Gesamtwertung73%/10 |
GrafikBefriedigend SoundSehr gut |
LanzeitspaßBefriedigend SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Kein Hit mehr...
Verhielt es sich bei Teil eins Ende 2006 noch so, dass grafisch im Prinzip fast kein Nachbesserungsbedarf bestand, sieht die Sache bei Rainbow Six: Vegas 2 nun schon anders aus. Für das Spiel wurde dieselbe Engine verwendet, nur minimale Detailänderungen wurden vorgenommen. Das Resultat ist solide, aber nichts Bahnbrechendes mehr. Schon bei den teils farbarmen Umgebungen fehlt nicht selten die Liebe zum Detail. Echte Hingucker wie beispielsweise die Casinos aus dem Original sind hier leider Mangelware. Immerhin: Die Charaktere nebst deren Animationen sowie der nächtliche Blick aus dem Helikopter sind den Entwicklern wieder mal gut gelungen. Zudem läuft das Spiel etwas flotter als der zuweilen etwas ruckelanfällge Vorgänger. Bei den Effekten spaltet sich das Ganze in zwei Lager: Während Licht- und Spezialeffekte bei den Schießereien durchaus zu gefallen wissen, waren wir bei den Explosionen etwas enttäuscht und sind uns sicher, dass hier nicht das volle Potenzial ausgeschöpft wurde.
Da geht die Post ab!
Sieht man einmal von den nicht immer überzeugenden deutschen Synchronstimmen ab, offenbart sich wieder einmal eine druckvolle Klangkulisse, die sich gerade in heißen Gefechten von ihrer Schokoladenseite zeigt. Die Waffensounds sind durch die Bank weg hervorragend und klingen realistisch. Ein besonderes Schmankerl ist hierbei der klasse Surround-Sound, der das Geschehen mit den von uns verwendeten 7.1-Boxensystem in ein wuchtiges Erlebnis für die Ohren verwandelte. Da schmerzt es umso mehr, dass der Titel bislang noch unter kleineren Soundaussetzern leidet ein Update müsste hier Abhilfe schaffen. Gut, dass darunter nicht die Musikuntermalung leidet, denn diese ist das letzte, glücklicherweise passende Puzzleteil der gelungenen Soundsparte.
Gut unterwegs in Vegas, Teil 2...
Kein Wunder: Rainbow Six: Vegas 2 steuert sich - frei konfigurierbar - mit Maus und Tastatur einfach besser, da präziser, als das Konsolenpendant. Wer dennoch nicht auf das Fünkchen Konsole verzichten möchte, darf einen Xbox 360-Controller anschließen. Anzumerken ist, dass sich steuerungstechnisch seit 2006 nichts Grundlegendes geändert hat. Neben den typischen WSAD-/Pfeiltasten-Bewegungen gibt es noch da die Itemwahl, zu der Ihr gelangt, sobald Ihr die Inventartaste gedrückt haltet und per Mausbewegung entscheidet, welche Waffe beziehungsweise Granate Ihr als Nächstes einsetzen wollt. Das Gleiche bloß mit gedrückt gehaltener Nachladentaste macht Ihr, um einen Schalldämpfer auf- bzw. abzusetzen und die Feuerrate Eures Ballermanns zu bestimmen, sofern möglich. Teambefehle können per simplen Druck auf die Aktionstaste erledigt werden. Der Wechsel zwischen Halten, Neu formieren und Folgen erfolgt Ihr erratet es - ebenfalls auf Knopfdruck. Die Kamera leistet derweil im Deckungsmodus gute Dienste, sodass Ihr Euch meistens eines optimalen Blickfeldes erfreuen könnt.
Hier liegt der Hund begraben...
Gegenüber der von uns bereits unter die Lupe genommenen PlayStation 3-Fassung hat sich am PC wie zu erwarten nichts geändert nur die Regionenunterschiede machen diesbezüglich einen nicht zu verachtenden Unterschied. Die einzige große Neuerung, das A.C.E.S.-System, dass Euch für Kopfschüsse oder besondere Aktionen belohnt, fiel in der deutschen Version komplett der Schere zum Opfer. Das Blut und die Gegnerphysik blieb hingegen erhalten. Und so bietet Vegas 2 eigentlich nichts grundlegend Neues mehr. Die Missionen sind im Großen und Ganzen nach bekanntem Schema F gestaltet und wirken etwas lieblos einander gereiht - die Story dreht sich dabei wieder um einen Terroranschlag, den es zu verhindern gilt und mündet in einem Ende, dass aufgesetzt wirkt und bereits nach etwas mehr als sechs Stunden Spielzeit über Euren Bildschirm flimmert. Vor allem das Motiv des späteren Verräters scheint einer x-beliebigen Daily Soap entnommen und geht dem Spieler in peinlicher Weise am Allerwertesten vorbei. Überhaupt wirkt Rainbow Six: Vegas 2 konsequent uninspriert und selbst der taktische Maßstab ist nicht mehr zu erkennen: Es ist zwar schwieriger, wie ein Rambo durch die Levels zu hetzen und Sachen wie die Spycam, Teambefehle und Gegnermarkierungen beiseite zu lassen, aber es ist durchaus zu schaffen. Eine Art des Spielens, die uns im ersten Teil das Leben gekostet hätte. Vor allem die künstliche Intelligenz tut recht oft gut daran, uns das Leben leichter zu machen, stehen die Schergen doch manchmal dumm und tatenlos in der Gegend herum. Die Kehrseite der deutschen Zensur bekommt man übrigens von Anfang an zu spüren: Für jeden getöteten Gegner gibt es gerade einmal einen Extrapunkt Erfahrung, Aufstiege wurden somit erheblich erschwert. Immerhin hat man bereits zu Beginn alle Waffen zur Verfügung. Dadurch schwindet aber auch die Motivation, umsichtig durch die Szenarien zu huschen und auf gute A.C.E.S.-Belohnungen zu achten.
Anspruchsloser Trip!
Rainbow Six: Vegas 2 verlangt dem Spieler nicht allzu viel ab - das sah im Vorgänger schon anders aus. Die KI-Schergen haben oft ihre lieben Probleme, dem Zocker ein Dorn im Auge zu sein und lassen sich leicht überlisten. Das Teammanagement ist ebenfalls anspruchslos und benötigt im Kampf und an verschlossenen Türen nur wenige Befehle. Frei gespeichert werden darf übrigens nicht, das Spiel generiert stattdessen Rücksetzpunkte, die jedoch nicht immer fair platziert wurden.
Argh, versemmelt!
In der Theorie klingt alles so gut: Coop-Modus für zwei Spieler, Terroristenjagd für bis zu drei weitere Mitstreiter und spannende Onlinematches mit Cover-Support für insgesamt 15 Hobby-Spezialkräfte. In der Praxis kränkelt Vegas 2 jedoch an Unstimmigkeiten, die vor allem in der deutschen Fassung zum Tragen kommen. Am Schlimmsten ist dabei das Unvermögen der hiesigen Version, internationale Matches zu erlauben, was der Streichung des A.C.E.S.-Systems zu 'verdanken' ist. Ihr dürft also nur auf - immer noch recht leeren - regionalen Servern ausrücken - eine Frechheit, die jedoch nicht dem Spiel, sondern mehr der USK anzurechnen ist. Das knabbert massiv an der Multiplayerwertung, die mit ansonsten guten Coop- und Gegeneinander-Gefechten sowie dem coolen Deckungsfeature viel höher hätte ausfallen können.
Rainbow Six: Vegas 2 im Test.
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