Gesamtwertung88%/10 |
GrafikGut SoundSehr gut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungBefriedigend |
Wer stört die idyllische Ruhe?
Eigentlich dachte Rayman, er hätte in den vorigen Teilen alle Gefahren aus dem Weg geräumt, aber erstens kommt bekanntlich alles anders und zweitens als man denkt. Denn mitten in seinen Mittagsschlaf stürzen seine beiden besten Freunde, der vorlaute und manchmal auch nervige Murfy, eine grüne Fliege, und Globox, der sich Raymans bester Freund schimpft aber ein Feigling ist. Sie berichten Rayman, dass ein schwarzer Lum namens Andre dabei ist, eine Armee auf die Beine zu stellen, die ihm die Weltherrschaft bringen soll, um alle friedlebenden Bewohner zu unterdrücken. Lums sind eigentlich rot, liegen schon immer und in der virtuellen Welt von Rayman verstreut herum und frischen die Lebensenergie des Charakters auf. Doch nun werden alle Lums, die Andre über den Weg laufen, bekehrt und ebenfalls zu schwarzen Lums. Diese suchen sich dann wiederum Tiere, denen sie das Fell klauen können, um damit Uniformen herzustellen. Aus Uniform und schwarzem Lum entstehen dann die gefürchteten Hoodlums, die aussehen wie ein Kartoffelsack, nicht besonders intelligent sind und aus allen Rohren auf Rayman ballern.
Nun weiß der blondhaarige Hauptprotagonist also, was auf ihn zu kommt und mit seinen beiden Freunden macht er sich auf die Jagd nach Andre.
Neben seinen Fäusten sind Raymans Haare seine wichtigste Fähigkeit. Mit seiner Frisur kann er sich von jeder noch so hohen Klippe gen Boden bewegen, ohne sich zu Tode zu stürzen, weil sie wie ein Propeller dafür sorgen, dass Rayman nicht abstürzt. Die anderen Buttons auf dem Gamepad, das auch am PC genutzt werden kann, lassen Rayman springen, sich abrollen und verstellen die automatisch justierte Kamera.
Ihr steht nun in einem der vielen, sehr unterschiedlich gestalteten Level. Von rechts nähern sich zwei Hoodlums und auf dem Boden befinden sich gelbe Diamanten und rote Kugeln. So sieht es meistens in den Missionen aus. Die Diamanten bringen euch Punkte, mit deren Hilfe Bonuslevel und Zwischensequenzen freigeschaltet werden können und die roten Lums helfen euch, wenn sich die Lebensenergie so langsam verabschiedet. Die Hoodlums könnt ihr leicht mit dem Fadenkreuz, das sich automatisch ausrichtet, wenn der Gegner in eurem Blickfeld steht, und zwei bis drei gezielten Treffern ausschalten. Nun kommt das nächste Problem es geht nicht weiter. Irgendwo im Level wird sich bestimmt ein Behälter finden lassen, mit dem ihr im Level weiter voran kommt. Solche Rätsel werden euch die meiste Zeit beschäftigen. Besonders gut ist aber die Tatsache, dass diese nach einigen wenigen Versuchen meistens gelöst werden können und so erst gar keine Frustration aufkommen kann, wie es in so manchem Konkurrenztiteln der Fall ist.
Ansonsten sind die Level nicht sonderlich groß, dafür umso abwechslungsreicher. Auf eurer Odysse kommt ihr an stinkigen Sümpfen und heißen Wüsten vorbei, müsst in klaren Gewässern tauchen und euch durch irreale Abschnitte pirschen. Am Ende einer Welt warten Endgegner auf euch, die mit hinterhältigen Waffen Jagd auf Rayman machen und dessen Mission zum Scheitern bringen möchten. Wenn ihr diese überwunden habt, beginnt die Reise in eine weitere Welt. Aber anstatt einfach eine der vielen Zwischensequenzen, die bei anderen Spiele oft nach jedem erfolgreichen Level eingespielt werden und so die Handlung vorantreiben, zu sehen zu bekommen, müsst ihr das Zepter selbst in die Hand nehmen.
Rayman skatet auf gelben Streifen entlang, die plötzlich im nirgendwo enden. Aber an statt in die Tiefe zu fallen, solltet ihr im richtigen Moment den Cursor zur Seite bewegen, um auf den nächsten Streifen zu springen. Dies ist nicht ganz einfach, wenn ihr im Sekundentakt wechseln müsst, aber da ihr in diesen Abschnitten nicht sterben könnt (ein fliegender Globox fängt euch sachte auf) sind auch diese Aufgaben nach einiger Zeit zu meistern. Was in diesen Übergängen besonders auffällt, sind die Hintergründe. Dort kreisen bunte Rauten, Striche und allerlei anderer Formen herum und eine stimmungsvolle Musik untermalt das Ganze.
Besonders gut gelungen, sind die kurzen Zwischensequenzen, die nach jeder Mission die Story vorantragen. Einzig die hier und da sehr umständliche Kameraführung dürfte den Spielern ein Dorn im Auge sein, da man plötzlich auf Holzbalken guckt, während sich Rayman ein heißes Gefecht liefert. Mal abgesehen von dieser kleineren Schwäche und den eher wenigen Innovationen ist an Rayman 3 nichts auszusetzen und so darf es den Rang als Genreprimus für sich in Anspruch nehmen.
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