Gesamtwertung86%/10 |
GrafikGut SoundGut |
LanzeitspaßGut SpieleinstiegSehr gut |
BedienungSehr gut |
Alle Waffen, die im Addon vorkommen, sind nicht einzig den Gehirnwindungen der Entwickler entsprungen, sondern wurden tatsächlich, zumindest als Prototypen, gebaut. Natürlich hatten diese mitunter noch Fehler oder funktionierten nicht perfekt, das war aber Teil des Risikos, wenn man als Spezialtruppe der Deutschen oder der Alliierten Geheimwaffen einsetzt, um kriegswichtige Missionsziele zu erreichen. Secret Weapons of WW II hält sich somit an historische Gegebenheiten und avanciert keineswegs zu einem futuristischen Shooter.
Das Erreichen von Missionszielen war Toppriorität aller Einsätze von Spezialeinheiten, wurde daher auch im Addon umgesetzt und feiert seinen Einzug in Battlefield 1942: Secret Weapons auf WW II als neuer Spielmodus. Sechs der insgesamt acht neuen Karten im Addon unterstützen den sogenannten Missionsmodus, in dem es jeweils das Ziel der Alliierten ist, ein bestimmtes Forschungsobjekt, wie beispielsweise die V3-Abschussrampen, in Schutt und Asche zu legen. Die unterschiedlichen Missionsziele reichen vom Sprengen einiger Benzintanks über das Sabotieren von Turbinen bis zu Lüftungsschächten, in die man genug Granaten werfen muss, um diese zu zerstören. Die Aufgabe der deutschen Truppen ist es, besagte Ziele gegen den Feind zu beschützen. Anders als bei beim Conquest-Modus verlieren die Deutschen keine Tickets wenn Soldaten sterben oder wenn die Alliierten feindliche Flaggen erobern. Tickets werden einzig dann abgezogen, wenn das Zielobjekt zerstört oder beschädigt wird. Punkte werden allerdings wieder addiert, wenn die Objekte durch eigene Ingenieure repariert werden. Die Alliierten wiederum verlieren jedoch nicht nur durch den Heldentod Tickets, sondern auch kontinuierlich über die Zeit hinweg, wenn sie es nicht schaffen, das Missionsziel zu zerstören.
Dadurch wird die Einheitenklasse der Ingenieure extrem aufgewertet. Zum einen können nur die Ingenieure beschädigte Zielobjekte reparieren, zum anderen sind die Sprengladungen der alliierten Ingenieure das wirkungsvollste Mittel zur Vernichtung der Missionsziele, da fast alle zu zerstörenden Objekte in Bauwerken vor Panzer- und Bomberbeschuss geschützt sind. Da die Ingenieure aber in der Regel Kanonenfutter für die gegnerische Infanterie sind, wird dem Missionsmodus eine Prise Taktik eingehaucht. Es gilt sich anzuschleichen, den Gegner abzulenken oder auf einigen Karten direkt aus Transportflugzeugen abzuspringen und die gegnerischen Anlagen zu infiltrieren. Das Teamplay ist in diesem Spielmodus noch wichtiger als beim Conquest-Modus.
Auf einigen der acht neuen Karten, so auf Telemark Forschungseinrichtung, gibt es neuerdings bewegliche Spawnpunkte in Form des Transportflugzeuges C-47. Von einem Spieler gesteuert, können andere Mitstreiter während des Fluges im Transportbereich des Flugzeuges spawnen, mit dem Fallschirm gezielt in den feindlichen Verteidigungsanlagen landen und die Zielobjekte eliminieren oder zumindestens beschädigen. Zu bedenken ist natürlich, dass die C-47, wie jedes andere Flugzeug auch, durch Feindfeuer abgeschossen werden kann.
Neben diversen neuen Objekten und Landschaftsverziehrungen wie Laternenmasten, gibt es nicht wirklich viel Neues auf den Karten zu sehen sieht man einmal von den neuen Waffen und Fahrzeugen ab. Die neuen Karten unterscheiden sich, zumindest in der Wahl ihrer Texturen, nicht sonderlich von denen aus Battlefield 1942 oder Road to Rome. Beim Design der Karten widmete man sich aber trotzdem der taktischen Komponente und so ermöglichen Brücken und Canyons verschiedene Vorgehensweisen, wodurch nicht allein schweres Gefährt das Schlachtfeld dominieren kann. Erreicht wird dies, indem es in der Regel genug Verstecke für Scharfschützen und Panzerabwehrinfanterie und verschiedene Schleichwege für Infanterie gibt. Gut verteilt finden sich auch zahlreiche begehbare Gebäude, auf einigen Karten - beispielsweise 'Waffenfabrik Essen' sogar derart viele, dass die Framerate beim Überfliegen der Karte merklich einbrechen könnte.
