Gesamtwertung82%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegGut |
BedienungGut |
Ego-Shooter aus deutschen Landen haben zurzeit Hochkonjunktur. Vor allem auf das kommende Crysis ist der Fokus der Fans gerichtet. Da das Spiel erst in einigen Monaten das Licht der virtuellen Welt erblicken wird, sollte der Blick auf weitere Spiele gelenkt werden, die made in Germany sind und aktuell bereits in den Händlerregalen stehen. Ein gutes Beispiel ist der Ego-Shooter Red Ocean aus der hannoverschen Spieleschmiede Collision Studio. Dieser will beweisen, dass Qualität aus deutschen Landen mit den großen Titeln aus Übersee auf Augenhöhe mitspielen kann. Ob die Rechnung aufgeht, erfahrt ihr in unserem Test.
Das Boot
Die Story hinter Red Ocean ist prinzipiell recht schnell erzählt und wartet auch nicht mit sonderlich viel Überraschungen und Wendungen auf. Ihr übernehmt die Rolle von Jack Hard, einem ehemaligen kampferprobten Soldaten, der sich eigentlich eine ruhige Zeit gönnen wollte. Nachdem er eine Tauchschule ins Leben gerufen hatte, die sich mit der Suche nach geheimnisvollen Schätzen beschäftigt, wird er von einem geheimnisvollen Mann namens Hammerson kontaktiert. Dieser bittet ihn, eine Expedition zu einem versunkenen U-Boot aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu unternehmen. Was zunächst als entspannter Tauchgang für Jack Hard dient, wird bald zu einem Trip ins Chaos, denn Jack ist nicht allein...
Als Jack das Wrack zusammen mit dem mysteriösen Hammerson gefunden hat, bleibt der Titelheld an Deck. Der Kunde hingegen verschwindet. Einige Minuten später bittet er Jack um Hilfe. Ein Schrei dann Stille. Nun macht Jack sich auf den Weg, seinen Kunden wieder zu finden.
Dabei stößt er, rein zufällig versteht sich, auf eine riesige Unterwasser-Station, die den Russen gehört haben soll. Wir erfahren, dass die Russen diese Station als Forschungseinrichtung gebaut hatten, um mit ihr so genannte thermische Plasmawinde einzufangen. Diese könnten als neue Energiequelle dienen und würden Russland zur Energieweltmacht aufbauen. Doch später wurde die Anlage aufgegeben. Dann hatte sich eine Einheit namens United Arms, die sich für terroristische Anschläge verantwortlich zeichnet, der Station bedient und stellt nun eine Bedrohung für die Menschheit dar.
Kunde weg, Geld weg, aber immerhin jede Menge Ärger
Neugierig, wie euer Alter Ego ist, sucht er natürlich die Hallen der Station auf. Während seiner ersten Inspektion funkt Jack ein ihm Unbekannter an, der sich als Geheimagent vorstellt und Jack auf seinem Weg helfen möchte. Wie der Geheimnisvolle an Jack gelangt, was er von ihm in Wirklichkeit will und wie das Ganze ausgeht, werden wir an dieser Stelle natürlich nicht verraten.
Dass sich auf der Station, die für sechs umfangreiche Levels und ungefähr 15 Stunden Spielzeit euer Zuhause wird, allerlei Gegner tummeln, die euch an die Gurgel wollen, ist klar. Um diese zu beseitigen, spendieren die Entwickler zahlreiche Waffen. Neben dem obligatorischen Messer, stehen euch Pistolen, Gewehre, Granaten und eine Plasmagun zur Verfügung.
In Anlehnung an Half-Life 2 ist es euch möglich, mit dieser speziellen Waffe Gravitationsgeschosse den Gegnern entgegen zu schleudern. Hier merkt man schon wie viel Mühe sich die Entwickler mit einer gut umgesetzten Physik-Engine gegeben haben. Denn die Munition der mörderischen Waffe, die in den Missionen aufgerüstet werden darf, saugt regelrecht alles auf, was sich in der Umgebung befindet und nicht niet- und nagelfest ist. Wer da in der Nähe eines schweren Gegenstand steht, kann bereits durch diesen erledigt werden, noch bevor er sich auf euch stürzen kann.
