Gesamtwertung89%/10 |
GrafikSehr gut SoundGut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Das Spiel Robin Hood The Legend of Sherwood erzählt die Geschichte des weltberühmtesten Rebellen: Robin von Locksley. Eines Tages kam Robin, ein treuer Gefährte des Königs Löwenherz, von den Kreuzzügen seines erhabenen Königs zurück in seine Heimat nach England. Er mußte mit Bedauern feststellen, dass sein Vater während seiner Abwesenheit gestorben war und sich der Sheriff von Nottingham seines Landes bemächtigte, in dem er die Bevölkerung, ja selbst den neuen König John, belog und das Gerücht verbreitete, dass Robin auf den Kreuzzügen an der Seite seiner Majestät gestorben sei. Um sich am Sheriff von Nottingham rechen zu können, verschafft sich Robin von Locksley fortan einen neuen Namen: Robin Hood. Unter diesem Decknamen kämpft Robin für seine Rache und auch für die Armen, die durch wucherhafte Steuern in den Ruin geknechtet werden. Er steht jedoch nicht allein, denn ihn ereilen Nachrichten, die besagen, dass auch in anderen Teilen des Landes Menschen existieren, die Wiederstand leisten. Diese Männer wurden jedoch zum Tode verurteilt und so ist es eine eurer Missionen, sie zu befreien. In ihnen findet er seine ersten treuen Anhänger, die er prompt in sein neues Hauptquartier nach Sherwood Forest einlädt und sie willkommen heißt. Damit beginnt die Rebellion gegen den Sheriff von Nottingham...
In den ersten beiden Missionen kämpft Robin nicht nur gegen die Soldaten des Sheriffs von Nottingham, sondern auch für Informationen. Er braucht diese Informationen um seine aktuelle Situation, die sehr lebensbedrohlich ist, verbessern zu können. Nachdem Ihr euren alten Freund Godwin um Rat gefragt habt und einer kleinen Bande, bestehend aus Rebellen, das Leben gerettet habt, macht Ihr Euch auf nach Sherwood Forrest. Dort errichtet Ihr ein Quartier, in dem sich Rebellen zusammenfinden, die alle das gleiche Ziel verfolgen: den Sheriff von Nottingham von seinem Thron zu stürzen. In diesem Quartier werden auch Waren hergestellt, die in den einzelnen Missionen sehr nützlich sind. So kann Robin seine Gefährten Pfeile, Goldsäcke, Fischernetze, Nahrung und Kräuter herstellen lassen. Weiterhin kann er sie zur Nah- und Fernkampfausbildung schicken oder ihnen auch einmal eine Rast gewähren. Ebenfalls von dort aus, könnt Ihr eure nächsten Schritte gegen den Sheriff von Nottingham planen. Dies geschieht auf einer Karte, die alle Missionen anzeigt, die zur Zeit verfügbar sind. So könnt Ihr zum Beispiel eine Handelskarawane auf drei verschiedenen Lichtungen übertölpeln oder eine der vorgegebenen Missionen in den fünf folgenden Burgen erfüllen: Leicester, Derby, York, Lincoln und Nottingham. Mit dem Sherwood Forest macht das dann 9 Schauplätze, die es zu erkunden gilt - insgesamt jedoch knapp 40 Missionen, die ihr erfüllen müsst.
Natürlich können sich die Helden auch geduckt vorwärts bewegen, über tiefe Abgründe springen oder an einer Pflanze über Mauern klettern. Dabei muss immer darauf geachtet werden, dass die Spielfigur nicht bei einer solchen Aktion von einem gegnerischen Soldaten beobachtet werden kann, denn dieser alarmiert eine ganze Horde von Soldaten und ein erfolgreiches Beenden der etwaigen Mission ist so gut wie unmöglich. Um dem vorzubeugen, kann jeder Charakter 3 Quick Actions speichern. Quick Actions sind eine Art Shortcuts, die der Spieler vorher abspeichern kann, um sie dann schnell und effektiv ausführen zu können. Das kann einem dann schon mal den entscheidenden Vorteil von einer 1/10 Sekunde verpassen und ist insgesamt sehr nützlich.
Auch eher normale Missionen gestalten sich durch das Missionsdesign sehr genial. Denn zum Beispiel bei einem normalen Überfall kann Robin durch einen Pfeil, der ein bestimmtes Ziel treffen muss, eine Reaktion auslösen, die beispielsweise drei Bogenschützen aus dem Gebüsch springen lässt, die fortan die befeindeten Soldaten beschießen. Zu diesen normalen Missionen gesinnen sich dann noch die etwas schwierigeren Missionen, wie zum Beispiel die Belagerung einer Burg oder ein Feldzug. Schlussendlich kann der ewige Rebell sich für eine der 3 Schwierigkeitsstufen entscheiden: Leicht, Mittel oder Schwer. Anfänger seien gewarnt, denn schon im mittleren Schwierigkeitsmodus sind offene Kämpfe gegen 2 Soldaten kein Zuckerschlecken mehr und benötigen einiges an Erfahrung. Die künstliche Intelligenz der Gegner wurde den entsprechenden Schwierigkeitsstufen ebenfalls sehr gut angepasst. So verzeiht ein Soldat schon einmal kleinere Patzer in der leichten Version, wobei er in der schweren Variante sofort sein Schwert zücken würde.
Die kleinste Zoomstufe ist hart an der Grenze der Spielbarkeit, hilft aber deutlich beim Suchen nach bestimmten Gegenständen. Die mittlere Zoomstufe stellt die Norm dar und ist demnach auch sehr gut spielbar. Die letzte Zoomstufe zeigt sehr große Ausschnitte der Karte und ist wunderbar dazu geeignet eine Taktik vorher zu planen oder sich mit dem Schauplatz erst einmal vertraut zu machen. Die Animationen der Sprites sind wirklich gut gelungen und erfreuen das Auge mit witzigen Einfällen. Zum Beispiel flattert Lady Marians Umhang, wenn sie geschwind durch die Gänge einer Kirche läuft oder ein Soldaten liegt bewusstlos auf dem Boden, nachdem er sich mit seinen Kollegen um ein paar Goldstücke gerauft hat. Das Intro ist auch sehr schick animiert und wurde übrigens von Virgin Lands erstellt, der schon für das Intro zu Desperados den Amigamo Award 2001 gewinnen konnte.
Weiterhin gefallen mir die Anzeigen: Wie viel Gold ich mittlerweile angesammelt habe, dass ich den Armen geben werde, wie viel Prozent der Missionen ich bereits erfüllt habe oder wieviel Prozent der Gesamtgegner ich mit dem Leben davon kommen ließ. Genial sind auch die Interaktionsmöglichkeiten mit der Umgebung, denn wenn ich auf Pfeilschuss einige Krieger aus dem Gebüsch springen lasse oder Gegner in Fallen tappen lasse, stellt sich ein Gefühl ganz nach dem Motto Es ist vollbracht bei mir ein.
Die tolle Grafik und der gute Sound haben natürlich auch ihre Anteile am Erfolg des Spieles. Weiterhin muss noch die sehr anpassungsfähige künstliche Intelligenz des Computer gelobt werden. Ebenfalls gefällt mir das mittelalterliche Ambiente, das durch schöne Burgen oder verschlafene Wäldchen sehr gut zur Geltung kommt. Spellbound ist sicherlich nicht die erste Firma, die sich an den Mythos des Robin Hood wagte, aber mit Sicherheit entstand daraus das einzige Spiel, das wirklich überzeugen kann und dem heroischen Rebellen gerecht wird.
Robin Hood im Test.
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