Gesamtwertung76%/10 |
GrafikMangelhaft SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Der vierte im Bunde
Vor dem diesjährigen Radsportmanager erblickten bereits drei andere Vertreter des Genres das Tageslicht. Schon letztes, vorletztes und das Jahr davor versuchten die Entwickler von Cyanide die Faszination Radsport für jeden Computerspieler zugänglich zu machen. Zugegeben, beide Teile gehörten nicht zu den Spitzensportspielen, dennoch konnten sie Radsportfans für sich begeistern. Zahlreiche kleine Mankos allerdings wurden auch von Profis nicht übersehen. Dem will man nun Abhilfe schaffen. Die Entwickler haben sich für die 2004/2005-Version viele Vorschläge von Fans angehört, und letztendlich auch ins fertige Spiel eingebaut. Zwar haben sich die Entwickler viele Sachen lizenzieren lassen, die Fahrer und die Teams aber tragen immer noch komische Namen wie Erik 'Zubel' oder Jan 'Ulrech'. Die beiden fahren übrigens mangels Lizenz für Team 'T-Lekom'.
Alles beim Alten
Das Prinzip des Radsportmanagers hat sich im Grunde nicht verändert. Der Spieler kann sich am Anfang seiner Manager-Karriere eines aus 40 lizenzierten Teams aussuchen, darunter beispielweiße T-Mobile, Bianchi oder US-Postal. Jedes Team hat ein festgelegtes Startbudget sowie eine bestimmte Anzahl an Fahrern, um jeden kann man sich einzeln kümmern. Jeder Fahrer hat seine eigenen Attribute, wie Kondition, Sprintgeschwindigkeit und Trittfrequenz. Falls sich ein Team in einer Saison sehr stark zeigt, dann ist es möglich neue Sponsoren zu gewinnen, die dann Geld in die Team-Kasse zahlen. Diese Finanzen kann man später für besseres Sportgerät wie z.B. Helme oder Fahrräder einsetzen. Je höhere Qualität des Geräts desto besser fährt es sich auch damit, vorausgesetzt ein talentierter Fahrer sitzt oben drauf. Jedes Team hat einen eigenen Rennkalender in dem man als Teamchef die nächsten zu fahrenden Rennen einträgt. Für manche Rennen und Wettbewerbe sich ein Team erst qualifizieren, dann bekommt es unter Umständen auch eine Einladung vom Veranstalter. Jeder Fahrer hat auch seine eigenen Bedürfnisse. Hierzu gehört auch eine ausgewogene Ernährung. Die ist immer wichtig am meisten aber vor Beginn von Saisons und Rennen, weil hier ein Fahrer die meisten Kalorien verbraucht, und welcher Teamchef möchte schon dass sein Held während eines Wettbewerbs einfach die Kraft verliert und als einer der letzten die Ziellinie überquert. Eine Neuerung ist, dass man sich vor Beginn einer Saison seine eigenen Ziele stecken sollte, dann macht das Spiel auch mehr Spaß weil man außer einer guten Platzierung auch noch sein eigenes Ziel vor Augen hat, und die Freunde ist umso größer, ist dieses am Ende erreicht.
Im Spiel sucht man sich dann aus mehreren Zielen eines aus. Wird dieses dann tatsächlich erreicht, dann klingeln die Kassen. Die Tour de France ist zwar die berühmteste und wohl dank ihrer Länge auch anstrengendste Tour der Welt, aber außer ihr darf man als Spieler auch noch an vielen anderen Wettbewerben teilnehmen. Eine Möglichkeit ist es sich für die nationalen Meisterschaften einzuschreiben, diese werden in verschiedenen Ländern der Welt ausgetragen, in der neuen Version sind sogar sechs neue dazugekommen
Das heißt dieses Jahr dürfen Nachwuchs-Teamchefs auch Abstecher in die Schweiz, in die USA, nach Norwegen, Dänemark, Portugal und Australien machen. Vor dem Einschreiben allerdings sollte man auch darauf achten, wo das angestrebte Event stattfindet. Denn falls nicht genug Geld in der Team-Kasse ist, dann geht es nirgendwohin, denn auch die Kosten für die Reise muss ja jemand tragen.
