Prince of Persia: Warrior Within

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Ubi Soft
Entwickler
Ubi Soft
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
16
Prince of Persia: Warrior Within [PC , Justgamers]

Gesamtwertung

85%/10

Grafik

Gut

Sound

Befriedigend

Lanzeitspaß

Befriedigend

Spieleinstieg

Sehr gut

Bedienung

Sehr gut

Prince of Persia: Warrior Within

Der Prinz hüpft, springt und kämpft wieder auf dem PC. Ob es in Persien mehr als Öl und schöne Frauen gibt und ob uns Ubi Soft mit „Warrior Within“ einen echten Krieger oder nur ein laues Weihnachtsgeschenk präsentiert, erfahrt ihr in unserer Review...

In verschiedenen Hollywoodschinken haben wir die grundlegende Idee hinter Prince of Persia Warrior Within schon einmal erzählt bekommen: Die Zeit lässt sich nicht besiegen. Dies muss auch unserer – jedenfalls noch im Vorgänger – charismatischer Prinz erfahren. In Prince of Persia: The Sands of Time überlistete er die Zeit und konnte mit Hilfe des Sandes der Zeit einige Unglücke wieder zu Recht biegen.

Stilfrage

Allerdings wehrte das Glück nicht lang, denn ein fieses, die Zeitlinie korrigierendes, Monster, der Dahaka trotzt dem Prinzen nach seinem Leben. Also macht sich der smarte Prinz auf zur Herrscherin der Zeit und will mal eben diese besiegen, um sein eigenes Schicksal zu retten. Allerdings scheint die Zeit dem Prinzen doch etwas zugesetzt zu haben. Er ist nämlich nicht mehr derselbe. Während der Kämpfe erscheint er recht arrogant, seine Handlungen sind eher lässig und gelangweilt, als herrschaftlich. So hebt er beispielsweise Waffen mit einem kessen Fußtritt auf. Das gesamte Spiel ist leider recht düster gehalten. Orientalischer Flair, der mich in Sands of Time so sehr begeisterte, kommt nur selten auf. Sicher, Ubisoft wollte den Protagonisten verändern, da sich der Vorgänger nicht allzu prächtig verkaufte. Ob man durch den vollständigen Verzicht auf arabisches Flair, aber mehr Freunde gewinnt, bleibt abzuwarten.

Der Stilwechsel ist auch an vielen weiteren Stellen unverkennbar. So ist Warrior Within wesentlich brutaler, Köpfe und Gliedmaßen fliegen durch die Luft, die Level sind sehr dunkel, stellenweise in richtigem Grau gehalten. Während der Kämpfe spielt sehr harte Rockmusik. Orientalische Klänge sucht man vergebens. 1000 und eine Nacht lässt sich nur noch erahnen. Die hübsche, persische Prinzessin ist auch nicht mehr vorhanden, stattdessen kämpft man gegen vollbusige Zeitweiber, die – laut ihren eigenen Kommentaren – so sehr auf Schmerz stehen, dass man denkt in einem SM-Studio zu sein.

Es gilt klar zu stellen, dass dies natürlich nicht negativ sein muss, allerdings könnten die Enttäuschung groß sein, wenn man einen direkten Nachfolger mit einem ähnlichen Setting erwartet.

Gameplay superb

Eines muss man den Entwicklern aber lassen: Das schon geniale Gameplay wurde fantastisch erweitert. Noch immer kann unser junger Gott wie ein Rehkitz umherspringen, an Wänden entlanglaufen und sich von Stange zu Stange schwingen. Hinzu kommt das massiv ausgebaute Kampfsystem, das einem mit der Menge an möglichen Combos fast erschlägt, dafür aber auch die konsequente Ausnutzung der Umgebung ermöglicht. Ob Sprünge über Gegenstände, das Abstoßen von Wänden oder ein elegantes Schwingen um Säulen herum: die Vielfalt ist erdrückend. Die Fallen sind größtenteils dieselben geblieben, wieder einmal fragt man sich, wer rotierende Sägeblätter oder Fallgruben da mitten in die Gänge gebaut hat.

Auch Warrior Within arbeitet wieder mit Speicherpunkten. Einige sind während einer Instanz des Spieles aktiv, auf ewig speichern kann man an kleinen Brunnen.

