Gesamtwertung74%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Wir schreiben das Jahr 1965, irgendwo in Vietnam. Der Krieg hat begonnen und Ihr seid mittendrin. Die Hitze in der sumpfigen Hölle ist schier unerträglich. Über euch hört ihr das Donnern der Helikopter, die verletzte Kameraden auf ihrem vielleicht letzten Weg zurück ins Camp fliegen. Eingekreist von Bäumen, Mücken und dutzenden von Vietcong wartet auch Ihr auf die Unterstützung aus der Luft, die, für Euch, vielleicht letzte Möglichkeit heil zu euren Familien zurückzukommen.
Das Szenario des Vietnam Krieges war schon häufig Stoff für die Kinoleinwände. Filme wie Stanley Kubricks Full Metal Jacket oder das oscarprämierte Meisterwerk Platoon beeindrucken auch heute noch zahlreiche Zuseher. Selten bekam man die Grausamkeiten des Vietnamkrieges als Aussenstehender so hautnah präsentiert. Inspiriert von Oliver Stones Platoon entwickelte Monte Cristo das erste Echtzeitstragtegiespiel mit Vietnam als Schauplatz.
Damit Ihr euch nicht mit unnötigem Ausrüsten eurer Truppe herumschlagen müsst, sind Einheiten und deren Bewaffnung zu Beginn jedem Auftrags vorgegeben.
Eure Missionen erhaltet Ihr immer in Form von kurzen Ingame Sequezen, in denen der Verlauf und bevorstehende Probleme kurz besprochen werden. Alle Missionsziele werden in Martin Longdales Tagebuch gepeichert und können dort auch während der Mission nachgeschlagen werden. Dies dient gleichzeitig zum Vorantreiben der Hintergrundstory, welche dadurch äusserst mager ausfällt. Zwischensequenzen, wie zu Beginn des Spiels, würden den Spieler hier näher an die Geschehnisse bringen.
Die Möglichkeiten sich vor den fliegenden Geschossen zu schützen sind in den dichtbewachsenen Gebieten Vietnams jedoch schier endlos und können nach Lust und Laune ausgenutzt werden. Wer blind auf den Gegner zurennt, hat so gut wie verloren.
Leider mangelt es auch der Gegner-KI an Realismus. Für die gegnerischen Einheiten scheint 'Rückzug' ein Fremdwort zu sein und auch die Tarnung gibt dem menschlichen Mitspieler Rätsel auf. Die Vietcong legen sich teilweise selbst bei starkem Beschuss nicht auf den Boden, sondern bleiben vor Euch stehen und bieten somit auch für die schlechtesten Schützen genug Fläche zum treffen. Hier tut Dummheit wirklich weh.
Rennt ihr dagegen, seid ihr in kürzester Zeit ausser Atem. Vorsichtiges Anschleichen und auf den Boden legen stellt die optimale Mischung bei Feindkontakt dar.
Vietcong können daraufhin mit ebenfalls nur einem Klick relativ sicher angegriffen werden.
Platoon bekam beim Sound tatkräftige Unterstützung des BAFTA-Award Gewinners Tamás Kreiner. Der Soundtrack beeindruckt mit teilweise filmreifen Tracks und trägt einen großen Teil zur Atmosphäre bei. Die Soundeffekte sowie die gut umgesetzte Sprachausgabe ergänzen die stimmige Hintergrundmusik. Einziger Kritikpunkt stellen die sich wiederholenden Sätze dar, die jeder Soldat von sich gibt. Darauf kann man gerne verzichten.
Haegemonia lässt grüßenBei der Grafik bekamen die Entwickler tatkräftige Unterstützung des Haegemonia-Teams. Das diese es verstehen mit Grafik umzugehen, stellten die ungarischen Entwickler schon unter Beweis und ihre Erfahrung mit der Engine kommt Platoon auch sichtlich zugute. Teilweise wirkt die Umgebung sehr detailliert und selbst einzelne Grashalme sind zu gut zu erkennen. Die Vielzahl an unterschiedlichen Pflanzen vermitteln dem Spieler einen guten Eindruck der Settings, obwohl etwas mehr Bewegung im Dschungel sicher nicht geschadet hätte. Tiere oder im Wind wehende Sträucher sucht man leider erfolglos.
Einen schlechten Eindruck hinterlassen ebenfalls die teilweise schlecht designten Charakter welche sich trotz des Motion Capturing nicht ganz flüssig bewegen.
Für Fans von Echtzeitstrategie ist Platoon allerdings durchaus einen Blick wert.
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