Gesamtwertung83%/10 |
GrafikSehr gut SoundSehr gut |
LanzeitspaßSehr gut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungGut |
Wer sich schon länger eine kleine Abwechslung von der sich immer stetig wiederholenden Story des zweiten Weltkriegs gewünscht hat, dem werden die vier Kampagnen in Rush for Berlin wohl bekommen. In ihnen übernimmt man die Geschicke der alliierten Streitkräfte, der sowjetischen roten Armee, der deutschen Wehrmacht und sogar der bekannten französischen Résistance. Bevor man aber auf die deutsche Kampagne zugreifen kann, muss eine der beiden Hauptkampagnen, also wahlweise die der Alliierten oder der Russen erfolgreich absolviert werden. Das Hauptziel der beiden späteren Siegermächte besteht darin, schneller als der jeweils andere in der Hauptstadt des deutschen Reichs anzukommen.
Erster!
Der Name des Spiels macht also Sinn, das ist schon mal gut. Aber wo ist die kleine Abwechslung von der am Anfang die Rede war? Die besteht einerseits natürlich darin, dass man als Spieler, sollte man Berlin als alliierter Oberbefehlshaber vor der roten Armee erreichen, die Geschichte des zweiten Weltkriegs umgeschrieben hat. Noch viel interessanter ist da aber die deutsche Kampagne. Diese wurde von den Entwicklern von Stormregion nämlich auf einem ganz und gar fiktiven Geschichtsverlauf aufgebaut. Das Attentat von Graf Stauffenberg auf Adolf Hitler ist dort gelungen und die Aufgabe des Spielers ist es, das Kommando über die Streitkräfte der mittlerweile führerlosen Wehrmacht zu übernehmen und das deutsche Reich nach besten Kräften gegen die einrückenden Feinde zu verteidigen. Nachdem auch diese Kampagne geschafft ist, darf man noch kurz in die Rolle der Résistance schlüpfen und die Befreiung der französischen Hauptstadt von Nazi-Schergen leiten. Insgesamt warten 25 Missionen darauf, erfolgreich abgeschlossen zu werden.
Die Missionen selbst fangen mit einer detaillierten Einsatzbeschreibung samt Videobriefing an, das alle Missionsziele erläutert und auf einer Karte die empfehlenswerteste Marschroute für die Truppen anzeigt. Wie in den Spielen der Panzers-Reihe, muss man sich vor Inangriffnahme einer Mission aber erst seine Truppen zusammenstellen. Das funktioniert dank eines übersichtlichen Menüs mit Hilfe weniger Mausklicks. Während der Einsätze darf man keine eigenen Einheiten produzieren, ab und zu erhält man jedoch Verstärkung in Form von Infanteristen oder gar ganzen Panzerdivisionen. Alle Einheiten, die eine Mission heil überstehen, werden dann in die nächste mitgenommen.
Das ist ein triftiger Grund besonders auf die eigenen Stahlkolosse aufzupassen, sonst kann es leicht passieren, dass man irgendwann mal mit heruntergelassenen Hosen vor dem Feind steht. Überhaupt lohnt es sich in Rush for Berlin auf keinen Fall die feindlichen Linien mit allem was man hat zu stürmen. Wer das macht, kann sich schon mal auf die Suche nach dem Mission neu starten-Button im Spielmenü machen. Erfolgreich sein kann man als Befehlshaber nur, wenn man alle seine Züge genau überdenkt. Das heißt aber keinesfalls, dass Rush for Berlin während der Missionen durch das viele Planen langweilig wird. Ganz im Gegenteil, ununterbrochen kommt es vor, dass während der Missionen z.B. alte Einsatzziele verworfen und neue, umfangreichere dazukommen; im Grunde hat man immer etwas zutun.
Den Feind im Nacken
Rush for Berlin trägt seinen Namen übrigens nicht umsonst. Es geht ja, wie bereits erwähnt, um den Wettlauf der alliierten und der sowjetischen Truppen nach Berlin. Während der einzelnen Missionen in einer der beiden Hauptkampagnen wird man als Spieler durch eine Zeitanzeige am oberen Bildschirmrand stetig über das eigene Vorankommen informiert. Das heißt im Klartext: Jede Mission ist zeitbeschränkt, schließlich wollen wir ja früher als der Gegner die Flagge auf dem deutschen Reichstag hissen. Aber keine Sorge, das Zeitlimit ist sehr großzügig gesetzt, darüber hinaus erkämpft man sich im Laufe der Missionen stetig Zeit. Zu den Haupteinnahmequellen des abstrakten Rohstoffs gehören das Vernichten von gegnerischen Einheiten und die Erfüllung diverser Bonus-Missionsziele.
Außer den regulären Einheiten gibt es in Rush for Berlin auch so genannte Offiziere. Diese unterscheiden sich von Fraktion zu Fraktion und besitzen verschiedene sowohl passive als auch aktive Spezialfähigkeit mit Hilfe derer sie den eigenen Truppen einen Vorteil verschaffen können. Im Laufe des Spiels bekommt man es als Spiele immer wieder mit neuen Offizieren zutun, der deutsche Pionier beispielsweise hat die Fähigkeit jedes Fahrzeug, in dem er sich befindet, kontinuierlich zu reparieren, der britische SAS-Offizier wiederum kann eine kleine Elite-Truppe von Fallschirmspringern zur Unterstützung herbeirufen. Für eine weitere Prise Abwechslung sorgen auch mehrere Kriegsprototypen von Vehikeln, die es in Wirklichkeit nie aufs Schlachtfeld geschafft haben.
Da Rush for Berlin aber bekanntlich auf einem fiktiven Szenario basiert, dürfen sich Strategen nicht wundern, wenn sie z.B. im Laufe der deutschen Kampagne auf einmal den knapp 200 Tonnen schweren Maus-Panzer befehligen dürfen, die Gelegenheit dazu hat man nicht alle Tage.
Solide wie gewohnt
Grafisch präsentiert sich Rush for Berlin im Gewand einer verbesserten Version der bereits aus den Panzers-Spielen bekannten Gepard-Engine. Verschönert wurden sowohl Texturen und Effekte als auch alle Animationen. Überhaupt sieht das Spiel einen Tick realistischer aus als Panzers. Am Anfang einer jeden Mission, sowie im Spielverlauf wird die etwas magere Story durch spannend inszenierte Cutscenes in Spielgrafik weitererzählt oder aber es werden besondere Ereignisse sowie unerwartete Wendungen des aktuellen Auftrags angekündigt. Multiplayerstrategen werden sich bei Rush for Berlin über gleich fünf Modi freuen. Neben dem klassischen Deathmatch, Capture the Flag und Domination bringen die beiden neuen Modi R.U.S.H. und R.I.S.K. Abwechslung in Mehrspielerpartien. Bei letzterem bekommt jeder Spieler einen Auftrag zugeteilt, den er erledigen muss. Wer seine Aufgabe als erster erfüllt, siegt. Im R.U.S.H.-Modus sind wiederum mehrere Ziele gegeben, für das Erfüllen gibt es eine bestimmte Menge an Punkten. Es gewinnt der, der entweder die meisten Punkte innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits geschafft hat, oder ein bestimmtes Punktelimit knackt.