Gesamtwertung60%/10 |
GrafikUngenügend SoundUngenügend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegMangelhaft |
BedienungMangelhaft |
Schön sieht anders aus
Die primäre Funktion eines Simulators sollte es natürlich sein, den Spieler mit Realismus und viel Inhalt anzusprechen. Grafik ist daher verständlicherweise sekundär - es tut aber nicht weh, wenn das Drumherum einer Simulation auch optisch zu überzeugen vermag. Dieser Meinung waren die Entwickler von EverSim jedoch höchstwahrscheinlich nicht, da bei ihnen das grafische Gewand eine tertiäre, wenn nichs sogar noch weiter zurückliegende Bedeutung hat. Augenkrebs verursacht die mangelhafte Grafik des Politik Simulators zwar nicht, aber als alt und hässlich wäre sie schon vor 10 Jahren bezeichnet worden. Schade eigentlich, denn schon mit einer z.B. Civilization 4-ähnlichen Gestaltung wäre das Spielerlebnis um Längen angenehmer und auch fesselnder gestaltet werden können. Anstatt dessen muss man sich mit matschigen Texturen, tristen Farben und passablen 3D-Objektansammlungen (Städte, Militärstützpunkte, Kraftwerke) zufrieden geben - mal ganz abgesehen von den stellenweise schon erschreckend hässlich wirkenden Gesichtern, die unübersehbar aus einzelnen Gesichtsfragmenten verschiedener 3D-Modelle zusammengesetzt sind. Glücklicherweise darf man die allerdings je nach Wunsch, zusammen mit den Partei-Logos durch reelle Bilder ihrer Echtwelt-Pendants ersetzten.
Kein Kommentar
Viel Sound gibt es im Politik Simulator neben dem Hauptmenü-Gedudel nicht zu hören. Zuerst dachte ich: 'Natürlich, ich sehe die Welt als Spieler ja aus dem All - ist ja klar, dass ich nichts höre.' Doch dem ist nicht so. An manchen Stellen im Spiel werden bei bestimmten Situationen (oder einfach mal nur so während nichts passiert) kurze Hintergrundmelodien eingespielt. Die sind zwar nicht sonderlich schön, erinnern einen aber mindestens immer daran, dass der Sound noch immer aktiviert ist und dass die Lautsprecher nach wie vor funktionieren. Kurze Sondsamples wie Großstadtlärm oder marschierende Soldaten bekommt man immer dann zu hören, wenn man den Maus-Cursor über ein entsprechendes Objekt in der Landschaft bewegt. Ansonsten darf man sich noch auf rauschende Düsenjets, explodierende Bomben und, falls es sich bei eben erwähnten Bomben um atomare Sprengköpfe gehandelt hat oder irgendwo in der Welt ein AKW-Unglück passiert ist, über den Sound von ausschlagenden Geigerzählern freuen - richtiges S.T.A.L.K.E.R.-Feeling also. Stellenweise ist es bei unseren Testpartien jedoch in der Tat zu Soundausfällen gekommen, wegen denen wir beispielsweise nichts von einem wichtigen Ingame-Telefonat mit unserem Verteidigungsminister mitbekommen haben. Unpraktisch vor allem im Falle eines atomaren Angriffs und der Frage des Ministers nach der Einleitung von Gegenmaßnahmen.
Wo bin ich hier denn gelandet?
Im Prinzip ist Interface des Spiels logisch aufgebaut und sieht auf den ersten Blick dank eindeutiger Button-Grafiken auch recht einsteigerfreundlich aus. Betätigt man jedoch einen dieser Buttons im Hauptinterface, öffnet sich dem Spieler die Welt der in sich verflochtenen Tabellen. Die sind im Grunde zwar auch recht logisch aufgebaut, überfluten den Spieler jedoch mit unfassbar viel Text, einer unübersichtlichen Gestaltung, schlecht gewählten Schriftarten und knallbunten, ebenfalls verwirrenden Farbgebungen. Wer sich die Zeit zum Einarbeiten nimmt, der wird nach einigen Stunden jedoch mehr oder weniger gut mit der Bedienung klar kommen. Auf der 3D-Weltkarte werden vor allem Feldzüge und Kriege ausgefochten - deren Maussteuerung ist simpel und leicht verständlich. Außer der Auswahl von Stützpunkten, des Einheitentyps sowie dessen Positionierung oder Benutzung eines bestimmten Waffenart (konventionelle, chemische oder nukleare Raketen) gibt es nicht viel zu befehlen.
