Gesamtwertung80%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Nachdem sich die RTL Skispringen-Reihe in den letzten Jahren zunehmend etabliert hat, haben die Hamburger Entwickler von 49games im vergangenen Winter erstmals ein alpines Rennspiel auf die Piste gelassen, das für überraschend viel Spaß sorgte. Klar, dass damit ein Nachfolger für die Saison 2005/2006 so gut wie sicher war. Dieser steht jetzt in den Startlöchern diesmal mit prominenter Unterstützung.
US-Ski-Ass Bode Miller ist in diesem Jahr nicht nur der Glückliche, der das Cover des Spiels zieren darf, er ist auch in digitaler Form im Spiel selbst enthalten. Dem Spieler steht es dabei frei, wie im Vorjahr einen eigenen Fahrer an die Weltspitze zu bringen oder mit dem vorgefertigten Bode Miller die Karriere des Ski-Athleten halbwegs authentisch nachzuspielen. Doch so hart es klingen mag: das ist eine der wenigen entscheidenden Neuerungen an Ski Alpin 2006. Alles andere hat man so oder ähnlich schon mit der Vorgängerversion im gut sortierten Spielregal gefunden.
Nun gut, ein wenig wurde schon überarbeitet, im Kern fühlen sich aber alle Spieler von Ski Alpin 2005 sofort wieder heimisch. Selbst, wer die aktuelle Version von RTL Skispringen 2006 auf dem Rechner hat, wird sich bei Ski Alpin 2006 schnell durch die Menüs klicken können, da die Struktur nahezu eins zu eins übernommen wurde.
Neben einem Arcade-Modus für den schnellen Mini-Cup zwischendurch und dem Übungsmodus, in dem jedes Einzelnrennen mit einem vorgefertigten Fahrer absolviert werden kann, steht natürlich der umfassende Karrieremodus wieder im Mittelpunkt. Zwischen den einzelnen Wettbewerben gilt es, Erfahrungspunkte zu vergeben, einzelne Fähigkeiten zu trainieren und das Verhandlungsgeschick mit potentiellen Sponsoren unter Beweis zu stellen. Wer sich keinen Wachsmeister vom Wachser-Markt engagiert, muss außerdem anhand der aktuellen Wetterdaten vor jedem Rennen die perfekte Wachsmischung austarieren ein Fest für echte Simulationsfans.
Das ist aber alles nur die halbe Miete. Selbst wenn der Managerpart nach wenigen Runden in Fleisch und Blut übergeht und jeder Klick im Karrieremenü schon wie im Schlaf sitzt gewonnen werden müssen die Rennen trotzdem.
So findet sich der geneigte Spieler meist auf einer von insgesamt 32 Strecken wieder, die natürlich auf die vier Disziplinen Slalom, Riesenslalom, Abfahrt und Super-G sowie auf 18 Austragungsorte aufgeteilt sind. Dabei entsprechen die Wettkampforte auch den realen Weltcup-Stationen wie Kitzbühel, Gröden oder Garmisch-Partenkirchen. Die vielen enthaltenen Strecken sind allerdings nur grob an die echten Vorbilder angelehnt, die berühmte Streif in Kitzbühel erkennt man beispielsweise kaum wieder.
Wer sich aber an der künstlerischen Freiheit, die die Entwickler beim Streckenbau walten ließen, nicht stört, erlebt rasante Rennen auf grafisch sehr ansprechenden Pisten. Sparsam gesetzte Bump-Mapping-Effekte geben der Schneeoberfläche eine plastische Struktur, Bäume wiegen sich im Wind und dezente Lichteffekte sorgen für zusätzliche Atmosphäre. Die Animationen der Fahrer sehen dank Motion Capturing sehr realistisch aus und passen sich gut ins grafische Gesamtbild ein. Auch die Akustik stimmt. Die begleitende Musik untermalt das Renngeschehen, ohne aufdringlich zu wirken, die Soundeffekte und der Fahrtwind klingen sehr natürlich und das Duo am Mikrofon gibt nicht immer intelligente aber meist recht stimmige Kommentare zum Renngeschehen ab.
Die Steuerung der Fahrer ist im Gegensatz zum Vorgänger ein Hauch empfindlicher, was vor allem bei manchen recht engen Streckenpassagen gerne zu einem Ausflug in den Fangzaun führt. Nach einigen Probeläufen hat man den Dreh aber raus. Im Mehrspielermodus können nacheinander bis zu zwölf Spieler einen kompletten Weltcup bestreiten. Das funktioniert nicht nur via Internet und Netzwerk sondern auch an einem PC.