Und los!
Das gesamte Rennen läuft in Echtzeit ab. Währenddessen muss man seinen Fahrern Befehle erteilen. Wenn mal einer zu langsam ist sollte man seine Trittfrequenz erhöhen, damit er schneller wird und Gegner überholt. Dies darf aber nicht zu lange passieren, denn nach einiger Zeit schwindet die Energie und er wird dadurch dass er alles auf den Sprint gesetzt hat noch langsamer als vorher. Diese Taktik empfiehlt sich kurz vor Ende eines Rennens, wo der Fahrer noch einige Plätze gutmachen kann. Auch im Rennmodus wurden dank der Vorschläge der Fans viele Sachen verbessert. Die Fahrer reagieren nun auf Wetterbedingungen, wie Regen oder sogar Schnee, manche mögen heißes Wetter anderen bekommt wiederum ein kühler Tag besser. Während des Rennens verfolgt den Spieler allerdings eine sehr langweilige Musik, die besonders bei den nichts passiert Stellen sehr negativ auffällt. Hier ist es besser, wenn man sich lieber seine eigenen Lieder anhört, wie es auch schon im Vorgänger möglich war.
Von vielen Fans bemängelt wurde in der 2003/2004 Version vor allem eines die fehlende Kommentar-Funktion. Hier wurde ebenfalls Abhilfe geschaffen. Das ganze Rennen kommentiert nun, mehr oder weniger sachlich ein Kommentator, dessen Kommentare sich zwar meistens wiederholen, aber für fast jede Situation hat er den passenden Satz auf Lager. Das haucht manchen langweiligen Etappen wenigstens ein bisschen Leben ein. Neu im Interface ist die Höhenanzeigetafel. Diese zeigt die Höhenunterschiede des Terrains an. Je nach dem wie groß die Steigung ist desto mehr muss der Fahrer dann auch in die Pedale treten. Wem das Einzelradlerdasein nicht genug ist, der sollte einen Blick auf den Multiplayer-Modus werfen. Bis zu 20 Spieler können sich hier über LAN oder Internet messen. Allerdings nur ein sehr kurzer Spaß, da mit lediglich zwei Modi, Rundfahrt und Etappe nicht viel Abwechslung geboten wird. Da bleibt der Einzelspieler-Modus mit seinen 180 Etappen dann doch interessanter.
Ein echter Schlag ins Gesicht den Fans gegenüber ist auch dieses Jahr wieder eine sehr schlechte Grafik. Die Landschaften sind zwar alle in 3D nachgebaut, und es tummeln sich viele Leute entlang der Strecken aber man sollte denken, dass heute viel mehr möglich ist. Für nächstes Jahr sollte wenigstens eine brauchbare Engine her, dann wird das Spiel vielleicht auch ein breiteres Publikum ansprechen. Einziger Lichtblick die bekannten Landschaften und Städte wie beispielweiße Paris wurden natürlich originalgetreu nachgebaut. Außer den Champs-Elyées die auch in den drei Vorgängern vorhanden waren, wo die Tour de France ihr Ende findet wurden noch 15 weitere neue Monumente bzw. Denkmäler hinzugefügt, was der Atmosphäre natürlich sehr gut tut. Die Steuerung ist den Entwicklern insgesamt gelungen. Die Menüs im Spiel wirken nun schöner als es bei den Vorgängern der Fall war, allerdings sind die noch immer recht unübersichtlich. Einsteiger werden also die gewohnten Startschwierigkeiten haben, aber nach höchstens ein bis zwei Stunden kennt sich jeder in der Tabellenwüste des Spiels aus.
Radsport Manager 2004/2005 im Test.
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