Gesamtwertung85%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Es ist ein Morgen wie jeder. Aufstehen, frühstücken, ins Hauptquartier fahren, Waffen aus dem Schrank holen und Terroristen jagen... Moment, ein Morgen wie jeder andere? Für unsere Spezialisten der internationalen Elite-Einheit Rainbow, die sich nun zum dritten Mal ins Abenteuer stürzt, schon. Die Story des Tom-Clancy-Spiels beginnt mit einem harmlosen Einsatz auf einer Raffinerie im tiefsten Venezuela. Aber schon bald entfaltet sich die Geschichte zu einem Komplott, dessen Wurzeln sogar im 2. Weltkrieg liegen. Vorangetrieben wird die Handlung zu Beginn jeder Mission von einer unbekannten Mitarbeiterin, die uns in die einzelnen Missionen einweist, unser Vorgesetzter und der Geheimdienst liefern wichtige Informationen, die für den Ausgang unserer Mission von entscheidender Rolle sein könnten. Zusätzlich kann man auf Nachrichten-Quellen zurückgreifen, um noch einmal die Ergebnisse unserer letzten Mission zurückzugreifen. Jedoch werden uns dabei keine Videos à la Splinter Cell serviert, sondern ein einfacher Text, für den anscheinend kein Synchronsprecher mehr frei war.
Ist das erledigt, kann man die Einheiten je nach belieben in Team Rot, Team Grün oder Team Gold einteilen. Falls man nun mit drei Teams ein Spiel starten will, wird schon bald dumm aus der Wäsche schauen. Die computergesteuerten Teams bewegen sich nicht von Fleck. Wegpunkte müssen her. Und hier unterscheidet sich Raven Shield von gewöhnlichen Shootern. Schon während der Planung ist es bei der KI notwendig, eigenhändig Wegpunkte zu erstellen. Dies geschieht in einem langwierigen Prozess. Beliebig viele Wegpunkte können auf die einzelne Teams verteilt werden. Wer will, kann an bestimmten Wegpunkten auch noch Aktionen wie 'Granate werfen' anwählen. Allerdings sollte man dabei achten, dass unser Team nicht vor einer geschlossenen Tür steht, da sonst unsere lieben PC-Kollegen die Granate gegen die Tür schmettern und sich selbst in die Luft sprengen. In einem kleinen Fenster am oberen linken Bildschirmrand kann man während der ganzen Planungsphase Einblicke in das Areal erhalten, in das man später seine Teams schickt. Je nach Ersteindruck kann man sich dann noch entscheiden, ob sich das Team an diesem Wegpunkt eher vorsichtig verhalten oder doch lieber schnell vorrücken soll.
Falls man verhindern will, dass die computergesteuerten Teams durch die Level brausen, ohne Stopps einzulegen, kann an jeder x-beliebigen Stelle Wartepunkte einrichten, an denen die Teams erst dann wieder weitergehen, sobald der Spieler den Befehl dazu gegeben hat. Dies ist äußerst nützlich, wenn alle Teams einen wichtigen Raum gleichzeitig stürmen sollen und nicht in 'Wer zuerst kommt, mahlt zuerst '-Manier den Raum stürmen und somit ihr Leben und das Leben von Geiseln riskieren.
Zusätzlich können wir uns mit Hilfe von allen möglichen Granaten oder Sprengladungen den Weg zu den Terroristen enorm erleichtern. Herrlich sind bei dem Ganzen die Effekte der einzelnen Granaten. Von Blendgranaten geblendete Personen sehen für kurze Zeit nur weiß, was danach zu einem verschwommenen Sehen umschlägt. Reizgas löst einen Hust- und Tränenreiz aus, wodurch ein genaues Zielen unmöglich wird. Bei dem Einsatz der Granaten sollte man jedoch darauf achten, nicht selber in den Wirkungskreis der Granaten zu gelangen, da sie auch uns selber oder unsere Teammitglieder schaden können. So halten sich geblendete Team-Kollegen beispielweiße kurzzeitig einen Arm vor die Augen, bevor sie wieder klar sehen können.
Durch dieses ganze Interaktions-System gehen Zugriffe schneller und reibungsloser über die Bühne als in den Vorgängern oder dem etwas älteren Taktik-Shooter SWAT 3. Allgemein gesagt, wird bei Raven Shield gerade 'Taktik' groß geschrieben. Insgesamt stehen drei Schwierigkeitsgrade zu Beginn der Kampagne zur Verfügung. Zusätzlich kann man noch in den Optionen Auto-Aim aktivieren, damit das Spiel für uns selber zielt. Somit muss der Spieler nur noch abdrücken, ohne zu zielen. Aber selbst mit diesen enormen Erleichterungen kann man an selbst einfachen Missionen scheitern, solange man planlos durch die Gegend rennt und sich die Teamkollegen und Teams untereinander abstimmen. Wer schon mit Taktik-Shootern vertraut ist, kann das Spiel schnell bewältigen, wer sich aber ohne Vorkenntnisse an das Spiel wagt, wird enorme Probleme haben.
Unsere Künstlichen Idioten können wir uns vor den Missionen jeweils selber aussuchen. Aus einer langen Liste an Namen kann man insgesamt acht Einheiten in die maximal drei Teams verteilen. Dabei unterscheiden sich alle Einheiten durch ihre Fähigkeiten. Ganz am Anfang der Kampagne steht uns die Crème de la Crème zur Verfügung. Gut ausgebildete Einheiten mit langjähriger Erfahrung, die zum Beispiel besonders gut Zielen oder einen Raum stürmen können. Wenn wir im Verlauf der Kampagne mehrere Spieler verlieren, müssen wir irgendwann auf den Reserve-Sturm zurückgreifen, der nicht so gut ausgebildet ist wie die Einheiten zu Beginn. Dies ist schnell der Fall, wenn man sein Team unklug führt oder einem anderen Team schlechte Wegpunkte zuteilt und somit im schlimmsten Fall vier gute Männer auf einen Schlag verlieren kann.
