RTCW:Enemy Territory

Review
Plattform
PC
Vertrieb
Activision Deutschland
Entwickler
id Software
Erscheinungsdatum
-
Genre
Andere
USK
-
RTCW:Enemy Territory [PC , looki.de]

Gesamtwertung

86%/10

Grafik

Gut

Sound

Sehr gut

Lanzeitspaß

Gut

Spieleinstieg

Gut

Bedienung

Gut

RTCW:Enemy Territory

Traurig waren viele Return to Castle Wolfenstein Spieler, als Entwickler Id-Software vor einem halben Jahr völlig überraschend verkündete, die Arbeiten am zweiten Teil, an Return to Castle Wolfenstein:Enemy Territory, einzustellen. Der Grund ist bis heute nicht geklärt. Als Resultat aus dieser Entscheidung wurde der Singleplayerpart des Shooters verschrottet und der Multiplayerpart kostenlos im Internet zum Download angeboten. Ob dieser sich als würdiger Nachfolger für den vor einigen Jahren revolutionären Ego-Shooter darstellt, lest ihr in unserer Review.

Spielmodi, die vorhanden sind

Ein nettes Geschenk hat ID-Software seiner großen Spielercommunity mit dem kostenlosen zweiten Teil zu Return to Castle Wolfenstein gemacht. Dementsprechend groß war auch der Andrang auf die hoffnungslos überfüllten Server, auf denen das Spiel heruntergeladen werden konnte. Hat man dann aber die 258 MB einmal gedownloaded kann der Spaß auch schon beginnen. Im Menü müsst Ihr als Erstes euren Nickname eingeben, der euch auf den Servern dieser Welt vertritt. Danach wird euch eine Serverliste erstellt, mit allen verfügbaren Servern. Diese Liste könnt ihr beliebig ordnen, zum Beispiel die mit dem niedrigsten Ping an den Anfang oder die mit den meisten Spielern ans Ende. Im Spiel gibt es 4 Modi: Last Man Standing, Objectives, Stopwatch und Campaign. In Last Man Standing tretet ihr wie in den anderen Modi in zwei Teams an, nämlich das Allierten-Team gegen das Achsenmächte-Team.

Diese unterscheiden sich nicht nur anhand ihrer Uniformen, sondern auch anhand der Waffen, die sie zur Verfügung haben.

In Last Man Standing kämpft Ihr nun und für jeden Kill bekommt ihr einen Scorepunkt, welche in der Rangliste jederzeit abgerufen werden können. Sobald nun ein Team komplett ausgeschaltet worden ist, gewinnt derjenige, der die meisten Scorepunkte gesammelt hat. Wichtig zu erwähnen wäre noch, dass ihr wenn ihr ins Gras beisst, nicht wie in den anderen Modi wieder neu ins Spiel eingreifen könnt, sondern den Rest der Runde aussetzen müsst. In Stopwatch dagegen werdet ihr 30 Sekunden nach eurem Tod in die Verstärkungsschlange eingereiht und könnt weiterkämpfen. Die Partei, die als erstes den offensiven Part übernehmen muss (der fast immer den Allierten vorbehalten ist), hat jetzt ein festgelegtes Zeitlimit, um alle Missionsziele zu erfüllen.

Diese bestehen meistens darin, irgendwelche Objekte, seien es Flugabwehrraketen oder Radargeräte, mit Dynamit zu zerstören, Dokumente, wie wichtige Unterlagen zum Bau von schwerem Kriegsgerät, zu stehlen oder wichtige Punkte auf den großen Maps unter Kontrolle zu bringen.

Wenn alle Aufgaben bewältigt worden sind, ist das verteidigende Team an der Reihe, diese Zeit zu unterbieten. Im Objectives-Mode sieht dass Spielprinzip sehr ähnlich aus, nur dass die Parteien nicht wechseln. Der wohl innovativste und damit auch interessanteste Modus ist der Campaign-Modus. Hier werden alle 6 Maps (wahlweise kann auch eingestellt werden, dass „nur“ 3 Maps gespielt werden) nacheinander gezockt. Das Spielprinzip ist erst mal dasselbe wie im Objectives Modus, nur dass ihr für alle Aktionen Erfahrungspunkte sammeln könnt. Ein Ingenieur bekommt daher für das Reparieren von stationären MG’s oder für das wieder in Gang setzen von Panzern genauso Erfahrungspunkte wie der Sanitäter, der Medipacks verteilt und schwer verwundete Kameraden wiederbelebt. Zusätzlich bekommt ihr Erfahrungspunkte für eure Kills zugesprochen und wenn ihr viel mit einer bestimmten Waffe unternehmt, steigert sich dadurch das Level in der Handhabung mit dieser Waffengattung (insgesamt gibt es jeweils 4 Stufen aufzuwerten) und ihr kriegt ebenfalls Erfahrungspunkte gutgeschrieben. Genauso könnt ihr eure Fähigkeiten als Medic weiterentwickeln.