Eine unserer Meinung nach sehr intelligente Lösung vor allem dann, wenn ihr von einer größeren Gegnerschar attackiert werdet. Interessant, aber zugleich riskant, ist der Einsatz der Granaten. Denn obwohl die Unterwasser-Station von dicken Metallrohren und massivem Glas gehalten wird, kann dieses bei unsachgemäßem Einsatz der Granaten schneller zerbersten, als ihr euch umsehen könnt. Wenn dann die Wassermassen in die Station eindringen, wird nicht zwischen Freund und Feind unterschieden. Dann heißt es nur noch: Sauerstoffmaske aufsetzen und auf die feindlichen Taucher achten, von denen es im feuchten Nass eine Menge gibt. Denn bis zum rettenden nächsten Bereich kann es manchmal verdammt lang sein. Wem das zu schwer erscheint, der kann den Schwierigkeitsgrad herunter setzen. Geübte Spieler hingegen freuen sich auf die höchste von insgesamt drei Schwierigkeitsstufen. Abstriche müsst ihr hingegen ab und an bei der KI machen. Denn diese verhält sich nur zeitweise clever. Meistens sind die Aktionen der Gegner vorhersehbar und ab und an stehen eure Widersacher auch nur dumm in der Gegend herum, anstatt Deckung zu suchen. Egal, ob kleine Gegner oder ab und zu auftretende Bossgegner: Im Normalfall habt ihr diese im ersten Anlauf oder mit wenigen Neuversuchen schnell erledigt. Dank solider und vor allem in zwei Varianten konfigurierbarer Maus- und Tastatursteuerung, gibt es selten Probleme mit dem Bildschirmgeschehen klar zu kommen.
Auf ein automatisches Speichern seitens des Programms, müsst ihr ebenfalls nicht verzichten. Leider sind die Speicherpunkte nicht immer optimal gesetzt, sodass ihr manchmal längere Strecken zurücklegen müsst, um den Punkt eures Ablebens erneut zu erreichen.
Its a long way
So zieht ihr also durch die sechs Level, die allesamt leider viel zu linear in ihrem Verlauf angelegt wurden. Neben den schmalen Korridoren, gibt es größere Bereiche, die durch ihr Ambiente ein wenig Abwechslung in die Tristheit der Station bringen. Doch sollte man nicht den Versuch unternehmen, trist mit öde gleichzusetzen. Im Gegenteil, die marode Station wurde durch eine erstaunlich gute Optik in Szene gesetzt. Als Grundgerüst fungiert die aus dem letzten Elder Scrolls-Titel bekannte Gamebryo-Engine. Hierauf pflanzten die Entwickler die Eigenkreation namens XPLAY Technologie. Und diese bietet so ziemlich alles, was aktuelle Grafikkarten umzusetzen im Stande sind. Neben hoch aufgelösten Texturen, finden sich die neusten Shader, dynamische Lichteffekte, zahlreiche Bump Mapping Effekte, die die Anlage wunderschön auf alt trimmen und High Dynamic Range- Effekte wieder. Aber auch die sehr gute Physik, die einen Großteil der Umgebung in Schutt und Asche zerbröseln lässt, wirkt äußerst gelungen. Ebenfalls zu gefallen wissen die sparsam eingesetzten Effekte und die Musik.
Lediglich die Synchronisation leidet durch die stellenweise übertrieben agierenden Sprecher. Ein großes Manko haben wir dann allerdings doch gefunden. Oder besser gesagt: Nicht gefunden. Denn aus einem uns nicht nachvollziehbaren Grund, verfügt Red Ocean über keinerlei Multiplayer-Modi. Weder ein Online-Modus, noch ein Splitscreen-Modus oder LAN werden unterstützt. In Zeiten in denen nahezu jeder bessere Titel über einen Mehrspielerpart verfügt, ist dies ein grober Schnitzer.