Wenn es mal zu einem heftigen Schusswechsel gekommen ist, die man lieber vermeiden sollte, und unser Spieler getötet wurde, heißt das noch lange nicht, dass die Mission nun vorbei ist. Einfach den Spieler wechseln und weiter geht es. Das spielt eine wichtige Rolle, da es im gesamten Spiel keine Speicherfunktion gibt und man vielleicht nicht immer die komplette Mission vor vorne durchspielen will. Aufgrund der Möglichkeit, mit mehreren Spielern die Mission durchzuspielen, ist die fehlende Speicherfunktion sicherlich kein großer Verlust, allerdings wäre ein automatisches Speichern innerhalb einer Mission manchmal nützlich, da man dann wenigstens nicht alles neu spielen müsste.
Bei den Multiplayer Partien kann man entweder zusammen oder gegeneinander spielen. Folgende Modi sind spielbar:
-Überleben:
Entspricht dem herkömmlichen Death Match. Jeder gegen jeden.
- Team-Überleben:
Nun spielen (oh, welch Wunder) zwei Teams gegeneinander. Das Team, das überlebt, gewinnt die Runde
- Bombe:
Team Rot und Team Grün treten gegeneinander an. Rot muss eine Bombe zur Explosion bringen, Grün muss genau dies verhindern.
- Geisel:
Erneut treffen Team Grün und Rot aufeinander. Grün muss Geiseln, die sich in der Gewalt des roten Teams befinden, berfreien und zur Abholzone eskortieren
- Pilot:
Entspricht in etwa dem VIP Modus aus Counter-Strike. Das grüne Team muss einen abgeschossenen Piloten, der von einem Team-Mitglied gespielt werden, zum Abholpunkt bringen. Team Rot muss alles in seiner Macht stehende versuchen, um diese Aktion platzen zu lassen.
Zusammen kann man diese Modi spielen:
- Mission:
Hier können die aus der Kampagne bekannten Missionen mit menschlichen Kollegen durchgespielt werden
-Terroristenjagd:
Hierbei müssen vom Computer gesteuerte Terroristen ausgeschaltet werden
-Geiselrettung:
Das aus der Kampagne bekannte Prinzip. Das Team muss Geiseln aus der Hand von Terroristen befreien. Diesmal aber mit menschlichen Kumpanen
Der absolute 'Schmankerl' des Mehrspieler Modus sind aber drei Gegenstände, die nicht im Einzelspieler-Part vorkommen. Der Herzschlag-Simulator, der HS-Sensor-Störsender und der feste HS-Sensor-Störsender. Ziel all dieser Gegenstände ist es, dem Gegner den Einsatz des Herzschlag-Sensors zu erschweren. Dies funktioniert so, indem der Simulator wie eine Granate abgeworfen werden kann und dann an der Stelle, wo er liegen bleibt, dem Gegner einen Herzschlag vorgaukelt. Der Unterschied zwischen dem normalen und dem festen Störsender ist bloß, dass der normale Sender immer am Mann getragen wird und innerhalb einer Radius von 10 m jeden Herzschlag-Sensor stört und der feste Sender dagegen an einer beliebigen Stelle platziert werden kann und dort alle Signale innerhalb einer 15 m großen Radius unterdrückt.
Alle drei Gegenstände ermöglichen dem Spieler, den Feind in einen Hinterhalt zu locken und somit auch online noch taktisch spielen zu können, ohne dass der Gegner schon vor Betreten eines Raums weiß, mit was er rechnen muss.
Zusätzlich stehen mehrere nützliche Einstellungen parat, wie das Verbieten bestimmter Waffen, damit nicht jeder Spieler auf die Idee kommt, mit einem Scharfschützengewehr bewaffnet, auf den Gegner zu warten.
Wer wegen einer fehlenden Internetzuganges online nicht spielen kann, kann auch über Netzwerk mit Freunden spielen.
Alles in Einem ein solider Mehrspieler Modus, der zwar meiner Meinung nach online nicht Counter-Strike gefährden , aber besonders auf LANs für Abwechslung sorgen kann.
Leider ist es einem nicht möglich, in den Spiele-Optionen die Helligkeit zu verändern. Ärgerlich, wenn man dunkle Monitore besitzt und somit meiste Zeit mit dem Nachtsichtgerät rumlaufen muss, um noch etwas sehen zu können. Da man allerdings von Hand in der Konfigurations-Datei die Helligkeit ändern kann, für mich unverständlich, warum dies nicht einfach über die Optionen anwählbar ist.
Im Verlauf des Spiels erscheinen immer wieder gerenderte Zwischen-Sequenzen. Alle sehr gut gelungen, kommen im Spiel aber insgesamt zu wenig zum Einsatz.
Der Sound brilliert durch einen hervorragenden Soundtrack und realistischen Waffengeräuschen, die allesamt von einer Sound-Designer-Firma in Kalifornien mit realen Waffen aufgenommen wurden. Zudem leisten die Synchronsprecher durch die Reihe gute Arbeit.
Zudem sehe ich es gerne, dass Ubi Soft die Richtung der DVD-Filme Verpackungen einschlägt und versucht, durch gut designte Verpackungen zu überzeugen. Den hausinternen Wettkampf mit Ubi Softs anderem Stealth-Shooter Splinter Cell kann zwar meiner Meinung nach Splinter Cell für sich entscheiden, aber beim Cover ist den Designer ein ansehnliches Produkt entstanden, das man gerne ins Spielregal stellt.
Raven Shield im Test.
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