Gesamtwertung81%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegBefriedigend |
BedienungSehr gut |
Im Geschichts- und Lateinunterricht unzählige Male vorgekommen und für so manches Kopfzerbrechen gesorgt die Rede ist von den Punischen Kriegen: Besser gesagt vom 1. Punischen Krieg. Kurz nach diesem erbitterten Krieg zwischen Karthago und Rom 264 v. Chr., an dessen Ende die Römer Heerführer Hannibal und die Stadt Karthago überrannten, startet die Story von Salammbo. Das Action-Adventure erzählt die Story von Spendius, eines geflohenen karthagischen Sklaven. Dieser befreit sich aus seinem Schicksal und landet nach seiner Flucht bei den Söldnertruppen, die rund um Karthago lagern und auf ihr Sold warten, denn schließlich haben sie nicht umsonst die Schwerter für Hannibal gegen die Angreifer aus Rom geschwungen. Hauptcharakter Spendius hetzt die Söldner schließlich gegen die Karthager auf, um sich an ihnen für die grausamen Jahre zu rächen und letztendlich münden die Streitigkeiten in einem Angriff der Söldner auf die einstmals mächtige, mittlerweile aber schwer gezeichnete Stadt Hannibals.
Geschichtliche Ereignisse bilden Grundgerüst der Story
Im Geschichts- und Lateinunterricht unzählige Male vorgekommen und für so manches Kopfzerbrechen gesorgt die Rede ist von den Punischen Kriegen: Besser gesagt vom 1. Punischen Krieg. Kurz nach diesem erbitterten Krieg zwischen Karthago und Rom 264 v. Chr., in dessen Ende die Römer Heerführer Hannibal und die Stadt Karthago überrannten, startet die Story von Salammbo. Das Action-Adventure erzählt die Story von Spendius, eines geflohenen karthagischen Sklaven. Dieser befreit sich aus seinem Schicksal und landet nach seiner Flucht bei den Söldnertruppen, die rund um Karthago lagern und auf ihr Sold warten, denn schließlich haben sie nicht umsonst die Schwerter für Hannibal gegen die Angreifer aus Rom geschwungen.
Hauptcharakter Spendius hetzt die Söldner schließlich gegen die Karthager auf, um sich an ihnen für die grausamen Jahre zu rächen und letztendlich münden die Streitigkeiten in einem Angriff der Söldner auf die einstmals mächtige, mittlerweile aber schwer gezeichnete Stadt Hannibals. Dies gelingt, indem der Spieler das karthagische Sold klaut und die Söldner deshalb nicht ausgezahlt werden können. Inmitten dieser Kampfhandlungen verliebt sich Salammbo, die Tochter des Oberkommandanten der afrikanischen Truppen, ausgerechnet in Söldnerführer Matho, den ärgsten Widersacher ihres Vaters. Spendius fungiert als Vermittler zwischen den beiden und rechnet sich insgeheim selbst Chancen aus, Salammbos Herz zu erobern. Von Mathos Dienstboten arbeitet er sich in seinem Rang im Laufe des Spiels nach oben und am Ende ist er es, der die Söldnertruppen in die Schlacht gegen die Karthager führt.
Ihr schlüpft in die Rolle von Spendius. Kein klassischer Spielheld mit nervigem Dauergrinsen, sondern ein vom Schicksal abgehärteter, schmächtiger und nicht sonderlich kräftiger Mann, dessen Tugenden seine Hinterhältigkeit und sein verstohlener Charakter sind. Zunächst werdet ihr noch in einer entlegenen Gefängniszelle irgendwo in Karthago festgehalten, aber schnell gelingt es euch einen Weg aus der Hölle zu finden. Das ist auch gleich das erste Rätsel. Ihr sammelt, wie für Adventure üblich, Gegenstände auf, wobei euch der Mauszeiger hilft, der je nach Situation sein Aussehen ändert.