Einige Maps weisen sehr große Höhenunterschiede auf, da tiefe Schluchten und Berghänge das Landschaftsbild prägen. So muss man auf der Karte Die Gotenlinie als Alliierte stetig bergauf kämpfen, während die Deutschen versuchen, ihre stark befestigen Stellungen zu verteidigen und den Malus der Alliierten auszunutzen. Auch in Das Adlernest gilt es große Höhenunterschiede zu überwinden, Brücken zu erobern und Tunneldurchgänge zu dominieren, um schließlich den geheimen, deutschen Tresor zu zerstören, der das Ziel der ganzen Mission ist. Die Karten sind etwas größer als die des Hauptprogramms, um die erhöhte Bedeutung der Luftwaffe zu verdeutlichen. Auch besitzen viele Karten wie Hellendorm und Kbelly Flugplatz gut platzierte Engstellen, an denen schnell erbitterte Kämpfe entstehen, da das Besetzen dieser Stellen entscheidend für den Ausgang einer Schlacht sein kann. Vereinzelt, beispielsweise auf Mimoyecques, gibt es auch Landungsboote, die zur Erstürmung der feindlichen Stellungen genutzt werden können. Alle Karten sind natürlich im bereits bekannten Eroberungsmodus spielbar und besitzen vollen Botsupport zum Üben im Einzelspielermodus. Die KI kommt mit den neuen Karten und Einheiten erstaunlich gut zurecht, weswegen das Üben und das genaue Auskundschaften der Kartendetails auch ohne menschliche Gegner problemlos möglich ist.
Im Spiel dreht sich natürlich alles um die neuen, geheimen Waffen, von denen es auf den acht Karten insgesamt 16 verschiedene gibt, die der Spieler entweder als britische Kommando- oder als deutsche Eliteeinheit steuern kann. Dabei sind Motorräder mit Beiwagen und montiertem MG noch die harmlosesten Vertreter. Steuerbare Marschflugkörper oder die Horton HO 229 Flying Wing besitzen da schon verheerendere Schadenswirkung, denn letztere ist u.a mit ungelenkten Raketen ausgestattet. Als Landfahrzeuge begegnen Euch ein Sherman-Panzer mit T-34 Calliope-Raketenwerfer oder der T95/T28-Panzer - beide Einheitentypen versuchen die Deutschen mit dem Sturmtiger, einen mit einem Seegeschütz bestückten Tiger-Panzer, zu kontern.
Interessant ist auch der Jetpack, der zwar nur in kurzen Intervallen benutzt werden kann, sich aber perfekt eignet, um Infanterie aus der Luft zu bekämpfen oder wie auch im neuen Introfilm dargestellt Panzer mit einer Ladung aus der Bazooka 'zu beglücken'. Die Waffen beider Parteien sind erstaunlich gut ausbalanciert: hatte man beim ersten Spielen der Karten noch den Eindruck, die Deutschen würden im Missionsmodus immer dominieren und die Partien gewinnen, entdeckten die Spieler nach und nach die kleinen Details der neuen Karten. Es kann daher festgehalten werden, dass alle Maps sich als sehr ausgeglichen für beide Parteien erwiesen. Die neuen Waffen sind sehr gut texturiert und besitzen stellenweise sogar einen überragend aussehenden Glanzeffekt, wie bei der MCDonnel F85 Goblin.
Einige neue Lufteinheiten, wie der Raketenabfangjäger Natter oder auch die Wasserfall-Lenkrakete, sind aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit ohne Übung schwer zu steuern. Dies führt auch dazu, dass die Lenkrakete kaum dazu geeignet ist, Landeinheiten zu zerstören, sondern ihren höchsten Wirkungsgrad gegen Luftziele entfaltet. Sie kann beliebig oft, in fest definierten Intervallen, abgefeuert und gesteuert werden, besitzt aber nur einen sehr begrenzten Treibstoffvorrat und eine geringe Flugzeit. Zudem ist die Abschussstellung ein leichtes Ziel für gegnerische Luftangriffe. Auch die F85 Goblin ist eher für kurze, schnelle Einsätze konzipiert, denn der kleine Jet ist aufgrund seiner geringen Abmessungen zwar schwer abzuschießen, hat aber nur eine geringe Menge Munition an Board.
Als Gegenmaßnahme zu den neuen Flugzeugen der Alliierten, wie die Whitworth AW-52, die mit Bomben und Raketen bestückt ist, besitzen die Deutschen den Flakpanzer, der mit vier 37mm-Geschützen jedes Flugzeug in seine Einzelteile zerlegen kann und sogar sehr effektiv gegen Infanterie einsetzbar ist.
Eine ebenfalls komplett neue Fahrzeuggeneration stellt der LV4-T Wasserbüffel dar. Mit zwei schweren MG's bestückt, kann dieses Amphibien-Fahrzeug sowohl an Land, als auch vom Wasser aus, Truppen transportieren und gegnerische Infanteriestellungen unter Beschuss nehmen.
Die neuen Spezialtruppen besitzen neben neuen Skins sieben neuen Handwaffen für die verschiedenen Einheitentypen, die von tödlichen Wurfmessern über die stets zuverlässige Bren-Maschinenpistole bis hin zu einer Schrotflinte, die auf kurzer Entfernung mit einem Schuss tödlich ist, reichen.
Auch bietet das Addon neue interessante Features, wie bewegliche Spawnpunkte, Amphibienfahrzeuge und Lenkraketen, die alle für neue Ideen und Erweiterungen bei inoffiziellen Modifikationen sorgen werden.
Für einige mag der Fakt bedenklich sein, dass Secret Weapons mit knapp 25 Euro etwas an der Preisschraube gedreht hat, wenn man inbesondere das Addon Road to Rome betrachtet. Fairerweise muss man aber eingestehen, dass das erste Addon auch nicht derart viel Neues integrierte, wie Secret Weapons es tut, denn schaut man auf die Neuerungen endet Secret Weapons nicht bei den neuen Waffen und den neuen Karten.
Die genannten Punkte zeigen, dass der Kaufpreis gerechtfertigt ist. Secret Weapons intensiviert das Battlefield-1942-Spielerlebnis noch einmal ein gutes Stück, weshalb man es allen Fans uneingeschränkt empfehlen kann.