rFactor

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Koch Media
Entwickler
Image Space Incorporated
Erscheinungsdatum
-
Genre
Simulation
USK
0
rFactor [PC , looki.de]

Gesamtwertung

84%/10

Grafik

Sehr gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Sehr gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

rFactor

Fans von Online-Rennsimulationen dürfte beim Namen rFactor ein Glänzen in die Augen getrieben werden. Der Titel ist bereits seit dem Jahr 2005 Online erhältlich und wird dank der offenen Architektur und Struktur des Spiel permanent erweitert und aktiv gestaltet. So entstanden im Laufe der Zeit zahlreiche neue Strecken, fahrbare Untersätze, Skins und Rennserien, die die Fans in aller Welt anbieten und bei anderen Spielern herunter laden konnten. So war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis rFactor auch als Verkaufsversion auf DVD in die Händlerregale gelangen würde. Dies ist nun geschehen. Ob der ehemalige Geheimtipp der Fans auch für die Massen tauglich ist, lest ihr im Test.

Wer sich bislang nicht mit der rFactor-Welt auseinandergesetzt hat, wird sich zunächst ein wenig schwer tun, um die Struktur des Spieles zu verstehen. Doch wozu gibt es Handbücher? Ja! Just in dem Moment, in dem ich diese Zeilen schreibe, sehe ich zahlreiche Männer vor meinem geistigen Auge, die das Lesen eines Handbuches genauso befremdlich finden, wie stundenlang Schuhe in einem überfüllten Warenkaufhaus zu suchen. Doch glaubt mir, liebe Entrüsteten, ich spreche aus leidvoller Erfahrung. Auch ich habe mich anfangs geweigert, das Handbuch anzufassen. Bereits nach kurzer Zeit habe ich es bereut.

Als erstes erstellt man sein Profil und wählt seine Rennserie aus. Bereits hier gibt es schon eine Menge Möglichkeiten wie die StockCar-Rennen oder den SR Grand Prix. Die zahlreichen Fahrzeuge, die rFactor bietet, stehen zu Beginn des Spiels nicht direkt in eurer Garage, sondern müssen mühevoll erarbeitet werden. Das nötige Kleingeld vorausgesetzt, trifft nach und nach der umfangreiche Fuhrpark in eurer Garage ein. Auch wenn andere Mitbewerber mit einem wesentlich umfangreicheren Fuhrpark glänzen können, sind die vorhandenen Modelle doch allesamt recht ansehnlich gestaltet. Leider gibt es nicht nur lizensierte Wagen. Auch zahlreiche der Fantasie der Programmierer entsprungene Vehikel fanden ihren Einzug ins Spiel. Gleiches gilt auch für die Strecken. Hier mischen sich erfundene Strecken mit den realen Vorbildern nachempfundenen Pisten. Diese wurden dennoch nicht akkurat umgesetzt und wirken daher eher wie ein Versuch das Original zu kopieren.

Auch für Tuning-Freunde ist gesorgt. Denn nicht nur neue Autos werden von den Preisgeldern erworben. Auch Bremsen, Kühlergrills, Spoiler, Reifen und vieles mehr kann gekauft werden. Dadurch werden die Rennboliden deutlich schneller. Wie es sich für eine waschechte Simulation gehört, kann nahezu alles an eurem Auto eingestellt und verändert werden. Sei es der Druck, den ihr auf eure Bremsen geben wollt, sei es die Tankstrategie. Wer sich da noch über mangelnde Setup-Möglichkeiten beschwert, dem ist nicht mehr zu helfen. Auch die Optionen, mit denen ihr Rennen fahren dürft, sind variabel. Wählt ihr den Benzinverbrauch, kommt mehr Realismus ins Spiel. Eine Reifenabnutzung tut ihr übriges. Auch die Schwierigkeit ist einstellbar. So können auf Wunsch Bremshilfen, ABS, Lenkhilfe oder Automatik-Schaltung teilweise, ganz oder komplett an und aus geschaltet werden. Genre-Neulinge freuen sich über eine Unverwundbarkeits-Option.

Ja spinnt denn der?