Wenn ihr die Dinge aufgenommen habt, könnt ihr sie mit einem simplen Rechtsklick in eurem Inventar speichern und mit erneutem Rechtsklick wird das Inventar von neuem geöffnet. Ein Pfeilsymbol zeigt euch die Richtungen an, in die sich Spendius bewegen kann. Fast immer geht es nur in 2 Richtungen, so dass wildes Herumrennen ausfällt. Ein Krallensymbol zeigt an, dass ein Gegenstand aufgenommen werden muss und ein Zahnrad signalisiert euch, dass an dieser Stelle ein Rätsel gelöst werden muss meistens mit einem eurer aufgesammelten Gegenstände. Gleichzeitig hat dieses Icon die Funktion, fremde Personen anzusprechen und in Dialoge zu verwickeln. Das waren die wichtigsten Funktionen und da das komplette Spiel, mit Ausnahme der Schnellspeicherfunktion, mit der Maus gespielt wird, dürfte die Steuerung niemandem Probleme bereiten.
Wie spielt es sich?
Auf eurer Flucht aus dem Gefängnis, bei eurer Begegnung mit Söldnerführer Matho und den übrigen Generälen der gallischen Söldnerstämme, müsst ihr immer wieder Gespräche führen. Anders als in vergleichbaren Adventures ist es oftmals relevant, bestimmte Antworten zu geben. Das bedeutet, dass eine Antwort oder Frage, die völlig fehl am Platz ist, den Gegenüber verärgert und ihr ganz schnell Game Over seht. Aber keine Angst, dies bedeutet lediglich, dass ihr die Passage nochmals spielen müsst und nicht wie sicherlich gerade von einigen befürchtet, das Spiel von vorne begonnen werden muss. Diese neugesammelten Informationen treiben die Handlung voran und immer wenn ein Sprung in der Story gemacht wird, blenden sich entweder sehr gut gerenderte Zwischensequenzen ein, oder aber, die Story wird durch Comiczeichnungen weitererzählt.
Diese Comiczeichnungen passen sich der Ingamegrafik an und werden von einer vollständig eingedeutschten Synchronstimme begleitet und untermalt. Generell muss man sagen, dass immer dort wo Spracheinlagen vorkommen, was nicht gerade selten ist, die Synchronisation sehr gelungen ist und glaubhaft wiedergegeben wird.
Vor allem die Zwischensequenzen sind sehr hübsch. Diese gehören mit Sicherheit zum besten, was dieses Genre zu bieten hat. Die Dialoge hingegen machen im Gegensatz zu einem Monkey Island oder einem Simon the Sorcerer eher wenig der Spielzeit aus, vielmehr müsst ihr euch was für Adventures nicht gerade üblich ist- viel und oftmals leider auch sehr weit fortbewegen. Besonders nervig ist, dass immer wenn die Kulisse wechselt, kurze Ladezeiten die Geduld des Spielers in Anspruch nehmen. Obwohl unser Test PC den neuesten Anforderungen noch entsprechen dürfte und die Auflösung noch nicht auf ihrem Limit eingestellt wurde, traten Berechnungszeiten von 4-5 Sekunden (!) pro Kulisse auf.
Auf schwächeren PC's könnten die Ladezeiten schon unerträglich werden. Wenn man dieses Manko mal außen vor lässt, bleiben noch die längeren Fußmärsche an sich. Zwar sind es immer nur einzelne Mausklicks, die Spendius bewegen lassen, aber wenn man in einem 25 Kulissen umfassenden Spielabschnitt zig Mal von Punkt zu Punkt laufen muss, immer mit wachem Auge, um ja kein Gegenstand zu verpassen, ist dies nicht förderlich für die Spielmotivation. Für die Märsche entschädigen allerdings die zumeist logischen, wenn auch nicht immer ganz einfach zu durchschauenden, Rätsel.
Schön ist es festzustellen, dass die Rätsel sich im Spielverlauf kontinuierlich im Schwierigkeitsgrad steigern. Am Anfang die etwas leichteren und im weiteren Verlauf des Spiels die teilweise wirklich anspruchsvollen Rätsel, sobald der Spieler sich etwas an das Flair und den Charme des Spiels gewöhnt hat. Mal ein Beispiel für ein komplexes Rätsel. Als erstes unterhaltet ihr euch zu später Stunde mit einem karthagischen Händler, der einen Laden in der nordafrikanischen Stadt betreibt. Dieser bittet euch um Ruhe, weil seine Frau schlafen möchte. Nachdem ihr in einer entlegeneren Gasse eine Leiter aufgesammelt habt, ist der Händler plötzlich nicht mehr da. Ihr klopft an die mit schweren Beschlägen gesicherte Tür seines Ladens und freundlicherweise wird aus dem Fenster ein Obstkorb nach euch geschmissen. Den Korb nehmt ihr weitsichtig wie ihr nun mal seit- in euer Inventar auf. Die Leiter stellt ihr an das Haus und mit einer Eisenstange, die ihr im vorigen Spielverlauf gefunden habt, knackt ihr das Fenster im ersten Stock auf. Die aus dem Fenster entwendeten Gewürze verwendet ihr in einer Kneipe, um einen speziellen Wein zu mischen, mit dessen Hilfe ihr übermüdete Wachen ins Reich der Träume schicken könnt. Und so weiter und so fort...
