Gesamtwertung89%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Im Gegensatz zu Quake 3: Arena besitzt Quake IV wieder eine 'richtige' Story, auch wenn diese nicht annähernd innovativ, jedoch deren Verlauf fairerweise an einigen Stellen ziemlich spannend ist. Wieder einmal bedrohen böse, böse Aliens aus den kosmischen Unendlichkeiten der Blödhaftigkeit die Existenz der Menschheit. Nur gut, dass wir Menschen uns mit kräftiger Gewalt zu verteidigen wissen, aber schlecht, dass das die Stroggs auch ganz gut können.
So geht´s den Möchtegern-Besetzern in unzähligen Levels, die allesamt auf den Planeten der Stroggs spielen, an die widerliche Haut. Glücklicherweise wird Euch von den Entwicklern kein heroischer Ein-Mann-Krieg auf den Monitor gezaubert, nein, die meisten Missionen bestreitet Ihr mit mehreren Teammitgliedern, die zu unserem Glück nicht auf den Kopf gefallen sind. Sie gehen in Deckung, feuern auch aus dieser heraus und werden Euch garantiert das ein oder andere Mal den virtuellen Hintern retten. Anders ergehts da den Gegnern: denen mangelt es leider wirklich ein wenig an Grips und wenn man bedenkt, wie sich diese achso fortschrittlichen Aliens manchmal in den Gefechten anstellen, wird einem Angst und Bange.
Das Gameplay von Quake IV ist im Großen und Ganzen frei von jeglichen Neuerungen, nur den Fahrzeug-Einsatz sahen wir bisher noch in keinem der anderen Quake-Teile. Da dies aber im Vergleich mit anderen Spielen wie Far Cry und Half-Life 2 auch keine wirklich nennenswerte Innovation ist, spielt sich Quake IV relativ monoton, was in diesem Fall aber nicht wirklich schlimm ist, da die recht abwechslungsreichen Missionsziele, die klugen CPU-Kameraden sowie cool geskriptete Ereignisse das Geschehen stets interessant machen. Zum Test stand uns die deutsche Version zur Verfügung, die natürlich nicht ohne herbe Schnitte davon kam: zum einen gibt es keinen roten Lebenssaft, zum anderen verschwinden Leichen nach ein paar Sekunden ähnlich wie in der deutschen Fassung von Unreal Tournament 2004 durch Teleport. Als ganz fies erweist sich aber die Tatsache, dass einige besonders brutale Sequenzen herausgenommen wurden. Das krasseste Beispiel hierfür ist die eklig-gruselige Umwandlung Eures Alter Egos in einen Strogg, auf die man hierzulande komplett verzichten müssen. Etwaige Logiklücken sind hier und da die Folge.
er jetzt enttäuscht ist, dass der neueste Teil im Einzelspielermodus rein gar nichts mehr mit Quake 3 zu tun hat, wird jedoch Freudensprünge machen, wenn er den Mehrspieler zockt. Denn der ist vom Gameplay her als 1:1-Kopie des Vorgängers mit frischer Grafik, runderneuertem Sound sowie brandneuen Waffen zu verstehen. Einige Maps erinnern frappierend an 'Q3: Arena', andere sind komplett identische Versionen. Die Leistung in den Multiplayergefechten kann zufriedenstellen, jedoch sind viele Server für ein Spiel der Quake-Reihe noch erschreckend leer. Allerdings ist davon auszugehen, dass der spaßige Mehrspielermodus garantiert seine Anhänger finden wird.
Grafisch ist Quake IV gewiss kein angekündigter Quantensprung, doch messen kann es sich mit aktuellen und kommenden Spielen locker: vor allem die exzellente Ausleuchtung der Levels - besonders die der Innenräume - weiß hier zu gefallen. Auch die detaillierten Texturen, die gut integrierten Schatteneffekte sowie das tolle Bump-Mapping sind ein 'Eye Candy', den man garantiert nicht missen möchte.
Einzig und allein die Außenareale wirken etwas trist und leer, doch keineswegs fehl am Platze. Spätestens wenn man die hübsch designten - wobei man bei den ekligen Stroggs eher nicht von 'hübsch' reden kann - Charaktere betrachtet, fällt dieser Faux-pas nicht stark ins Gewicht.
Auch akustisch ist der vierte Quake-Teil ein wahres Schmankerl: glücklicherweise verzichtete man bei der hiesigen Version auf eine womöglich peinliche deutschsprachige Synchronisation. So bleibt die Atmosphäre mit den sehr guten englischen Sprechern bestens erhalten. Ein Kracher sind auch die Waffeneffekte: wer mit genügend Watt in den Boxen ausgestattet ist, darf sich auf eine akustisch wuchtige Actionballerei freuen. Vor allem die Shotgun und das Maschinengewehr wurden exzellent vertont.