Gesamtwertung69%/10 |
GrafikBefriedigend SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungSehr gut |
Vor anderthalb Jahren erschien Volitions 3D-Ego-Shooter Red Faction. Zwar konnte das Spiel das Genre nicht revolutionieren, doch sowohl die interessante Story wie auch die neuartige Geomod-Engine mit der man Wände in ihre Einzelteile zerlegen konnte, sorgten für mehr als ordentliche Verkaufszahlen. Nun wurde der Nachfolger des Actiontitels veröffentlicht. Wie sich dieser schlägt, erfahrt Ihr im folgenden Review.
Freiheit auf Mars und Erde
Fünf Jahre ist es nun her, dass der Bergbauarbeiter Parker mit seinen Kollegen eine Revolution gegen das regierende Mars-Regime anzettelte, um für Menschenrechte und Freiheit zu kämpfen.
Doch auch die Erde sieht sich fünf Jahre später vor einer ähnlichen Bedrohung: dem skrupellosen Diktator Supot, der noch nicht einmal davor zurückschreckt seine nanotechnisch hochgerüstete Spezialeinheit aus Angst vor schlechter Presse einsperren zu lassen.
Dummerweise konnte er seine Spezialeinheit nicht beseitigen und so schließen sich diese Hightech-Elite-Soldaten den Revolutionstruppen der Red Faction an, einer revolutionären Organisation, die die Diktatur Sopots brechen möchte.
Freiheit - Gleichheit Brüderlichkeit
Unter dieser von Sopot verstoßenen Spezialeinheit befindet sich auch der Sprengstoff- Experte Alias, in dessen Rolle Ihr schlüpft.
Der Rest der Truppe besteht aus Tangier, der Expertin für Tarnung, Quill der Scharfschützin, Repata dem Mann für die ganz dicken Wummen, Shrike dem verrückten Fahrzeug-Spezialisten und last but not least Molov dem Anführer.
Dass sich Vollition dazu entschieden hat in Red Faction 2 eurem Titelhelden mehrere Kollegen zur Seite zu stellen ist insgesamt betrachtet ein ziemlich positiver Aspekt. Vor allem zu Beginn lockern die knackigen Sprüche eurer Team-Kameraden das Spielgeschehen auf beisp wenn sich die äußerst sexy ausgestattete Tangier mit der selbstbewussten Scharfschützin Quill um vorhandene Kompetenzen streitet oder Shrike, der Flugzeug-Spezialist, wirres Zeug schreit und ihn Molov zurechtstutzt.
Neben euren Team-Mitgliedern sorgen auch andere neutrale Personen im Spiel für so manches schmunzeln.
In einem der Anfangs-Level seid Ihr beispielsweise in Sopots Zentrale, in der schnell ein heilloses Durcheinander ausbricht. In einem Nebenraum trefft Ihr zufälligerweise auf einen etwas breiter gebauten älteren Geschäftsmann und eine kleine asiatische Dame an seiner Seite. Dieser versucht sich mit den Worten Es ist nicht so wie es aussieht rauszureden und bittet Alias darum Schweigen zu bewahren.
Leider täuscht dieser gegenüber Teil eins neu integrierte Humor nicht über die spielerischen Mankos hinweg. Gegenüber dem Vorgänger überwiegen in Red Faction 2 nur noch bloße Ballereinlagen, denen es an Charme fehlt und die oftmals nur mit einer schieren Masse von Gegnern auftrumpfen. Das ermüdet schnell, vor allem wenn sich die Gegner dermaßen blöd anstellen wie in Red Faction 2 und sich weder Deckung suchen noch auf eure Fluchtversuche reagieren und euch verfolgen. Wünschenswert wären insgesamt vor allem mehr Rätsel gewesen, die über das übliche finde diesen oder jene Codekarte oder öffne diese Tür hinausgehen. Wie im ersten Teil dürft Ihr wieder an Bord von verschiedenen Vehikeln. So kann der Spieler in manchen Levels etwa auf Tauchstation in einem U-Boot gehen oder mit einem Mech für Zerstörung sorgen.
Die Vehikel-Level sind meist äußerst kurz, überzeugen jedoch im Gegensatz zu den oft sehr langatmigen und etwas monotonen puren Baller-Missionen zu Fuß. Solide ausgestattet ist das 14 Schießprügel umfassende Waffenarsenal, mit dem Ihr zum Teil dank der Geomod-Engine Wände zerstören dürft. Leider wurde die Geomod-Engine wie schon im Vorgänger nur unzureichend eingesetzt, denn nach wie darf nur an ganz wenigen Stellen frei entschieden werden, ob Ihr die Tür mit einer Codekarte oder lieber dem Rocket-Launcher öffnen wollt. Ansonsten gibt euch das Programm meist einen Wink mit dem Zaunpfahl und klare Zeichen, wo und wann Ihr diese oder jene Wand zerstören dürft. Grafisch merkt man Red Faction 2 die PS 2 Herkunft klar an: Es überwiegen äußerst karg ausgestattete Level, grobe zum teil sehr verwaschene Texturen, farblose Spielermodels und dürftige Spezialeffekte. Grafisches Schmankerl ist nach wie vor die Geomod-Engine, die jedoch wie schon im ersten Teil ihre Stärken nicht so richtig ausspielen darf und an dem grafisch ausreichenden Gesamteindruck nicht viel ändert. Wie schon im Vorgänger konnte in Red Faction 2 die deutsche Sprachausgabe vollends überzeugen. Bei der Wahl der Synchronsprecher hat THQ nicht viel falsch gemacht, denn diese passen meist eins zu eins zu den Spiel-Charakteren. Völlig misslungen sind den Entwicklern hingegen die diversen Schussgeräusche, die sich meist viel zu künstlich und unecht anhören. Steuern lässt sich Red Faction 2 wie die restliche Genre-Konkurrenz: Mit der Maus werden die Gegner anvisiert und mit den Pfeiltasten oder auch W-A-S-D gesteuert.
Der Multiplayer-Modus des ersten Teiles sorgte für wochenlangen Spielspass aufgrund des ausgereiften Waffenarsenals und der Möglichkeit die Geomod-Engine endlich richtig einsetzen zu können. Das entfällt leider im Nachfolger, da Ihr nur gegen äußerst schwachbrüstige Bots antreten dürft, z.B. via DeathMatch oder Capture the Flag.
Red Faction 2 bietet eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so überzeugende Story und viel, viel Altbewährtes. Technisch blieb der Quantensprung ebenso aus wie spielerisch, ganz im Gegenteil. Die Grafik-Engine wirkt dank der schlampigen PC-Konvertierung stellenweise noch schlechter als auf der PS 2 und das Spielniveau ist weggegangen von üblichen Ego-Shootern wie Unreal und hin zu Spielen wie Serious Sam. Mehr Ballerfinger, weniger Hirnschmalz das ist Red Faction 2.
Auch wenn mir Red Faction 2 zu keinem Zeitpunkt so viel Spaß gemacht hat wie der Vorgänger ist es dennoch eine Kauf-Überlegung wert, immerhin kostet das Spiel lediglich 20 .
Mach Dir einen Namen im Dark Orbit. Allein oder mit Verbündeten wagst Du Dich in weit entfernte Sternen- systeme vor und kämpfst um 10.000 € zum Spiel...
Red Faction II im Test.
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