Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundBefriedigend |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Kürzlich erst veröffentlichten wir ein Special zum jüngst erschienen Rollenspiel Sacred 2 aus dem Hause Ascaron; der Fokus lag dabei jedoch nicht auf dem Titel selbst, sondern auf dem DRM-Kopierschutz der PC-Version, welcher Kollege Rohrbeck beinahe zur Verzweiflung brachte. Nicht verwunderlich also, dass die Installation sowie die Aktivierung unseres Testexemplaren meinerseits mit Argwohn beobachtet wurde und ich dabei stets die Nummer der Kundenhotline parat hatte. Doch die Zweifel waren schnell bereinigt als sowohl Installation, als auch Aktivierung und Patchvorgang nach einigen Minuten erfolgreich abgeschlossen waren und sich mir die Welt von Ancaria für eine lange und intensive Testphase offenbaren sollte.
Willkommen in Ancaria!
Knapp 2000 Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils der Sacred-Reihe steht der Fantasiewelt Ancaria erneut vor einer apokalyptischen Bedrohung; denn finstere Schergen greifen nach der Macht der T-Energie, welche das gesamte Land durchfließt und dabei schreckliche Mutationen von Flora und Fauna hervorruft, um die Welt ins Chaos zu stürzen. Es ist somit die Aufgabe des Helden, der sich entweder als Retter des sagenumwobenen Reiches verschrieben, auf die Jagd nach Untoten, Kreaturen der Unterwelt und Dämonen begibt, eben diesen Einhalt zu gebieten.
Schlägt man jedoch den dunklen Pfad ein, nutzt man die chaotischen Kräfte des Bösen zu seinem Vorteil und erstickt die Hoffnungen Ancarias auf Frieden im Keim.
Um dieses oder jenes Ziel zu erreichen stehen dem Spieler dabei verschiedene Heldenklassen zur Verfügung, die sich sowohl in ihren Fähigkeiten sowie Kampfarten unterscheiden; individuell in Kleidung und anpassbar ist dabei jedoch keine der jeweiligen Figuren.
Nichtsdestotrotz sind die Klassen durchaus innovativ und abwechslungsreich, weshalb die Frage, ob man in die Rolle eines Tempelwächters, welcher gleich einem Cyborg die T-Energie für seine Zwecke nutzt, oder der Seraphim, einem gefallen Engel, welcher sich einzig und allein der Seite des Lichts verschrieben hat, schlüpft durchaus schwer wiegt. Dazu gesellen sich noch traditionelle Klassen, wie die des Kämpfers, der Hochelfe, der Dryade und des dunklen Magiers, welcher in Sacred 2 als Inquisitor tituliert wird.
Jeder dieser Charaktere verfügt hierbei über spezielle Zauber und Fähigkeiten, die im Verlauf des Spiels erlernt und verbessert werden können; darüber hinaus verleiht der Glaube an einen bestimmten Gott dem ausgewählten Charakter zusätzliche dunkle, bzw. helle Spezialbeschwörungen. So könnt ihr beispielsweise durch euren Glauben an den Gott des Krieges bereits zu Beginn einen riesigen Dämon, welcher weder Feind noch Freund erkennt, herbeirufen. Im Verlauf des Spiels könnt ihr zudem euren Charakter durch ein besonderes Reittier, welches einer Spinne, einem Pferd, einem Höllenhund oder auch einem Drachen gleichen kann, individualisieren; praktisch, dass von diesem Reittier aus auch gekämpft werden kann.
Das Gameplay gleicht indes dem Klassiker Diablo 2, welcher sich auch heutzutage noch großer Beliebtheit erfreut. Munter schlagt ihr also euer Schwert, oder eure Axt durch einfaches Klicken mit der linken Maustaste in den Körper eures Widersachers, schickt ihn mit Zaubersprüchen, oder Kombos, die ihr mit Hilfe der rechten Maustaste betätigt, in die ewigen Jagdgründe.