Man sieht, manche Rätsel sind sehr komplex und verstricken sich sehr nett miteinander. Ein anderer Aspekt, der euch immer wieder begegnet, sind Logikrätsel. Keine Kombinationen aus Inventargegenständen, sondern Schiebe- oder Schalterrätsel: Tafeln oder Mosaiksteine müssen in bestimmter Reihenfolge betätigt werden, Symbole müssen in einer festgelegten Reihenfolge aneinander gelegt werden, um Geiheimwege freizulegen und versteckte Schalter müssen gefunden und mit dem richtigen Kniff bedient werden. Dies sind jedoch sehr zeitraubend, da viele auf ausprobieren basieren. So habt ihr zum Beispiel für das Brauen des Weins fünf Zutaten und im Gefäß Platz für vier. Wenn man bedenkt, dass eine Zutat nicht nur einmal, sondern häufig auch mehrfach, reingemischt werden muss, kommt man auf eine sehr beträchtliche Anzahl verschiedener Möglichkeiten. Stift und Zettel sind da fürs Notieren der schon ausprobierten Varianten unbedingt von Nöten. Zusätzlich zu diesen klassischen Adventure-Möglichkeiten, müsst ihr auch ab und zu euer strategisches Können unter Beweis stellen. Nachdem euch Matho den Befehl über die Söldnerarmee anvertraut hat, dürft ihr Kavallerie, Infanterie und Kriegsmaschinen auf der Karte positionieren, so dass ihr die zahlenmäßige Unterlegenheit gegenüber den Kathagern ausgleichen könnt.
Eine zwiespältige Grafik und eine überzeugender Sound
Grafisch vermittelt Salammbo seinen ganz eigenen Stil, der von unheimlich bis mysteriös reicht. In dieser Form gewiss noch nie vorher in einem Adventure gesehen, schleicht Spendius in düster gehaltenem und manchmal leider auch sehr unübersichtlichem Gefilde. Fast alle Ecken sehen sich sehr ähnlich, ob es nun die Kulissen im Söldnerlager sind, die in der Innenstadt von Karthago oder die im Wassernetz der Großstadt an jeder Ecke hat man das Gefühl, sich im Kreis zu bewegen und man braucht einige Zeit, um die Orientierung zu erhalten. Die jederzeit abrufbare Karte schafft da auch keine Abhilfe, da sie nicht anzeigt, wo sich der Spieler befindet, sondern nur einen Grundriss Karthagos beinhaltet. Ansonsten sind die einzelnen Häuser enorm stimmig und atmosphärisch gestaltet. Der Comicstil wird, wie bereits angesprochen, auch in den Zwischensequenzen beibehalten, so dass sich der Spieler schnell voll und ganz mit der virtuellen Stadt, die bewusst verarmt, zerlumpt und ausgemerkelt dargestellt wird, identifizieren kann. Wenn man die fehlende Übersicht nicht so stark ins Gewicht legt, kann der grafische Aspekt in Salammbo durchaus überzeugen. Vor allem die sehr hübschen Personen fallen auf.
Sehr detailliert, authentische Lippenbewegung inbegriffen, und der sehr passende Stil (sie besitzen rote Augen, was der Atmosphäre in diesem Fall zu Gute kommt) lassen die Leute zu einem Blickfang avancieren.
Der Sound gehört wohl mit zum Besten, was wir in diesem oftmals totgesagten Genre bislang zu sehen bekamen. Die oben schon hochgelobte Synchronisation erfüllt ihr Soll genauso wie die Hintergrundmusik, die von Schauplatz zu Schauplatz wechselt. Die Geräusche der Umgebung können ebenfalls auf ganzer Linie begeistern.
Salammbo im Test.
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