Gesamtwertung29 %/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegAusreichend |
BedienungMangelhaft |
Explosive Shooter-Action gepaart mit taktischen Echtzeitstrategie-Elementen - kann das gut gehen? Der Genre-Hybrid Field Ops wollte darauf schon vor langer Zeit eine Antwort geben... bis das Projekt aus dem Portfolio von Publisher The Games Company verschwand. Fast zur gleichen Zeit kündigte der ungarische Entwickler AtomicMotion das nun vorliegende Raven Squad: Operation Hidden Dagger an. Witzigerweise kommt der ehemalige Field Ops-Entwickler Digital Reality ebenfalls aus Ungarn. Noch witziger: Beide Spiele sehen sich verdammt ählich. Zudem arbeitete das Team hinter Raven Squad auch an Field Ops. Super, die Verwirrung ist perfekt. Auf zum Test von Field Squad, Operation Hidden Ops... oder so ähnlich.
Machte Field Ops damals noch einen vielversprechenden Eindruck, hinterließ Raven Squad schon bei den Trailern ein pessimistisches Stirnrunzeln. Und genau dieses Gefühl hat sich im Test auch bestätigt - womit wir eigentlich schon mit der Analyse aufhören könnten. Aber wir sind zur neutralen Argumentation verpflichtet und der möcht... müssen wir natürlich auch nachkommen.
Fakt ist: Raven Squad wirkt von vorne bis hinten unausgegoren und technisch in jeder Hinsicht veraltet. Im Shooter-RTS steuert Ihr anfangs ein, später zwei Squads durch dichte Dschungelgebiete, um ein mit wichtigen Informationen vollgepacktes, abgestürztes Flugzeug zu sondieren und die Daten zu sichern, bevor sie dem Feind in die Hände fallen. Klingt wie einem Dudikoff-B-Movie der RTL2-Mitternachtsstunde entnommen, die unfreiwillige Komik gibt es sogar gratis zu. Na gut, nicht ganz, Ihr verschwendet schließlich wertvolle Zeit Eures kostbaren Lebens.
Schon die Synchronisation ist einen Fenstersturz wert: Ob Ihr Euch vor der Installation des Titels für deutsche oder englische Stimmen entscheidet, ist dabei eigentlich egal. Und dabei sind es sogar die hiesigen Sprecher, die immerhin einen minimalen Tick besser sind als ihre Pendants. Die englischen Stimmen gehen auf keine Kuhhaut mehr. Jede Dialogzeile ist dermaßen mit akustischer Sch**** vollgestopft, dass man eigentlich schon nach den ersten fünf Minuten sich irgendwas krallen und ins Ohr stecken möchte.
Als Highlight der Worst of-Liste sei hier der Einsatzleiter der Squads erwähnt, der sich anhört, als könnte er gar kein Englisch und nur zufällig zu den Aufnahmen hinzugestoßen.
Das eigentliche Gameplay ist nicht besser: In den knapp vier bis fünf Stunden, die Ihr mit Raven Squad beschäftigt seid, gibt es gerade mal ein einziges (dschungelgrünes) Setting. Zudem ähneln sich die einzelnen Missionen der Kampagne stark - sowohl optisch als auch in Sachen Abwechslung. Ob Ihr nun in Shooter-Manier oder per Satelliten-Ansicht strategisch vorgeht, ist in etwa die gleiche Frage, wie Ihr denn gequält werden möchtet.
Der Shooter-Part nervt mit strunzdämlicher KI, merkwürdiger Kollisionsabfrage, unsichtbaren Levelgrenzen (Raven Squad ist unfassbar linear) und mehr als nur unbefriedigendem Waffeneinsatz, der Strategieteil ist hingegen derart anspruchslos, einfach und schon nach wenigen Minuten so langweilig, dass man gar nicht weiß, was Raven Squad eigentlich sein will. Wir können zumindest sagen, was es nicht ist: Spaßig. Da helfen auch die unterschiedlichen Fähigkeiten der zu weiten Teilen jederzeit wechselbaren Squads samt ihrer Einheiten nicht. Am PC nervt das umständliche Umschalten zwischen den einzelnen Soldaten, deren primärer und sekundärer Waffe oder dem Squad. Viel zu oft kommt man einfach durcheinander - wohl auch, weil nirgendwo angedeutet wird, wer hier Squad-Mitglied 1, 2 oder 3 ist - und entscheidet sich letztlich doch für den Strategieteil, bei dem Ihr einfach nur Eure Recken über die engen Map-Schläuche schicken und Gegner anklicken müsst.
Taktik? Fehlanzeige. Das Raven Squad läuft stur von A nach B und nietet automatisch alles um, was mit der Gegnerfarbe Rot zu tun hat. Mehr als ein interaktiver Bildschirmschoner ist der Titel also nicht.
Und ein hässlicher noch dazu: Abgehackte Animationen, detailarme Spielerfiguren und Effekte der Marke "Magerquark" erwarten Euch und stehen in keinem Verhältnis zur oftmals ruckeligen Performance. Die Vegetation und die Lichteffekte mögen noch ganz okay aussehen, aber gerade die Flora und Fauna hat eine Schattenseite: Sie verwehrt Euren Projektilen oftmals den Durchgang.
Soll heißen: "Schüsse durch Büsche" sind in Wahrheit "Schüsse in Büsche". Über die abgrundtief miesen Stimmen hatten wir uns ja schon eingangs geäußert, aber auch die Effekte verdienen sich keinen Orden. Mehr heiße Luft statt Bums dröhnt aus Euren Lautsprechern, um es einmal etwas salopp zu formulieren. Da reißt auch der an sich nette Soundtrack nicht mehr das Ruder herum. Das Boot sinkt bereits.
Schon tief im Meeresgrund verborgen ist hingegen das Potenzial des Mehrspielermodus: Bisher interessiert sich keine Seele für den Online-Coop-Modus. Ergo: Wir sehen von einer Benotung ab, da sich kein Mitspieler von uns hat finden lassen. Das dürfte aber dann eigentlich schon Bewertung genug sein.
Das war es dann also einerseits mit dem vielversprechenden, damaligen Field Ops und der noch vielversprechenderen Mischung aus Ego-Shooter und Echtzeitstrategie: Raven Squad: Operation Hidden Dagger macht nichts, aber auch gar nichts, richtig. Wenigstens die grausige Synchronisation darf man noch als thrashig bezeichnen - im Gegensatz zum Rest des Spiels hat die nämlich noch einen gewissen Unterhaltungswert, wenn auch nur unfreiwillig.
Das eigentliche Spiel ist großer Käse: Repetitive Missionen, ein auf Dauer biederes Setting, die altbackene Technik und das vor Mängeln nur so strotzende Gameplay - sowohl Shooter- als auch RTS-Part - lassen Raven Squad schnell in der Belanglosigkeit verschwinden. Und da gehört es auch hin. Nur ein weiteres Indiz dafür am Rande: Keine Sau will es online spielen.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Raven Squad: Operation Hidden Dagger im Test.
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