Die Iso-Ansicht gewährt dabei auch bei größeren Gegnermassen einen guten Überblick und die Hotkeys für Heiltränke oder andere Regenerationsutensilien sind gut wenn auch im Handbuch falsch beschriftet gelegt. Einzig und allein die fehlende Pausenfunktion stört ab und an; zumindest dann, wenn Gegner anpreschen, während Karte, Inventar oder Tagebuch etwas näher beleuchtet werden. Es fehlt dem Spieler somit kaum etwas, wenn er die Welt von Ancaria begibt, stehen ihm doch das oben bereits genannte Logbuch für Aufzeichnungen von Nebenquest, die Karte mit zahlreichen eingezeichneten Wegpunkten und das überaus übersichtliche Inventar zur Verfügung. Letzteres wird dabei nur selten gesprengt, gibt es doch zusätzlich die Möglichkeit, Gegenstände in einer gesonderten Truhe abzulegen; auch hier spickte man also beim Klassiker aus dem Hause Blizzard. Unterstrichen wird dieser Umstand bei näherem Blick auf die Vielfalt der Gegenstände, die von einfachen Keulen bis hin zu mythischen Rüstungen und Schwertern reichen und dabei mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden; nicht zuletzt dadurch werden Sammler mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen. Besonders im Multiplayermodus ist die Jagd nach Waffen und Rüstungsteilen dabei ein Ansporn.
Rollenspieler, die überdies besonderen Wert auf die Charakterentwicklung legen, werden ebenfalls nicht enttäuscht, da Levelaufstiege nicht nur mit Attribut-, sondern auch mit Fähigkeitspunkten belohnt werden. Mit diesen dürft ihr jedoch nicht nur Zauber und Combos verstärken, ihr habt darüber hinaus die Möglichkeit zu bestimmen, inwiefern sich die selbigen verändern. Ob eine Explosion also in einem größeren Radius erfolgt, oder aber einfach nur in ihrer Intensität zunimmt, liegt ganz allein bei euch. Auch hiervon dürfte in erster Linie der Multiplayermodus betroffen sein, wissen Spieler bei Kämpfen doch nicht, welche Wirkung der Zauberspruch des Gegenübers tatsächlich hat.
Demgegenüber bieten die in Hülle und Fülle vorhanden Haupt- und Nebenquests wenig Abwechslung, was nicht zuletzt auf die etwas müde Story zurückzuführen ist. Diese wird kaum durch Gespräche mit NPCs vertieft und wirkt so kaum belebend; auch die Bücher, die immer wieder ergattert werden können und verschiedene Gottheiten näher beleuchten, können diesen Umstand nicht ausbügeln.
Die eintönigen Quests, die den Spieler immer wieder in verschiedene Höhlen verschlagen, um Gegner den Gar auszumachen, oder Gegenstände aufzuspüren, tragen ihren Teil dazu bei. Darüber hinaus wird der rote Faden, welcher der Story zugrunde liegt, nur phasenweise weitergesponnen und dieser Umstand durch Hol- und Bringaufgaben sowie kleinere Attentate kaschiert. Dennoch begeistert die mit viel Liebe zum Detail gestaltete Welt mit ihren Gegnern, die jedoch erst ab mittlerem Schwierigkeitsgrad an Anspruch gewinnen, und tröstet über die ab und an etwas fade Aufgabenstellungen hinweg. Letztere kompensiert der Titel überdies durch die zweite Kampagne sowie eine lange Spielzeit.
Technischer Fauxpas
Als besonders ärgerlich jedoch erweist sich die technische Umsetzung des Rollenspiels aus dem Hause Ascaron. Selbst mit dem knapp 450 MB großen ersten Update, sind zahlreiche Probleme vorprogrammiert. Abstürze, Aufreger, verursacht durch den DRM-Kopierschutz, oder am Boden klebende Gegenstände sind dabei die häufigsten Bugs. Seltener sind da schon Slowdowns bei erhöhtem Gegneraufkommen sowie kleinere Clippingfehler, welche unserem Helden förmlich die Kleider vom Leib reißen. Schade, denn nicht zuletzt dadurch verkommt die durchaus sehenswerte grafische Präsentation und die liebevoll gestaltete Welt von Ancaria. Auch soundtechnisch spielt Sacred 2 nicht gerade die erste Geige. Zwar sind die zahlreichen Tracks einer bekannten Metal-Band durchaus stimmig und fügen sich zu dem ohnehin schon atmosphärischen Hintergrunduntermalungen sowie Soundeffekten ein, mangelnde Lippensynchronität während den Zwischensequenzen und müde Vertonung der Charaktere, die ab und an ins Lächerliche abfällt, nerven aber dennoch. Insgesamt ist Sacred 2 dabei jedoch in keinster Weise eine technische Katastrophe, denn auf den meisten Rechnern, läuft der Titel flüssig und ohne größere Probleme. Andere hingegen dürften bereits jetzt schon die Konsolenvariante vorziehen.
Bei XBlaster ist die Welt, wie wir sie kennen, Vergangen- heit. Als Mechpilot kämpfst Du zur Belustigung der Menge und monatlich 10.000 € zum Spiel...
Sacred 2: Fallen Angel im Test.
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