Wenn ihr dies schafft, erhöht sich in diesem Falle zum Beispiel die Effektivität der Spritzen und so kommt es vor, dass der Soldat, den ihr regenriert habt, statt 50 Lebenspunkten gleich die vollen 110 Lebenspunkte erhält. Wenn eine Map durchgespielt worden ist, wird automatisch zur nächsten gewechselt und eure Erfahrungspunkte werden auf dieser übernommen, so dass ihr nicht wieder bei null anfangen müsst.

Besonders motivierend ist außerdem, dass ihr mit einer gewissen Anzahl von Erfahrungspunkten euren Rang verbessert. Angenommen ihr erreicht 50 Punkte und spielt auf Seiten der Achsenmächte, so steigert ihr euren Rang von ‚Schütze’ auf ‚Oberschütze’. Kommt ihr auf 100 Erfahrungspunkte seit ihr schon ‚Gefreiter’ und bei 200 Erfahrungspunkte dürft ihr euch ‚Feldwebel’ schimpfen.

Insgesamt 12 (!) Ränge stehen den Achsenmächte zu und auch die Allierten können sich um 12 Ränge verbessern, wobei sich die Bezeichnungen Gott sei Dank von denen der Achsenmächte abheben. So startet ihr nicht als ‚Schütze’ sondern als ‚Private’ und im Laufe des Spiels arbeitet ihr euch bis hin zu ‚Major’, ‚Corporal’ oder ‚Seargeant’ hoch. Sicherlich ist dieses Wertungssystem gewöhnungsbedürftig, weil gänzlich auf das gute alte Fraggsystem verzichtet wurde, aber schnell lernt man die Reize der Erfahrungspunkte kennen und möchte dieses –vor allem aufgrund der unglaublich hohen Motivation- nicht mehr missen.

Grafik angestaubt?

Grafisch wurde Return to Castle Wolfenstein:Enemy Territory im Gegensatz zum Vorgänger aufgewertet. Zwar kommt auch hier die angestaubte Quake 3-Engine zum Einsatz, doch wurden viel mehr Details implementiert, als es bei RTCW noch der Fall war. Auf den Helmen der Soldaten könnt ihr das Symbol seiner Klassifizierung (für Ingenieure ein Schraubschlüssel, für Ärzte ein Kreuz, ...) ablesen. Die Erste-Hilfe- und Munitionspakete wurden komplett neu gestaltet und sehen viel realistischer aus. Am unteren Bildrand strahlt nun der Kopf eines Soldaten, der sich mit euren aktuellen Lebenspunkten verändert und zu einer schwer gezeichneten Fratze mutiert, wenn ihr am Rande eures Todes herumdümpelt. All diese kleinen Verbesserungen runden die schon bei RTCW sehr realistische Grafik ab. Auch die 6 Maps sehen sehr schick aus, sind enorm groß und vielseitig und bieten sehr viel mehr taktische Möglichkeiten, weil ihr immer 2-3 Wege habt, um an euer Ziel zu kommen.

Jedoch muss festgehalten werden, dass viele Gegenstände und Accesoires kantig und zum Teil auch unscharf sind. Auch die Wettereffekte und die fehlenden Animationen der Bäume und des Grases sind unschön, aber verschmerzbar. Wer also Wunderdinge der alten Grafikengine erwartet hat, wird enttäuscht, aber im Rahmen der Möglichkeiten wurde das Potential vollständig ausgenutzt.

Sound spielt wieder auf höchstem Niveau

Soundtechnisch können vor allem die Geräusche der Waffen und die Zurufe der Soldaten überzeugen. Wenn ein Gefecht sich in der entscheidenden Phase befindet, explodieren überall Granaten, Mörsergeschosse und Artillerieeinschläge. Zusätzlich rufen Kameraden nach einem Arzt oder fordern Unterstützung an und in all diesen Wirren müsst ihr um euer Leben kämpfen. Diese Kulisse vermittelt wirklich Atmosphäre pur und da kann selbst ein Medal of Honor nicht mithalten.

Fazit

Bravo! Wann bekommt man schon mal einen so gelungenen Mehrspielermodus und dann noch kostenlos? Fast nie und deshalb muss man dieses Angebot auch ausnutzen. Auch wenn die Grafik nicht mehr Top ist, so erfüllt sie doch ihren Zweck, nämlich die Atmosphäre glaubhaft zu vermitteln. Der Sound kann wie schon im Vorgänger auf ganzer Linie überzeugen und auch das neue, ausgefeilte Erfahrungspunkte-System fesselt den Spieler ein ums anderen Mal vor den Bildschirm. Damit kann ich jedem, der sich halbwegs für Shooter begeistern kann und einen schnellen Internetzugang besitzt, einen Download ans Herz legen.

RTCW:Enemy Territory [PC , looki.de]

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