Brain, was wollen wir heute abend machen?
Die Essenz des Politik Simulators besteht ganz einfach im Management des gewählten Staates. In der Rolle des Regierungschefs kümmert man sich um die Verabschiedung von Gesetzen, das Budget der einzelnen Ressorts (sowie natürlich den gesamten Staatshaushalt), diplomatische Beziehungen, etwaige Konflikte, den Kontakt mit Wählern und Interessengruppen (inkl. Gewerkschaften, Vereine etc.), sowie natürlich in erster Linie um .... na? die Probleme der Bevölkerung? Nein, natürlich primär um die eigene Wiederwahl. Denn davon, wie gut oder schlecht man sich auf dem Posten des Regierungschefs schlägt, hängt die Zustimmungsrate (engl. approval rating) der Regierung in der Bevölkerung ab. Insgesamt kann man im Politik Simulator in die Rolle des Regierungschefs jedes von der UN anerkannten Landes der Welt schlüpfen. Diesw Wahl hat natürlich große Auswirkungen darauf, welchen Politik-Stil man durchsetzen kann. So ist es beispielsweise etwas ganz anderes als Regierungschef von China spielen, als die Amtsgeschäfte des deutschen Bundeskanzlers zu übernehmen. Letzterer muss sich mit der Mehr- oder Minderheit im Parlament, Meinungsfreiheit, Kritik an der Regierung, ständig stattfinden Wahlen sowie sonstigen Unanehmlichkeiten auseinandersetzen. In China wiederum, darf man sich als Generalsekretär der kommunistischen Partei über einen mehr oder weniger sicheren Arbeitsplatz freuen. Interessant wird das Spiel vor allem dann, wenn man sich entscheidet ein System umzukrempeln und beispielsweise aus China eine parlamentarische Demokratie zu machen oder aus Großbritannien in ein totalitäres Regime umzuwandeln. Beides muss jedoch mit viel Vorsicht geschehen, da Volksaufstände, Streiks, Demonstrationen oder sonstige ähnliche Ereignise das Rating des Regierungschefs schnell in den Keller katapultieren können.
Wenn Zeit keine Mangelware wäre...
... dann würde man es sich bequem vor dem Monitor gemütlich machen und zwei Tage lang die Spielmechanik kennenlernen. Einsteiger werden anfangs viele Probleme haben, die vor allem auf die unzureichende Übersicht sowie die unfasbare Menge an Möglichkeiten zurückzuführen sind. Man weiß einfach nicht wo man anfangen soll. Stelle man dann auch noch die Tageslänge auf 30 Sekunden (größere Abstände bis zu mehreren Stunden sind möglich), saust einem ein Ereignis nach dem anderen um die Ohren, neue Zeitungsausgaben erscheinen, Minister melden sich zu Wort, fragen, warnen, wollen helfen, in Indonesien gibt es einen Tsunami, in Indien ein Erdbeben, in China fällt ein Sack Reis um und bevor man überhaupt die eigene Hauptstadt auf dem Globus ausfindig gemacht hat, ist der dritte Weltkrieg schon im Gange und falls man Glück hat, wurde er durch einen eigenen Fehlklick ausgelöst. Diese Schilderung der Ereignise ist natürlich etwas übertrieben, ändert aber nichts an der anfänglichen Unzugänglichkeit des Spiels, die zum großen Teil auf die bereits erwähnten überfüllten Menüs, verwirrenden Farben und unpassenden Schriftarten basiert. Selbst bei der zehnten Partie im freien Spiel entdeckt man stellenweise noch Optionen, Anzeigen und Möglichkeiten, die man bis dato übersehen hat. Das ist im gewissen Sinne natürlich auch ein Pluspunkt, da der Politik Simulator dadurch eine gewisse Langzeitmotivation bietet. Nichtsdestotrotz hätte es keinesfalls geschadet, das Spiel insgesamt übersichtlicher und geordneter zu gestalten.
Multi-Gemetzel
Bis zu 16 Spieler können in einer Mehrspieler-Partie mit- und gegeneinander antreten. Dabei ist größte Pluspunkt das Vorhandensein von menschlichen Gehirnen, die im Gegensatz zur vergleichsweise schlappen KI den Globus zu einem interessanteren Ort machen. Egal ob ruhige Partien, kriegerische Außeinandersetzungen oder das schmieden von teuflichen Weltherrschaftsplänen, mit menschlichen Mitspielern macht der Politik Simulator doppelt so viel Spaß.
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Politik Simulator im Test.
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