Auch wenn diese genug vorkommen und nur manchmal zu weit von einander entfernt sind, so ärgerte mich jedoch, dass die aus The Sands of Time bekannten Wasserfützen nur noch selten auftauchen. Ein Aufladen der Lebensenergie, beispielsweise während eines harten Kampfes, ist kaum mehr möglich. Man muss meist bis zum nächsten Brunnen warten. Hieran knüpft sich, für mich, erneut die Diskussion „Quicksave vs. Speicherpunkte“ an. Ich persönlich werde es nicht verstehen, worin der Reiz liegt, bereits am Anfang des Spieles einige Kämpfe und somit Passagen öfters neu spielen zu müssen, weil einem ein Fehler unterlaufen ist oder der Kampf zu hart war. Selbst die Zwischensequenzen muss man sich erneut anschauen, auch wenn diese vorgespult werden können. Hier sollte jeder selber wissen, ob er mit diesem System zu Recht kommt.

Die Zeit manipulieren kann man weiterhin auf mehrere Arten. So kann beispielsweise die Zeit verlangsamt werden, was bei einigen Akrobatikeinlagen und Kämpfen sehr hilfreich ist, zum anderen kann man aber auch die Zeit ein wenig zurück spulen, um beispielsweise eine vergeigte Sprungeinlage erneut zu meistern. Während der verlangsamten Zeit gibt es sogar einige Spezialcombos, die euch Gegner besonders einfach abservieren lassen. Der Wechsel zwischen Vergangenheit, in der man Räume und Rätsel in der Gegenwart beeinflussen kann, und Gegenwart, ist zwar innovativ aber auch genauso verwirrend. Das Spiel ist nicht mehr völlig linear, man kann sich also auch verlaufen und steckt plötzlich an einer Stelle fest, an der man nicht weiß, ob man nur das Rätsel nicht kapiert oder an einer anderen Stelle etwas vergessen hat. Für Liebhaber des Vorgängers sehr ungewohnt. Da das Zeitportal an bestimmten Stellen im Spiel erreichbar ist, muss man diese, durch fallengespickte Gänge geschützt, erst einmal erreichen und zwar in der Vergangenheit und in der Gegenwart. Dies gibt einem leider öfters das Gefühl der Wiederholung und lässt Warrior Within, trotz vieler neuer Ideen, nicht die Levelvielfalt von The Sands of Time erreichen.

Grafisch – Bombast

Die noch aus dem Vorgänger stammende Grafikengine ist weiterhin bombastisch und kann in den meisten Fällen überzeugen. Das Leveldesign ist stellenweise sehr gut gelungen und der Wechsel zwischen blühender Vergangenheit und verfallener Gegenwart, wodurch der gleiche Raum stellenweise komplett anders aussieht, kann sich sehen lassen. Leider konnte die Kamera nicht immer vollkommen überzeugen. Manchmal ging die Übersicht verloren, weil man die Kamera, aufgrund einer Wand, nicht hinter dem Prinzen positionieren konnte.

Die Licht- und Schatteneffekte, sowie die brillant gestalteten Zwischensequenzen lassen keine Wünsche übrig und erreichen stellenweise Filmniveau.

Die Animationen sind bedingt durch das „Free-Form-Fighting“-System sehr detailliert und schön anzusehen und gerade die vielen kleinen Effekte in den einzelnen Levels ließen mich öfters staunen.

Was auf die Ohren

Weniger gut gefallen hat mir die Sounduntermalung. Während die normale Sprachausgabe akzeptabel ist, sind die Kommentare der Gegner und des Prinzen oft unpassend. Außerdem will mir die Heavy-Metal Sounduntermalung überhaupt nicht gefallen. Auch wenn der Musikgeschmack sicherlich Ansichtssache ist, habe ich etwas anderes zum Setting erwartet.

Fazit

Mir hat The Sands of Time mehr Spaß gemacht, was nicht bedeuten muss, dass Warrior Within schlecht ist. Die Grafik ist immer noch vorzüglich, die Rätsel abwechslungsreich und das neue Kampfsystem gelungen. Allerdings hat mir das sehr düstere Setting, die erhöhte Gewaltdarstellung, das Fehlen sämtlicher Orientelemente nicht gefallen. Hier habe ich nach dem erstklassigen Vorgänger schlicht etwas anderes erwartet.

Wer mit Heavy Metal leben kann und ein wirklich anderes Setting als in The Sands of Time möchte, der findet mit dem Nachfolger ein spaßiges und abwechslungsreiches Actionspiel mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad, nur wenigen Designschnitzern, durchschnittlicher Sounduntermalung aber superber Grafik.

Prince of Persia: Warrior Within [PC , Justgamers]

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