Rising Kingdoms

Review
Plattform
PC
Vertrieb
CDV Software Entertainment
Entwickler
Haemimont
Erscheinungsdatum
-
Genre
Action
USK
12
Rising Kingdoms [PC , looki.de]

Gesamtwertung

58%/10

Grafik

Befriedigend

Sound

Gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

Rising Kingdoms

Und schon wieder ein Strategiespiel im Fantasy-Universum. Diesmal handelt es sich um Rising Kingdoms, einem 2D-Echtzeitstrategiespiel von Haemimont. Dieses verspricht neben einem packenden Story-Modus eine detaillierte Grafik, spielerische Raffinesse sowie aufregende Multiplayergefechte. Ob das stimmt, verraten wir Euch in unserer Review.

Held müsste man sein...

Die epochale Story von Rising Kingdoms wird Euch mithilfe dreier Kampagnen erzählt, die zusammenhängen und jedes Mal mit einer anderen Rasse gespielt werden: zur Auswahl stehen Menschen, Waldwesen und die sogenannten Sinistri. Diese unterscheiden sich nicht nur vom Aussehen voneinander, sondern auch von der Art wie sie Ressourcen sammeln, wie sie ihre Unterkünfte und Gebäude errichten und reparieren sowie wie sie eigene Einheiten heilen.

Die Menschen benutzen beispielsweise Goldbergwerke, um Gold abzubauen und danach das wertvolle Metall von Bauern zum Haupthaus oder einem Handelsposten transportieren zu lassen.

Waldwesen hingegen verwenden Goldpflanzen, um diese Ressource zu gewinnen. Pflanzen entziehen dem Erz das Gold, sodass es von Arbeitern zum Hauptlager gebracht werden kann. Zu guter Letzt wären da noch die Sinistri, die Ressourcen direkt an der Quelle sammeln und das Gold mithilfe der Schmelze gewinnen.

Gänzlich uninnovativ, aber neben dem einfach zu bedienenden Interface einer der wenigen Pluspunkte des Spiels sind die Helden: diese besitzen je nach gewählter Rasse unterschiedliche Spezialfähigkeiten, die man sich mit gesammelten Ruhmpunkten „erkaufen“ kann. Beispielsweise können diese feindliche Truppen mit einem Schlag vernichten oder verbündete Einheiten mittels Zauberspruch heilen oder vor Angriffen schützen. Möglich ist auch die Transformation in übermächtige Kreaturen, die im Gegensatz zum Ausgangshelden resistenter gegen Verletzungen sind und auch mehr Schaden anrichten können.

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul...

Habt Ihr die eher durchschnittlichen - da vielfach undurchdachten und mäßig spannenden - Missionen aller drei Rassen absolviert, seid Ihr neben dem Wissen über den Werde- und Ausgang der Geschichte von Rising Kingdoms auch um die Erfahrung reicher, dass einfache Gefechtsmissionen im Stile von WarCraft III oder C&C: Generals und Multiplayerscharmützel doch im Grunde genommen eigentlich wesentlich mehr Spaß machen als die Kampagne an sich. Insbesondere in den Mehrspielergefechten mit bis zu sieben Mitspielern versprüht das Spiel wesentlich mehr Charme, da es hier nicht auf Zwischensequenzen oder geskriptete Ereignisse ankommt, sondern auf die wirklichen Fähigkeiten der Spieler. Deshalb kann man auch gerne mal über den ein oder anderen, aber dennoch nicht wirklich störenden Lag bei Netzwerk- oder Internetpartien hinwegsehen.

Technisch verdient Rising Kingdoms mit Hühneraugenzudrücken gerade noch das Prädikat „ausreichend“. Die Grafik ist ein echter Weggucker, soll heißen: die Animationen sind unter der Grenze des Zumutbaren, echte Spezialeffekte z.B. bei magischen Sprüchen sind nur bedingt akzeptabel und auch die Präsentation des Spiels ist unter aller Sau. Da werden Dialoge in schlechter Ingame-Grafik mit Kästchen dargestellt, die sich von oben nach unten bewegen und Zwischensequenzen - ebenfalls im Ingame-Look - ohne erkennbaren Übergang einfach gestartet, sodass sich der Spieler des Öfteren wundert, warum er keine Befehle ausführen kann, obwohl der Mauszeiger die ganze Zeit bewegt werden kann.

All diese Kritikpunkte schmälern den eigentlich gar nicht mal so schlechten, da sehr farbfrohen 2D-Grafikstil des Spiels. Auch das Hauptmenü kann von der Aufmachung her überzeugen und macht eigentlich Lust auf mehr. Nur schade, dass man sich auf nichts freuen darf. Vor allem auch wegen der unverständlichen Systemanforderungen. Herrscht reges Wuseln auf dem Bildschirm, gehen selbst Rechner um die 2 GHz in die Knie.

Auch beim Sound siehts nicht viel besser aus: ein Kampfgeräusch hier, ein paar Dialoge da, das war es dann auch schon mit der vielversprochenen Klangkulisse. Die Synchronsprecher erledigen ihren Job allenfalls an der gefährlichen Grenze zum Einschlafen und wer bei Filmen den Begriff „Overacting“ kennt, wird wissen was bei Rising Kingdoms damit gemeint ist. Einzig positiv ist der überaus gut in den Ohren liegende Soundtrack, der freundlicherweise auf die zweite CD des Spiels gepackt wurde. Hier spielt sich das wahre Epos von Rising Kingdoms ab.

Fazit

Auweia, da hat jemand tüchtig ins Klo gegriffen. Zuerst das Gute: der Grafikstil ist durchaus hübsch, die Helden motivieren dank erlernbarer Spezialfertigkeiten für einige Zeit, das Interface ist simpel gestrickt und der Mehrspielermodus macht einige Stunden Spaß. Das wars dann auch schon. Dagegen halten die negativen Punkte wie die Amerikaner gegen die Deutschen bei der Landung in der Normandie: abgesehen vom Grafikstil ist der restliche optische Eindruck fürchterlich, das Spiel wird einem auf Trockenste präsentiert, auch akustisch gibt’s nur Ware von der Stange. Außerdem wurde das Potential des Kampagnenmodus „dank“ zahlreicher Logikfehler, Abwechslungsarmut und des mehr als zögerlichen Anfangs ausgiebig verschenkt. Unser Tipp: Nur beinharte Strategen sollten einen Blick riskieren, andere sollten einen Bogen um Rising Kingdoms machen.

Rising Kingdoms [PC , looki.de]

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