Gesamtwertung93%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Im Winter ruht der Fußball in Deutschland. Wer dennoch mit Dortmund gegen die Bayern spielen möchte, der hat in der heutzutage kaum Schwierigkeiten damit. Nachdem Konami letztes Jahr Electronic Arts von der lang jährige Regentschaft auf dem PC abgelöst hat und auf der Konsole die Spitzenposition verteidigt hat, scheint die Tabellenspitze für Pro Evolution Soccer 4 nur eine reine Formsache zu sein. Wir verraten Euch natürlich mehr dazu.
Trotz der vermasselten EM 2004 in Portugal nahm das Jahr 2004 ein erfreuliches Ende für Deutschland. Drei Vereine im UEFA Cup sowie drei in der Champions League weiter und eine aufstrebende deutsche Nationalmannschaft. Wer in der langen Winterpause nicht ohne Fußball auskommt, der sollte spätestens jetzt über die Anschaffung eines PC-Spiels nachdenken. Denn auch auf dem PC ist nun der Edelkicker Pro Evolution Soccer 4 aus dem Hause Konami erhältlich.
Der Trainingsmodus ist im Vergleich zu FIFA Football 2005 wesentlich spaßiger. Auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen gilt es diverse Aufgaben zu erledigen und nebenbei können noch eigene Pokale und Ligen erstellt werden, in denen sich Eure Schützlinge beweisen müssen. Wenn Ihr dort einen guten Eindruck hinterlasst, dann winken Euch viele Extras, die im Optionsmenü freigeschaltet werden können.
Die Auflösung ist ähnlich niedrig, wie man es z.B. auf der PlayStation 2 kennt. Auch nicht sehr angenehm ist die Tatsache, dass die Maus in den Menüs nicht unterstützt wird und man mit dem Controller durch die Menüs geht. Vielleicht sollte sich Konami in Zukunft ein wenig mehr Gedanken machen, wie man die Konsolenvariante etwas benutzerfreundlicher für den PC umsetzt.
Wenn Ihr keine Originalmannschaft auswählen solltet, dann startet Ihr mit absoluten Fußballanfängern, die nicht einmal anständig den Ball anstoppen können - ganz gleich, ob Ihr Real Madrid oder Spartak Moskau wählt. Mit dieser Gurkentruppe müsst Ihr es von der zweiten Division aus in das Finale der WEFA Meisterschaft schaffen.
Neben der zweiten Division gibt es noch vier erste Ligen, die zu Spielbeginn aus allen Ligen mit Mannschaften durchgewürfelt werden. In der ersten Liga könnt Ihr Euch zudem für die WEFA Meisterschaft qualifizieren oder für den WEFA Cup. Das Fundament ist dabei nicht mehr groß anders, als das von der UEFA.Im Vergleich zum Vorgänger hat sich an der Struktur nur geändert, dass die Teams nicht mehr nach Regionen zugeordnet werden.
Dafür ist es nun wesentlich schwieriger, sich sein Traumteam zusammenzustellen. Während man bei Pro Evolution Soccer 3 nach der zweiten Saison viele Wünsche erfüllen konnte, reicht es dieses Jahr nicht mal für einen Star nach dem ersten Aufstieg.
Sinnvoll ist zudem, dass die Spieler nun altern und Ihr so gezwungen seid, in den ersten Jahren viele Spieler auszuwechseln, denn Eure Spieler sind nicht nur untalentiert, sondern auch noch viel zu alt. Außerdem ist es wesentlich schwieriger, die Gehaltsforderungen der Spieler zu erfüllen und Neuverpflichtungen zu tätigen.
Im Gegensatz zu FIFA Football 2005 wird in diesem Spiel vor allem auf die Fitness der Spieler geachtet. So ist es fast unmöglich, dass ein Spieler alle Spiele durchspielt. Wer dem Ganzen ein wenig entgegenwirken möchte, für den steht mit dem Konditionstraining eine Möglichkeit parat.
Zwar könnt Ihr Eure Finanzen nur durch Siege aufstocken, nun aber werden die Leistungen der Spieler auch berücksichtigt. Wenn ein Spieler gute Leistungen bringt, dann verbessert sich dieser nach dem Spiel in den Bereichen, in denen er überzeugt hat.Auch wenn Pro Evolution Soccer 4 keine Vereinswechsel zulässt, macht die Meisterliga dank der vielen kleinen aber sinnvollen Verbesserungen einen Tick mehr Spaß.
Die Abwehr ist nur schwer auseinander zu reißen und jeder Spielzug muss überdacht werden. Wer zu lange zögert, der hat es schwer. Denn die Gegenspieler suchen sich sofort Ihre Männer und schirmen diese gut ab.
Die Torhüter beeindrucken durch sehr realistisches Spiel, sind aber auch nicht unfehlbar. Sie warten stets den passenden Augenblick ab und laufen heraus. Aber nicht nur die Torhüter, sondern auch die Mitspieler agieren sehr intelligent. Sie können taktische Raffinessen, wie die gefürchtete Abseitsfalle, perfekt spielen und erfreuen über perfekte Laufwege. So sind die Mitspieler immer passend anspielbereit.
