Gesamtwertung87%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Als wäre es nichts neues, steckt unser arabischer Held in der Klemme. Der Prinz begleitet seinen Vater auf einem Feldzug gegen einen indischen Maharadscha. Das Ziel: schier endlose Reichtümer, ein mysteriöser Dolch und die Uhr der Zeit. Diese Uhr stehlen zu wollen erweist sich jedoch als größter Fehler seines Vaters. Einmal aktiviert, kann der Sand der Zeit entweichen und führt dazu , dass alles, was der Prinz kennt und liebt, verändert,wird. Selbst sein Vater fällt der Katastrophe zum Opfer und verwandelt sich in ein Sandmonster Einzig der Prinze, die Tochter des Maharadscha und der bösartige Visier, der alles plante, überleben und nun liegt es an unserem Helden, den Dolch wieder zur Sanduhr zurückzubringen und die Geschehnisse ungeschehen zu machen.
Wer die Vorgänger gespielt hat, wird sich sofort zurecht finden. Die Entwickler haben es geschafft, das klassische Prince of Persia-Feeling in einen atemberaubenden 3D-Look zu portieren. Das Spiel ist ein klassisches Jump & Run, im modernen technischen Gewand und mit interessanten Neuerungen versehen. Aber von vorn:
Der Palast wurde durch die Katastrophe, die unser Prinz auslöste, stellenweise stark beschädigt und wir müssen jetzt einen Weg zum Turm des Wesirs finden. Die Prinzessin Fharia gilt es jedoch nicht zu retten, vielmehr begleitet sie uns auf unsere Tour und hilft uns beim Lösen diverser Rätsel.
In bekannter Jump & Run Manier springen wir als von Abgrund zu Abgrund, hangeln uns an Abhängen vorbei, benutzen Fahnenstangen für gekonnte Saltos, laufen in Matrix-Manier an Wänden entlang um Abgründe zu überwinden oder springen wie Tarzan von Seil zu Seil. Im Laufe der sehr abwechslungsreichen Levels entdeckt man mehr und mehr Bewegungs- und Akkrobat- Möglichkeiten des Prinzen, die alle mit butterweichen Animationen umgesetzt wurden und durch eine simple aber exakte Steuerung kontrolliert werden können. Obwohl die Level an sich sehr linear verlaufen, sind die zahlreiche Fallen auf unterschiedliche Weise überwindbar. Bei der Gestaltung der Level war Ubi Soft sehr abwechslungsreich, von Thronsälen und Bädern über Tiergehege oder schwindelerregend hohe Türme bis hin zu unterirdische Flüsse ist alles vorhanden und mit abwechslungsreichen sowie hochauflösenden Texturen dargestellt.
Fallen wir doch einmal in den Abgrund, müssen wir nicht an einem Savepunkt neu anfangen, sondern können mit Hilfe des Dolches einige Male die Zeit zurückdrehen und ein Kunststück neu versuchen. Ist die Kraft des Dolches aufgebraucht, kann man diverse Sandwolken finden, um den Dolch neu aufzuladen und nach einer gewissen Zeit sogar dauerhaft zu verstärken. Auch um die Lebensenergie dauerhaft zu verbessern, gibt es Geheimgänge, die zu einem mysteriösen Brunnen führen, der wie ein Powerdrink aus 1000 und einer Nacht zu wirken scheint.
Leider gibt es zwischen den Leveln kaum Zwischensequenzen oder gar eine Weitererzählung der Story. Einzig eine als Vision der zukünftigen Ereignisse dargestellt Zwischensequenz gibt es bei jedem Speicherpunkt, um eine ungefähre Vorstellung des kommenden Levels zu haben. Hier haben Title wie Max Payne 2 die Nase vorn, insbesondere da auch Prince of Persia: The Sand of Time keinen Mehrspielmodus hat und somit nach etwa 10-12 Stunden Spielzeit das Game ausgereizt ist.
Übrigens Speicherpunkte. Es gibt kein Schnellspeichern, was jedoch nicht besonders nervt. Es gibt Speicherpunkte, die fair verteilt sind und zwischen diesen sogar noch weitere Autosavestellen, an denen nicht gespeichert werden kann, an denen man jedoch bei einem Ableben des Helden neu beginnt. Zudem wird das Gameplay mit dem Dolch, der die Zeit zurückdrehen kann, geschickt dazu genutzt, dass Tode durch Jump & Run Einlagen nicht allzu auftreten.
