanke des Teamspiels zu tragen, das auch blutigen Anfänger erlaubt, ohne viel Training direkt an der Front mitzukämpfen. Hierzu besteht die Möglichkeit sich in sogenannten Squads mit bis zu sieben Mitspielern zu organisieren um sich Anfangs gut beschützt an die Feinde heran zu tasten. Der ein oder andere Abschuss und die ersten Erfahrungspunkte sind so schnell verdient.

Ziel von Planetside ist es, als Mitglied einer der drei Fraktionen, so viele gegnerische Aussenposten wie möglich zu erobern und anschließend zu verteidigen. Dabei ist es dringend notwendig sich mit anderen Spielern in ein sogenanntes Squad zusammenzuschließen, da man alleine kaum eine Chance hat in die mit Geschützen bewachten gegnerischen Basen einzufallen. Hier ist die Schlagkraft einer ganzen Truppe gefragt, die zudem Spezialisten für bestimmte Aufgaben in ihren Reihen haben sollte. Denn ein gegnerischer Stützpunkt ist nicht etwa dann eingenommen, wenn alle Feinde beseitigt wurden, sondern erst, wenn sich ein Hacker am Zentralcomputer zu schaffen gemacht hat und die Basis anschließend 15 Minuten gehalten werden kann. Erst dann gehört sie eurer Fraktion an und bietet die Möglichkeit nach dem Tod dort direkt wiederbelebt zu werden. Das erspart mitunter einen minutenlangen Fuß­arsch.

Erfahrung ist die halbe Miete

Wie bereits erwähnt baut Planetside nicht nur auf reiner Shooteraction auf, sondern bietet auch für alle, die Spaß am Aufleveln haben, genügend Möglichkeiten ihren Charakter nach den eigenen Wünchen zu gestalten.

Die Vergabe der Punkte unterteilt sich dabei in die sogenannten Battle Experience Points (BEPs) und die Command Experience Points (CEPs) . Wie der Name schon sagt, bekommt man BEPs im Kampf gutgeschrieben sofern man Gegner ausschaltet, deren Fahrzeuge zerstört oder aber feindlich besetze Basen einnimmt und 15 Minuten halten kann.

Diese Erfahrungspunkte lassen mit der Zeit den eigenen Battle Rank (vergleichbar mit Erfahrungstufen in Rollenspielen) steigern und ermöglichen es so bessere Ausrüßtµng freizuschalten.

An den sogenannten Certification Terminals, könnt ihr dann die mit jedem Battle Rank erhaltenen (Certification)-Punkte gegen verschiedene Fähigkeiten eintauschen. Darunter befinden sich, wie es sich für einen Shooter gehört natürlich zahlreiche Skills für verschiedene Waffengattungen, diverse Rüstungen und die Fertigkeiten zum Steuern der Fahrzeuge.

Wer gerne die Führung übernimmt wird es dagegen häufiger mit den Command Experience Points zu tun bekommen, die an den Spieler vergeben werden, der einen Squad gebildet haben. Der Anführer des Trupps bekommt für jeden erfolgreichen Angriffs seines Teams CEPs gutgeschrieben, die ihm ähnlich wie die Battle Experience Points in die höheren Ränge befördern. Dabei ist allerdings zu beachten das der Squad-Anführer während der Zeit, die sein Squad existiert, nur CEPs und dafür keine BEPs bekommt.

Um der ganzen Sache die Krone aufzusetzen, erhält eurer Charakter bei Battle Rank 6, 12 und 18 jeweils die Möglichkeit sich ein Implantat einpflanzen zu lassen, das je nach Typ positive Auswirkungen auf euch hat. Sie können die Geschwindigkeit steigern, die Selbsheilungskraft verbessern oder aber auch die Zielgenauigkeit heraufsetzen.

Öffentliche Verkehrsmittel auf Auraxis?

Auraxis teilt sich in 13 riesige Kontinente auf, von denen jeder für sich mehrere Quadratkilometer in Anspruch nimmt. Das Überqueren des gesamten Planeten kann so zu Fuß so schon einmal ein paar Stunden dauern. Glücklicherweise muss allerdings niemand Angst haben, seinen wohlverdienten Jahresurlaub einreichen zu müssen, nur damit er auch mal die abgelegen Orte des Planetens kennenlernt. Eigens dafür steht in der Heimatbasis ein Transportshuttle bereit, das alle 10 Minuten die verschieden Kontinente anfliegt und euch gegebenenfalls über dem Zielpunkt absetzt. Gut gelößt aber wer bitte schön will sich schon an die Front chauffieren und sich vom Gegner als Weichei ohne Führerschein beschimpfen lassen? Auch hier hat SOE für Abbhilfe gesorgt. Spieler, die die nötigen Fertigkeiten besitzen, können sich standesgemäß hinters Steuer eines eigenen Fahrzeuges klemmen und selbst durch Auraxis reisen. Dazu stehen schwerbewaffnete Shuttles, leichte Buggys, kampfstarke Panzer und selbst Truppentransporter zur Verfügung. Wie man es bereits aus Battlefield 1942 gewohnt ist können mehrere Spieler kooperativ das Fahrzeug benutzen. Während einer aus dem Team fährt, kann sich ein anderer hinter den Geschützturm klemmen und nach Feinden Ausschau halten oder sich über die waghalsige Fahrweise seines Kameraden beschweren, wie es beim Testen häufiger der Fall war. Gruß an Herrn Härtel ;)