Ein entscheidender Faktor für ein Spiel, wenn es nicht nur online gegen menschliche Spieler, sondern auch offline gespielt werden will, ist die künstliche Intelligenz der Gegner. Dankenswerterweise haben sich die Entwickler hier Zeit genommen und geben uns Spieler alle Möglichkeiten, die es braucht, um Spaß zu haben. Denn die KI lässt sich stufenlos regeln und somit von einfach bis schwer einstellen.

Die so eingestellte KI sorgt für Herzschlag-Rennen und jede Menge Action auf den Pisten. Ab und an patzt die KI leider dann doch, was jedoch zu verschmerzen ist, da dies meist nicht im Zusammenspiel mit anderen Fahrern geschieht.

Lenk mich!

Doch was wäre eine gute Rennsimulation ohne passendes Eingabegerät? Nichts. Denn wer meint, rFactor auch nur ansatzweise mit der handelsüblichen PC-Tastatur spielen zu können, der irrt gewaltig. Zu was greift man also stattdessen? Einige schwören auf ein Gamepad, weil es so schön in der Hand liegt, und sich die Rennflitzer damit wie auf einer Konsole steuern lassen. Andere hingegen bekommen das absolute Non plus Ultra-Feeling erst mit einem Lenkrad mit Force Feedback und entsprechenden Pedalen. Wie dem auch sei: All diesen Steuer-Männern kann geholfen werden. Denn rFactor unterstützt sowohl die Tastatur, als auch das Gamepad und Lenkräder.

Wie schaut’s aus?

Nun, diese Frage zu beantworten ist leicht: Sehr gut! Denn die Strecken mit ihrem Detailreichtum wirken sehr lebendig und gleichen ihren Vorbildern zum Teil bis ins letzte Detail. So könnt ihr euch auf Strecken wie den Nürburgring, Interlagos und Barcelona freuen. Aber auch frei erfundene Pisten wurden ins Spiel mit integriert. Die Wagen sehen allesamt äußerst gut aus und bestechen durch viele Details. Auch an Kleinigkeiten wie die Lichtreflexionen auf dem Asphalt und belebter Umgebung, haben die Entwickler gedacht. Leider wurde das hohe Niveau nicht komplett durchgehalten So sehen manche Wagen eher schlicht aus und auch die Zuschauer wirken eher wie tapetenartige Pappaufsteller.

Als Kameraperspektiven werden uns insgesamt vier angeboten. Neben der Cockpitansicht, stehen die Motorhauben-, Stoßstangen- und Verfolgerperspektive zur Wahl. Im HUD können jederzeit Informationen zu eurer aktuellen Position, euren Zeiten und diversen Fahrzeugproblemen ausgemacht werden. Auch ein Boxenfunk steht zur Verfügung. Wer will, kann nach dem Rennen das Ganze auch in der Wiederholung betrachten und auf dem Rechner speichern.

Wenig zu Beanstanden gibt es auch beim Sound. Vor allem die kräftigen Motoren wissen zu überzeugen. Auf Sprachausgabe wurde leider vollkommen verzichtet.Brillant ist der Online-Modus, der ganz klar das Herzstück des Titels bildet. Hier tretet ihr gegen über 50 Gegner an. Kaum ein Einbruch ist hier trotz des hohen Teilnehmeraufkommens zu beklagen. Auch in den Multiplayer-Rennen, lässt sich eine Menge einstellen. Spiele in Online-Ligen sind dabei ganz oben auf. Aber auch integrierte Freundeslisten, Dedicated Server mit One-Klick-Option, Kick und Ban von Spielern sowie Sicherheitschecks gegen Cheating sind fester Bestandteil des Multiplayers.

Fazit

rFactor zu beurteilen fällt recht leicht. Das Spiel lebt eindeutig von seinem Online-Multiplayer. Es macht einfach einen Heidenspaß, sich mit mehreren Spielern zu messen. Der Offline-Modus stellt ledigleich ein nettes Beiwerk dar. Optisch weiß der Titel durchaus zu gefallen, auch wenn es hier und da grafische Patzer gibt. Ein großer Pluspunkt sind die immensen Setup-Möglichkeiten. Vor allem Rennsimulations-Puristen dürfte rFactor wie eine wahre Schatzkammer vorkommen. Wer rFactor nicht bereits seit langem als Online-Version sein Eigen nennt, und Fan von Rennspielen mit Simulationsschwerpunkt ist, kann zugreifen.

rFactor [PC , looki.de]

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