Das gesamte Spiel wirkt unglaublich flüssig und wesentlich runder als bei FIFA Football 2005. Es gibt unzählige Aktionen, den Ball zu spielen, durchlaufen zu lassen, zu passen und seinen Gegner auszutricksen. Das Beste daran ist, dass es keine Erfolgsgarantie gibt und es dank optimaler Tastenbelegungen schnell von der Hand geht. Neben den neuen Aktionen wurde auch das Einwerfen verändert.
Wer nicht wartet, bis die Mitspieler passend stehen und einfach drauflos wirft, der beschenkt seine Gegner. Außerdem ist die Ballphysik nun wesentlich schwieriger zu berechnen. Ein Ball, der zur Seitenlinie rollt, sollte immer beobachtet werden, denn nicht immer behält er die Geschwindigkeit bei. Die größte und wesentlichste Änderung betrifft das Abspielen. Mit einer Zusatztaste kann der Ball noch direkter gespielt werden.
Verbessert wurde auch die Vorteilsregelung, die im Vorgänger alles andere als genau war. Wenn der Spieler nach dem Ballverlust keinen Vorteil schöpfen kann, wird das Spiel abgepfiffen. Kein Wunder, dass die Reglung nun genauer ist, schließlich befindet sich der Schiedsrichter erstmals bei der Serie auf dem Feld.
Für besonderes Flair sorgen nun leichte Unterbrechungen. Wenn ein Spieler leicht verletzt ist, wird er an den Seitenrand getragen und die Mediziner geben ihr bestes, den Spieler wieder fit zu kriegen. Bereits kurze Zeit später erhaltet Ihr dann die Diagnose. Außerdem werden Abseitstore erst nach dem Spielerjubel angezeigt.
Auch die KI der Gegner kann überzeugen. Der Gegner weiß nicht nur mit seinen Spielern umzugehen, sondern benimmt sich taktisch geschickt. Wenn der Computergegner erstmal hinten liegt, dann sorgt er für starkes Pressing, was Euch das ein oder andere Mal in Verlegenheit bringen kann.
So wundert man sich, weshalb man oft in der Meisterliga ein torloses Unentschieden spielt, aber nie eine Führung retten kann. Der Unterschied zu FIFA Football 2005 liegt am vielfältigerem Gameplay - denn irgendwie hat man hier nie das Gefühl, alle Szenen gesehen zu haben. Zu diesem Zeitpunkt ist kaum zu sagen, ob es spielerisch überhaupt noch eindrucksvoller geht. Ebenfalls erfreulich ist, dass alle getesteten Gamepads vom Programm angenommen wurden. Wer fingerfertig ist, der kann natürlich auch traditionell mit der Tastatur spielen.
Lediglich die Grafikengine ist ein wenig schwächer als die von FIFA Football 2005. Dem Spiel erkennt man leider doch ein wenig an, dass es von der Konsole portiert wurde. Abgesehen von der höheren Auflösung sind keine wirklichen Unterschiede festzustellen.
Die Musik im Menü wirkt sehr zweckmäßig und ist kein wirklicher Hörgenuss, wobei sie weniger nervig als im Vorgänger ist. Die gesamte Soundkulisse hingegen ist da schon zufriedenstellender. Die gezeigte Leistung überträgt sich auf das Verhalten der Fans. Liegt der Gastgeber zurück, werden die Fans unruhig und Pfeifen ihre eigenen Schützlinge aus.
Neben der Zuschauerkulisse gibt es noch ein Kommentatoren-Duo, welches Euch das ganze Spiel über begleitet. Zwar machen die beiden ihren Job relativ ordentlich, doch wiederholen sich ihre Sprüche recht schnell. Nach wenigen Spielen hat man nämlich alles gehört.
Man beschränkt sich darauf, dass eine Person ein Spiel hostet und eine weitere sich in das Spiel einklinkt. Die Verbindungen bleiben stets konstant und dank der geringen Hardwareanforderungen läuft das Spiel immer flüssig. Wer einen Router besitzt, der wird nur dann spielen können, wenn er den entsprechenden Port freigibt.
Kein Fußballspiel bietet derart detaillierte Einstellungsmöglichkeiten für das Aussehen und die Spielerattribute. Von der Frisur bis zum Fuß kann alles eingestellt werden. Ob Euer Spieler die orange Brille von Edgar Davids tragen soll, Handschuhe oder eine Maske, bleibt Euch überlassen. Neben den herkömmlichen Fähigkeiten können noch Talentsterne vergeben werden sowie zusätzliche Positionen.
Damit alles ähnlich originalgetreu wie in FIFA Football 2005 aussieht, haben sich viele Fans von Pro Evolution Soccer 4 an die Arbeit gemacht und ein riesiges Update gemacht. Neben den üblichen editierten Daten, die Spieler in bekannten Namen auflaufen lassen, wurden sogar die Trikots aufwändig aufpoliert. Bereits im Vorgänger entwickelten die Fans diverse Werkzeuge, mit denen jeder zusätzliche Daten editieren kann.
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Pro Evolution Soccer 4 im Test.
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