Die Präsentation

Grafisch gehört Planetside zumindest im Genre der reinen Onlinespiele ganz nach oben. Die einzelnen Kontinente bieten abwechslungsreiche Settings, die von der kargen Eiswüste bis hin zur saftigsten Wiese reichen. Die Qualität der Texturen läßt verglichen mit aktuellen Singleplayerspielen zwar keine Begeisterungsstürme aufkommen, ist dafür aber mehr als zweckmäßig. Die Stärken der Grafik liegen vielmehr im Detailreichtum der Umgebung und den ab und an auftretenden Echtzeitwetterwechsel, die einiges an Atmosphäre ins Spiel bringen. Das alles hat leider auch seinen Preis: Um Planetside flüssig Spielen zu können solltet ihr mindestens einen Pentium 1.8 GHz (besser noch 2 Ghz) eine Geforce 4ti und möglichst 512 MB RAM und mehr in eurem Rechner haben. Vor allem der RAM ist wie es scheint, stark belastet.

Beim Sound ließen sich SOE und die Entwickler der Verant Studios ebenfalls nicht die Butter vom Brot nehmen. Den Spieler erwartet feinster Sound, der sich mit militärischen Klängen im Auswahlmenü hin zu gelungenen Turbinengeräuchen der Shuttles, von seiner besten Seite zeigt.

Die vielen grafischen Details und der teils filmreife Sound erzeugen dabei eine unheimlich dichte Atmosphäre.

Die schlechte Nachricht wie immer zuletzt

Wie Eingangs schon erwähnt, ist es bei reinen Onlinespielen üblich, dass eine monatliche Gebühr seitens der Hersteller erhoben wird, die damit die Server und die Weiterentwicklung des Spiels finanzieren. Da macht auch SOE keine Ausnahme und verlangt rund 13,- Euro für einen Monat Spielzeit. Der Betrag kann wahlweise per Kreditkarte oder aber mit einem Gametimecode bezahlt werden. Letzteres kann bei Sinclair Software zum Preis von 45.90 Euro bestellt werden und berechtigt dann zu 90 Tage Spielzeit. Der, zugegeben, recht hohe Preis ist allerdings durch die stabilen Server und nur selten auftretende Lags gerechtfertigt.

Wie mittlerweile üblich hat man natürlich auch in Planetside einen kostenlosen Monat Spielzeit.

Fazit

Planetside bringt herrlich frischen Wind in die Masse von Onlinespielen, die sich derzeit hauptsächlich auf Rollenspiele begrenzen und konnte mich mit seiner bisher einzigartigen Genremischung gleich in seinen Bann ziehen. Zwar wurde die Idee von Planetside nicht von Grund auf neu erfunden (Tribes 2 zeigte schon Ãhnliche Ansätze), dennoch war SOE bisher der einzige Entwickler der Shooteraction gepaart mit Rollenspielelementen so dezent und vor allem gekonnt umsetzte.

Der Teamplayaspekt kommt erfreulicherweise voll zum Tragen und verleiht dem Spielprinzip mehr als nur stupide Ballerei. Nichtsdestotrotz hat auch Planetside seine Schwä¤chen, die in erster Linie im hohen Preis und dem mit der Zeit etwas unmotivierenden Spielprinzip zu Tage gefärdert werden.

Fans von Shootern, die bereit sind monatlich 13,- Euro für Hobby auszugeben, werden mit einem gelungenen Action-Titel belohnt, der so noch nie in den Händlerregalen stand. Rollenspielfans sollten trotz der Anleihen ihres Lieblingsgenres erst einmal Probespielen und den kostenlosen Monat Spielzeit mit nach Hause nehmen.

Fazit von Marian Härtel

Planetside hat mir viel Spaß bereitet. Insbesondere fällt es sehr positiv auf, dass man auch als junger Charakterspund sofort am Spielgeschehen teinehmen kanm, ja muss, denn es gibt keine 'Monster', an denen man üben könnte. Da Certifications auch alle 24 Stunden wieder zurückgegeben werden können, kann man selbst bei der Charakterplanung wenig falsch machen. Gefallen haben mir auch die unterschiedlichen Taktiken, die vor allem in einem gut funktionierenden Squad Wirkung zeigen. Eine Basis sollte beispielweise immer angegriffen werden, indem man ein mobiles Widerbelebungsfahrzeug aufstellt, seine Anfangsstellung mit automatischen Kanonen verteidigt und dann sowohl schwere Einheiten und Fahrzeuge, als auch Scouts und Hacker im Team hat. Dies erfordert oft einiges an Planung oder auch eine gut durchorganisierte Gilde, da ein einzige Spieler kaum alle Fähigkeiten besitzen kann.

Allerdings gibt es auch einige negative Aspekte an Planetside. So hat es SOE wie in allen anderen MMO-Spielen eigentlicht nicht geschafft, dass das Langezeitziel, hier das Erobern von Basen, einen wirklichen Sinn hat, denn diese können zu schnell wieder zurückerobert werden und man fragt sich: 'Warum überhaupt die Mühe?'. Dies führt geradewegs zu einem entscheidenen Manko. Meiner Meinung nach bietet Planetside noch nicht genügend Langzeitspielspaß um ein Spielen über viele Monate oder gar Jahre zu rechtfertigen. SOE arbeitet angeblich bereits an entsprechenden Erweiterungen zum Gameplay.

Planetside bleibt aber ein kurzweiliges Spiel, welches sowohl Taktik, als auch spaßige Action bietet. Wem gängige MMORPG zuviel Zeit abverlangen, der ist bei Planetside genau richtig sein.

Planetside [PC , looki.de]

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