Verabschieden muss man sich bei Sands of Time von irgendeinem Anspruch auf Realität. Hierbei ist nicht einmal das ernorme sportliche Geschick des Prinzen gemeint, sondern vielmehr der Levelaufbau. Wie schon in den Vorgänger kann man sich natürlich fragen, welche Droge der Architekt beim Errichten des Palastes genommen hat, als er auf der Idee kam, mitten in der Bibliothek Löcher mit Speeren zu errichten und in vielen Gängen rotierende Sägen oder diverse Fallen einzubauen. Zudem gibt es Puzzelspiele en masse. Die früheren Bewohner müssen es schwer gehabt haben, Türen nur durch das Verschieben diverser Spiegel, um Licht auf ein Ornament leuchten zu lassen, zu öffnen und die Wärter des Wildtiergeheges müssen auch sportlich gewesen sein, um mitten im Käfig diverse Knöpfe zu drücken, damit oben im Käfig eine Luke aufgeht.
Schließlich fragt man sich auch, warum Fharia ständig einen unbeschwerlichen Weg durch diverse Ritzen findet, unser eines sich aber über Abgründen entlang hangeln muss. Scheint wohl das Schicksal eines Helden zu sein. Stört der Spieler sich daran jedoch nicht, bekommt man von Prince of Persia: The Sands of Time ein enorm lustiges und forderndes Gameplay spendiert, das eigentlich bis zum Ende des Spieles nicht langweilig wird, da bestimmte Bewegungen sich zwar oft wiederholen, diese aber immer in komplett anderen Umgebungen stattfinden. Hat man Schaden genommen, sollte eine Wasserquelle, entweder in Form eines Brunnen, eines Bades, eines Teiches etc. gefunden werden, um sich zu regenerieren.
Unseren Säbel brauchen wir hin und wieder genauso, wie den unglücksbringenden Dolch. Erster, im Laufe des Spieles in drei Varianten auffindbar, wird dazu verwendet, die durch den Sand der Zeit mutierten Wesen zu bekämpfen. Dumm nur, dass diese durch normale Waffen nicht vernichtet werden können. Ihnen muss zuerst durch den Dolch der Sand der Zeit entzogen werden, um sie vampir-like in Staub zu verwandeln. Mit dem Säbel werden die Monster also KO gehauen und ihnen dann mit dem Dolch den Rest gegeben. Schafft man letzteres nicht rechtzeitig, regenerieren sie sich und stehen mit frischer Stärke wieder zur Verfügung. Da die Monsterschar im Laufe der Zeit meistens immer größer wird, ist es ratsam die Gegner so schnell wie möglich in Staub zu verwanden. Um während des Kampfes die Schläge der Gegner abzuwehren, kann man diese mit dem Säbel abblocken.
Die Kämpfe können schnell sehr hektisch aber auch taktisch werden.
Gegner sollten. abwechselnd angegriffen werden, geschickte Rollen oder Sprünge über die Gegner sind hilfreich. Zudem hilft es auch, dass Fharia die Gegner mit ihrem Bogen beharkt und man zwischendurch etwas Energie in Form von Wasser tanken kann.
Zu guter letzt ist es möglich, einen Gegner in der Zeit einzufrieren, um sich um andere zu kümmern oder eben jenen Eingefrorenen mit einem gekonnten Finishmove sofort zu zerlegen. Obwohl die Kämpfe viele verschiedene Bewegungen und oft gute Reaktion erfordern, erlaubt es die einfach Steuerung, die faktisch mit vier Richtungstasten, der Maus und einer Waffentaste auskommt, mit Übung alles zu meistern.
Nervig werden die Kämpfe eigentlich nie, insbesondere da natürlich auch in Kämpfen die Zeit mit Hilfe des Dolches zurückgedreht werden kann. Leider sind die Gegner nicht sonderlich abwechslungsreich, ständig greifen die gleichen Gegner an.
Hier hätte Ubi Soft ruhig genauso viel Abwechslung bieten können wie bei den zahlreichen Animationen, die der Prinz bei seiner Akrobatik und in den Kämpfen aufweisen kann.
Die Grafik ist extrem gut gelungen. Die Level sind zwar streng linear, aber sehr abwechslungsreich, die Animationen zahlreich und butterweich, die Texturen sehr hochauflösend und die Spezialeffekte gut gelungen. Das Spiel kann hier locker mit einem Max Payne 2 und anderen aktuellen Titeln mithalten. Die Weitsicht und die Detailverliebtheit sind in allen Leveln schier unglaublich.
Auch die Sprachausgabe ist sehr gut gelungen. Wenn sich der Prinz unterhält oder zwischendurch mit sich selber redet, kommt hin und wieder sogar etwas Witz auf. Die Sprecher sind hier über jeden Zweifel erhaben. Auch die Soundeffekte konnten überzeugen und verstärken mit der sehr passenden, orientalischen Musik die Atmosphäre gekonnt.
Technisch ist der Titel daher über jeden Zweifel erhaben, Ubi Soft hat hier mehr als gelungene Arbeit geleistet.
Trotzdem ist The Sands of Time eine sehr gelungene Fortsetzung der Prince of Persia-Reihe, die einfach jeder Fans von Jump & Run, leichter Actionskost oder Prince of Persia gespielt haben muss.
Prince of Persia: The Sands of Time im Test.
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